Akupressur bei Pferden

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Bei der Akupressur handelt es sich um die Stimulation von Akupunkturpunkten durch sanften Druck. Mit dieser Heilmethode kann ein Besitzer sein Pferd erfolgreich im energetischen Bereich unterstützen und damit sowohl zu dessen Gesunderhaltung als auch zur Heilung von gestörten Funktionen von Körper und Geist beitragen.

Akupressur: Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die sanfte Massage bestimmter Punkte des Körpers findet im Idealfall in ruhiger Umgebung statt. Der Therapeut verschiebt mit seinem Finger die Haut über dem jeweiligen Punkt in langsamer, kreisender Bewegung, ca. eine Minute lang. Auch ganze Meridiane kann man akupressieren. Durch die Stimulation wird der Fluss der Lebensenergie in den Meridianen beeinflusst.

Die Akupressur ist – wie auch die Akupunktur- ein Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin – TCM. Sie basiert somit auf den jahrtausendealten Erkenntnissen, welche im östlichen Lebensraum durch genaue Beobachtungen von Zusammenhängen gewonnen wurden.
Für den Anfänger mag sich dieses Gebiet zunächst als ein unübersichtliches und ungewohntes Thema darstellen, aber wenn man sich darauf einlässt, eröffnet sich dem interessierten Pferdebesitzer eine neue Welt!

Empirisch gut wirksame Punkte in bestimmten Situationen einsetzen

Man mag damit beginnen, bei sich selber festzustellen, dass man z.B. mit der Akupressur der Meridianpunkte Dickdarm 4 und Dickdarm 20 sowie vom Yintang -einem traditionellem chinesischen Extrapunkt – eine beginnende Erkältung oder Kopfschmerzen schnell eindämmen kann. Als nächstes stellt man möglicherweise fest, dass die Massage bestimmter Regionen des Kopfes (Gallenblase 20, Lenkergefäß 20) beim aufgeregten Hund – z.B. an Silvester – zu dessen Beruhigung beiträgt. Dann hilft man seinem Pferd mit verschleimter Lunge, über die Akupressur von Magen 40 und Lunge 9, dass sich der Schleim besser löst… dies sind sozusagen „Rezepte“, derer man sich bedienen kann, empirisch gut wirksame Punkte in bestimmten Situationen einzusetzen.

Magen 40 – bester schleimlösender Punkt
Lunge 9 – hierzulande auch ACC-Punkt genannt

Ursächliche Akupressur: Individuell auf den Patienten abgestimmte Punkteauswahl

Um dann aber den nächsten Schritt hin zu einer ganzheitlichen, individuell auf den Patienten abgestimmten Punkteauswahl zu gehen, kommt man nicht umhin, sich eingehend mit der zugrundeliegenden Philosophie der TCM auseinanderzusetzen; erst dann wird man lernen, wie man die Symptome seines Pferdes gemäß dieser Lehre (mit der ihr eigenen Logik) einordnen kann. So lässt sich eine „östliche“ Diagnose (z.B. „Milz Qi Leere“, „aufsteigendes Leber Yang“, „Qi Stagnation im Blasenmeridian“ u.ä.) stellen, welche unabdingbar ist für eine ursächliche Akupressur – weg vom reinen „Rezept“, hin zur Behandlung der zugrundeliegenden Ursache. Die Therapie wird somit noch effektiver.

Der Therapeut bringt das Qi – die Lebensenergie – wieder zum harmonischen Fließen. Was bedeutet, dass man Verspannungen löst, Schmerzen stillt und die Selbstheilungskräfte des Organismus fördert. Auch die Psyche kann bei Verhaltensauffälligkeiten positiv beeinflusst werden. Gesundheit ist letztlich ein Zustand, in dem sich Körper, Geist sowie die unmittelbare Umgebung miteinander in einem Gleichgewicht befinden. Erkrankt das Pferd, so entstehen Ungleichgewichte. Die Stimulation geeigneter Akupunkturpunkte kann die Balance wieder herstellen.

“5-Elemente”-Lehre: Die typunterstützende Akupressur

Hilfreich ist auch die typunterstützende Akupressur. Diese kann man bei seinem Pferd anwenden, wenn man es entsprechend der „5-Elemente“- Lehre als einen bestimmten Typ gut einordnen kann.

Zum Beispiel: den Pi (Milz) Typ – (Element: Erde). Ein freundliches, braves, etwas phlegmatisches Pferd mit Neigung zu Übergewicht, Ödembildung und angelaufenen Beinen kann man über die Akupressur des typunterstützenden Punktes Milz-Pankreas 6 zeitlebens unterstützen. Dem selbstbewussten, mutigen, ranghohen, launischen Gan (Leber) Typ – (Element Holz) – mit Neigung zu Muskelverspannungen, Sehnenproblemen und Bindehautentzündungen wird hingegen die Stimulation des Punktes Leber 3 helfen. So kann man die jeweiligen Stärken eines Pferdetyps fördern, die Schwächen abmildern und seinen Erkrankungsneigungen vorbeugen.

Akupressur
Milz Pankreas 6 – unterstützt den Milztyp
Leber 3 – unterstützt den Lebertyp

Pferde sprechen sehr gut auf Akupressur an. Meist zeigen sie während der Behandlung Entspannungszeichen, lassen den Kopf sinken und genießen es sichtlich. In der Regel sind mehrmalige Anwendungen erforderlich.

Fatma Ormeloh

Fatma Ormeloh

Tierärztin mit Schwerpunkt Akupunktur bei Hunden und Pferden sowie Dozentin am Deutschen Institut für Pferdeosteopathie (DIPO) im Bereich der Akupressur bei Pferden.
Fatma Ormeloh

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