Als Abfolhbox wird eine separate Pferdebox bezeichnet, die in einem Stall räumlich getrennt von den anderen Boxen zur Unterbringung der Zuchtstute vor und während der Geburt verwendet wird. In dieser abgesonderten, ruhigen Umgebung kann die Stute ihr Fohlen ungestört und fernab von Aufregung und Trubel im Pferdebetrieb zur Welt bringen. So wie die Stute in freier Natur ihre Herde zum Gebären verlässt, soll auch die Pferdebox eine Rückzugsmöglichkeit darstellen. Damit wird das in der Natur übliche Verhalten der Stute unterstützt, die sich für die Zeit der Geburt von den übrigen Pferden absondert, um ungestört zu sein. Die Abfohlbox dient also dazu, dieses Alleinsein zu imitieren.

Wie muss die Abfohlbox gestaltet sein?

Eine geeignete Abfohlbox sollte eine Größe von etwa 14 bis 20 qm aufweisen, damit ausreichend Platz für die Geburt vorhanden ist und Helfer oder der Tierarzt ohne Probleme jederzeit einschreiten können. Je größer die Box ist, umso geringer ist die Gefahr, dass sich die Stute während der Geburt festlegt. Ebenso entscheidend ist der übrige Zustand der Abfohlbox, denn diese sollte möglichst ruhig gelegen, hell und luftig sowie trocken und unkompliziert zu reinigen sein. Darüber hinaus verfügt die Abfohlbox im Idealfall über eine Beleuchtung, damit die Stute auch nachts überwacht werden und die Fohlengeburt auch problemlos zu später Stunde stattfinden kann.

Merkmale einer geeigneten Abfohlbox im Überblick

  • Größe: etwa 14 bis 20 qm
  • Ausreichende Helligkeit, Trockenheit und frische Luft
  • ruhige Lage im Stallbetrieb
  • Reinigung leicht möglich
  • Abfohlbox mieten in einem Abfohlstall

Soll die Fohlengeburt möglichst stressfrei ablaufen, dann ist eine Abfohlbox mit viel Platz und Helligkeit von Nöten. Da nicht jeder Pferdebesitzer über eine solche Box verfügt, erst recht nicht, wenn er nicht regelmäßig züchtet oder seine Zuchtstute in einem Stall untergestellt hat, besteht die Möglichkeit, eine Abfohlbox zu mieten. Hierfür gibt es spezielle Abfohlställe – Pferdebetriebe, die entsprechend geeignete Boxen für den benötigten Zeitraum zur vorübergehenden Miete anbieten. Wer also nicht auf den heimischen Pferdestall zurückgreifen möchte, sondern eine professionelle Abfohlbox vorzieht, sollte rechtzeitig vor dem errechneten Abfohltermin nach einem nahe gelegenen Stallbetrieb Ausschau halten. Die Nähe zum eigenen Wohnort erweist sich für einen stressfreien Transport der Stute und für regelmäßige Besuche als vorteilhaft. Nicht zuletzt sollte sich der Abfohlstall durch eine gepflegte und saubere Stallanlage, eine Auslauffläche für Stute und Fohlen sowie durch geschultes Fachpersonal für die professionelle Geburtsüberwachung auszeichnen.

Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten Abfohlstalls

  • saubere, gepflegte und freundliche Anlage
  • Erfahrung der Betreiber mit der Pferdezucht
  • geeignete Abfohlbox, im Idealfall mit Videoüberwachung
  • hochwertiges und leicht verdauliches Futter
  • täglicher Auslauf für die Stute auf trockenen Weiden mit Unterstellmöglichkeit
  • Bewegung für die Stute
  • Häufigkeit des Ausmistens
  • Aufzucht im selben Stall möglich

Ablauf bei der Nutzung einer Abfohlbox

Wenn die Stute zur Geburt in einer Abfohlbox untergebracht werden soll, ist ein rechtzeitiger Umzug wichtig. Spätestens sechs Wochen vor dem Abfohltermin sollte die Stute ihr neues Domizil kennenlernen, um sich in aller Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen zu können. Eine solche stressfreie Eingewöhnung bietet der Stute außerdem genügend Zeit, Abwehrstoffe gegen Keime zu bilden. Diese werden kurz nach der Geburt in der Kolostralmilch an das Fohlen weitergegeben – lebenswichtig für die Gesundheit des neuen Pferdenachwuchses.

