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Oft dauert ein Unfall nur wenige Sekunden. So schnell kann ein Reiter meist gar nicht reagieren, um den “worst case” abzuwenden. Mit dem Pferd kann es zu Unfällen im Stall, in der Box oder auf der Weide kommen. Andererseits kommt es immer wieder zu Unfällen während des Reitens – das Pferd erschreckt sich und scheut, bockt aus nicht ersichtlichen Gründen oder es kommt zu verheerenden Begegnungen mit anderen Verkehrsteilnehmern, Personen oder Hunden.

Ein Unfall wird für Reiter und Pferd schnell ein traumatisches Erlebnis, das zunächst verarbeitet werden muss. Manches Mal muss dein Pferd auch von einem Tierarzt behandelt oder gar operiert werden, weil es schwerere Verletzungen vom Unfall davongetragen hat. Aber wie bewältigt man die Angst vor einem erneuten Sturz oder unkontrolliertem Durchgehen? Wir zeigen dir die 5 wichtigsten Schritte, damit du wieder angstfrei auf dein Pferd steigen kannst.

1. Schritt: Rede über deine Angst

Nachdem du von oder mit deinem Pferd gestürzt bist, kommt die Angst meistens erst nachdem die Situation überstanden ist. Sobald du merkst, dass dich ein mulmiges Gefühl überkommt, wenn du am Stall bist oder gar Panik bekommst, solltest du dich jemandem anvertrauen.

Du musst dich für die Angst nicht schämen – viele Reiter kennen das Gefühl, wenn sie selbst nach einem Sturz wieder aufs Pferd steigen wollen. Sobald andere Pferdebesitzer in deinem Stall Bescheid wissen, haben sie ein viel besseres Verständnis dafür, wenn du vielleicht nicht in den Sattel steigst und mit deinem Pferd anders umgehst, als üblich.

2. Schritt: Such dir eine Vertrauensperson, die dir helfen kann

Auch wenn die Angst lähmt und dich ausbremst, dein Pferd zu reiten, ist der Wille da, die Angst zu überwinden. Damit du dich in der Gegenwart von Pferden trotzdem sicher fühlst, bittest du eine Vertrauensperson dich zu begleiten. Im besten Fall kennt sie dich und dein Pferd besonders gut und kann kritische Situationen gut einschätzen. Natürlich soll sie dich nicht von den Pferden und der Arbeit im Stall abhalten, aber trotzdem deine Angst korrekt einschätzen können!

3. Schritt: Alternativen finden

Um nach einem Sturz wieder aufs Pferd zu steigen, muss der erste Schritt nicht direkt der Sattel sein. Es gibt andere, vielseitige Alternativprogramme, die du mit deinem Pferd neben dem Reiten ausprobieren kannst. Um das Vertrauen und die Beziehung zwischen dir und deinem Pferd wieder zu stärken, kannst du neue Formen der Bodenarbeit kennen lernen oder neue Zirkuslektionen üben. Sobald du mit deinem Pferd neue Strukturen verfolgst, vertraut ihr euch gegenseitig und die Bindung wird enger.

Longieren statt reiten

4. Schritt: Kleine Schritte, große Wirkung

Wie schon vorher erwähnt, ist ein Sturz nicht nur für dich, sondern auch für dein Pferd ein einschneidendes Erlebnis. Sobald du merkst, dass dein Pferd sich nach dem Zwischenfall anders verhält, solltest du es erstmal langsam angehen lassen. Durch Überforderung verstärkt sich das Gefühl von Unsicherheit. Vielleicht beschränkt ihr beiden euch zunächst auf Spaziergänge und Aktivitäten, bei denen sich jeder von euch wohlfühlt. Wenn nach einiger Zeit dein Selbstvertrauen besser ist und du dich sicherer fühlst, kannst du dich mit deinem Pferd in andere Situationen begeben.

5. Schritt: Ein anderes Pferd kann dir Selbstvertrauen schenken

Eine weitere Chance, nach einem Sturz wieder aufs Pferd zu steigen und ein sicheres Gefühl zu haben, sind Reitstunden auf einem anderen Pferd. Vielleicht gibt es an deinem Stall eine Reitschule, in der du nach dem Sturz einige Reitstunden buchen kannst. Außerdem kannst du in deinem Stall nach einer Reitbeteiligung suchen, sodass du weiterhin reiten kannst. Achte darauf, dass bei einer Reitbeteiligung alle wichtigen Punkte geregelt sind.

Andernfalls überlässt dir eine Stallfreundin vielleicht für einige Male ihren ausgeglichenen Vierbeiner, der sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt und Gelassenheit auf dich überträgt.

Ganz wichtig – Habe Geduld

Wenn du mit deinem Pferd einen Reitunfall hattest, brauchst du in jedem Fall einige Zeit, um wieder in den Alltag zurückzukehren. Sicherlich gibt es auch Menschen, die nach einem Sturz angstfrei bleiben und keinerlei Sorgen haben, sich wieder auf ihr Pferd zu setzen. Allerdings gehört es zu absolut üblichen Prozessen, dass unser Gehirn die Momente der Angst speichert, woraufhin ein wieder auftretendes Angstgefühl natürlich ist.

In einer Stresssituation wie bei einem Unfall schüttet der Körper ein große Menge an Stresshormonen aus. In dieser Zeit setzt die Wahrnehmung aus, da der Körper in eine Art Schutzzustand verfällt. Nach zehn bis 20 Minuten hat er die Hormone soweit abgebaut, dass der Verunfallte die Umgebung wieder richtig wahrnimmt. Unser Gehirn verknüpft mit diesem Angstzustand alle vorherigen Wahrnehmungen aus der Umgebung: das Pferd, die Strecke oder der Ort, an dem der Unfall geschah und andere Umstände. Diese Verknüpfungen bleiben auch danach bestehen und sobald wir in eine ähnliche Situation kommen, signalisiert unser Gehirn dem Körper Stress und Angst.

Gib dir ausreichend Zeit und setze dich nicht noch zusätzlich unter Druck, sonst kann es noch wesentlich länger dauern, die Angst zu überwinden.

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Ulrike Seim

Ulrike Seim

Dipl. Ing. agr. Ulrike Seim und für das Pferdemanagement bei der Direktion Wiesbaden für die R+V Versicherung zuständig.
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