Allergien beim Pferd

Du kommst in den Stall und dein Pferd hat Pusteln, Quaddeln, juckt sich ohne Unterlass, hustet oder bekommt schlecht Luft? All das können Anzeichen für eine allergische Reaktion sein!

Welche sind die häufigsten Allergien beim Pferd?

Es gibt im Allgemeinen fünf Arten von Allergien beim Pferd, wobei Insekten in den meisten Fällen der Grund für eine allergische Reaktion sind. Darüber hinaus werden Allergien beim Pferd durch Umwelteinflüsse, wie Gräser, Pollen, Pilze oder Hausstaubmilben sowie durch Futtermittel ausgelöst.

Insektenallergie: Sommerekzem

Die am häufigsten auftretenden Allergie ist ein Sommerekzem, das aufgrund einer Reaktion auf die Bisse der Mückenart Culicoides entsteht. Da die Insekten nur in den wärmeren Monaten umherfliegen, beschränkt sich das Ekzem auf die Monate März bis September. Oft leiden Islandpferde, die aus Island importiert werden an Sommerekzem, weil es auf der Insel keine auslösenden Mückenart gibt. Außerdem ist das Klima auf dem Festland im Gegensatz zu Island deutlich milder, wodurch das Risiko eines Ekzems nochmals erhöht. Deswegen werden Islandpferde oft in den Herbst- und Wintermonaten importiert, damit die Umstellung nicht so gravierend, wie im Frühjahr oder Sommer ist. Zur Vorbeugung sollten importierte Tiere 2 bis 5 Jahre lang eine Ekzemdecke tragen, um das Ekzemrisiko zu minimieren.

Sommerekzem bei PferdenDie Symptome eines Sommerekzems ist mäßiger bis sehr starker Juckreiz, Unruhe sowie kahle bis offene und blutig gekratzte Körperstellen. Oft sind diese Stellen an Mähne und Schweif zu finden, aber auch an der Bauchnaht, im Gesicht und an der Brust des Pferdes.

Leider gibt es keine tatsächliche Heilung dieser Allergie und den Pferdebesitzern bleibt nur die Option, die Symptome einzudämmen. Zur Behandlung des Sommerekzems dienen Salben und Cremes, die entzündungshemmende, juckreizlindernde und reichhaltig pflegende Inhaltsstoffe beinhalten und womit die betroffenen Stellen eingerieben werden. Zusätzlich dazu tragen die Tiere Fliegen- oder Ekzemdecken, damit die Insekten erst gar nicht zustechen können. In besonders schweren Fällen kann ein Tierarzt eine kortisonhaltige Salbe verschreiben beziehungsweise eine Kortisonspritze verabreichen.

Umweltallergien

Ein weiterer Auslöser für Allergien sind Pollen von Bäumen, Gräser, Hausstaub- und Vorratsmilben sowie Schimmelpilze. Die Symptome können unterschiedlich sein: einerseits zeigen Pferde dadurch Juckreiz oder Quaddeln, andererseits können diese Allergien beim Pferd auch Atemprobleme hervorrufen.

Futtermittelallergien

Bei dieser Form der Allergie reagiert der Pferdekörper allergisch auf Inhaltsstoffe in der Nahrung, wie dem Kraft- oder Zusatzfutter. Eine Futtermittelallergie tritt bei Pferden, im Gegensatz zu uns Menschen, eher selten auf. Wenn sie eine Allergie auf Bestandteile des Futters haben, können die Pferde Quaddeln, Pusteln bis hin zu Atemwegsproblemen bekommen.

Weitere Allergien sind Kontaktallergien, die ebenfalls Menschen öfter haben, jedoch bei Pferden sehr selten auftreten. Außerdem zeigen manche Pferde allergische Reaktionen auf Medikamente, indem sie Nesselsucht, oder Urticaria genannt, bekommen.

Allergien beim Pferd erkennen und behandeln

Eine direkte und eindeutige Diagnose einer Allergie gestaltet sich bei einem Pferd als schwierig und man erkennt sie oft erst durch das Ausschlussverfahren anderer möglichen Erkrankungen. Bei Futtermitteln lässt sich die Ursache meist schnell abstellen, wohingegen die bei einer Umwelt- oder einer Insektenallergie deutlich schwieriger ist.

Wie bereits oben erklärt, bleibt dir oft nichts anderes übrig als die Symptome zu bekämpfen. Bei einer Insektenallergie, beziehungsweise einem Sommerekzem, kannst du einige Maßnahmen ergreifen, damit der Juckreiz gelindert wird. So sollte dein Pferd im besten Fall nachts auf die Weide gehen, da zu der Zeit deutlich weniger Insekten umherfliegen.

Bei einer Stauballergie gibt es einige Möglichkeiten die Belastung der Atemwege und der Lunge zu verringern. In jedem Fall sollte der Stall deines Pferdes ein gutes, staubfreies Klima haben. Sobald er offen und gut durchlüftet ist, entwickelt sich deutlich weniger Staub. Wenn du die Boxen mit Späne einstreust und dein Pferd mit nassem Heu fütterst, ist es deutlich weniger Staub ausgesetzt und hat weniger Probleme mit der Atmung.