In den letzten Wochen vor dem Abfohltermin sollte die Zuchtstute regelmäßig überwacht werden. Eine Schonung, bei der die Stute nur noch in der Box steht, ist jedoch nicht empfehlenswert. Meist treten beim Abfohlen nämlich keine Probleme auf, wenn die Stute sich im Vorfeld möglichst frei bewegen kann. Ausreichend Bewegung, möglichst an der frischen Luft, ist positiv für den Stoffwechsel, das Training der Muskeln und für die Versorgung des Fohlens im Mutterleib mit ausreichend Sauerstoff über die Blutbahn. Wenn die Geburt dann gut verlaufen ist, kann die Stute mit ihrem Fohlen schon nach kurzer Zeit wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückgebracht werden. Daher sollte die Rückkehr in die normale Box entsprechend der natürlichen Verhaltensweise von Pferden bereits einige Stunden später erfolgen – so wie sich die Stuten in freier Natur auch schnell wieder in ihre Herde integrieren.

Vorteile einer Abfohlbox

Die Abfolhbox hat sich als separate Pferdebox für die Fohlengeburt seit vielen Jahren bewährt, da sie sich für die Stute als stressfreie und ruhige Umgebung erweist. Dies kommt einer möglichst einfachen Geburt ohne Komplikationen und so letztendlich der Gesundheit von Stute und Fohlen zugute. Die tragende Stute wird in der Abfohlbox angepasst an ihre individuellen Bedürfnisse gehalten. Darüber hinaus sind viele Abfohlboxen im Gegensatz einer üblichen Pferdebox mit einer Videokamera und einem Geburtsmeldesystem ausgestattet, das eine rund um die Uhr stattfindende Geburtsüberwachung möglich macht. Wenn sich die Abfohlbox in einem professionellen Abfohlstall befindet, ist außerdem erfahrenes Personal sowie oft ein stalleigener Tierarzt vor Ort, sodass im Notfall sofort eingegriffen werden kann.

Vorteile im Überblick

  • ruhige und stressfreie Umgebung für die Stute
  • senkt Gefahr von Komplikationen bei der Geburt
  • Haltung angepasst an die individuellen Bedürfnisse der trächtigen Stute
  • Geburtsüberwachung mithilfe von Videokamera und Geburtsmeldesystem
  • im Abfohlstall: erfahrenes Personal und stalleigener Tierarzt

Auf die Anzeichen der bevorstehenden Geburt achten

Bei der Überwachung der Stute in der Abfohlbox ist es besonders wichtig, auf die ersten Anzeichen der bevorstehenden Geburt zu achten. Da die durchschnittliche Tragzeit einer Stute zwischen 320 und 350 Tagen liegt und darüber hinaus deutlich abweichen kann, lässt sich der Abfohltermin zeitlich kaum eingrenzen. Umso wichtiger ist es, die körperlichen Veränderungen der Stute im Blick zu behalten. So treten häufig Harztropfen am Euter und ein darauffolgender Milchfluss auf.

Darüber hinaus verändern sich die Beschaffenheit, Größe und Temperatur des Gesäuges. Auch ein schwankender Gang, Unruhe, Scharren und Wesensänderungen oder ein Erschlaffen der Muskeln und Bänder im Beckenbereich können auf die bevorstehende Geburt hinweisen. Manchmal sind diese Anzeichen deutlich erkennbar, während bei anderen Stuten keine Veränderungen auftreten. In jedem Fall setzt die Stute kurz bevor die ersten Wehen eintreten Urin und Kot ab. Dann dauert es nicht mehr lange, bis der natürliche Geburtsvorgang beginnt und das Fohlen mit Kopf und Vorderbeinen zuerst auf die Welt kommt. Eine Fohlengeburt dauert im Durchschnitt nur rund 30 Minuten.

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