Pferd kaufen

Nicht alles, was im Internet geschrieben steht, stimmt. Auch beim Pferdekauf ist das leider so.

Deshalb gilt: Augen auf beim Pferdekauf!

Ich habe euch in meinem allerersten Blogpost ja bereits vom Kauf meiner Ponystute Saga erzählt.
Die Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer verlief problemlos. Aber beide Proberitte waren katastrophal. Und auch die erste gemeinsame Zeit war gar nicht so einfach. Ich war ja noch jung und unerfahren. Jetzt hoffe ich, das Ganze durchschaut zu haben und möchte mein Wissen mit euch teilen!

Meine Stute war damals auf mindestens drei verschiedenen eher unbekannten Verkaufsportalen eingestellt. Zu mindestens drei unterschiedlichen Preisen. Allein so etwas sollte euch schon etwas aufmerksam machen. Hier ist aber auch ein guter Ansatzpunkt bei der Preisverhandlung!

1.) Der Preis: Stimmt das Verhältnis zwischen Preis und Leistungen/Können des Pferdes?

Beim Verkaufspreis muss man manchmal zweimal hinschauen. Das erste Pferd, das ich über ehorses ausgesucht habe, hat 2000€ gekostet. 5 Jahre alt, vollständig englisch ausgebildet, prima als Schul- und Therapiepferd geeignet!Das Probereiten dieses Kleinpferdes würde eher zu einem Anschauen. Das Pferd wurde von jemandem vorgestellt und geritten. Auch das hat mich etwas stutzig gemacht.
Zuhause angekommen fing diese Stute an beim Reiten zu steigen. Sie hatte außerdem panische Angst vor Gerten und Peitschen. Sie ließ sich auf der Koppel nicht einfangen, aufhalftern und führen – weil sie wahrscheinlich noch nie auf einer Koppel stehen durfte und ihre neu gewonnene Freiheit nicht so schnell aufgeben wollte. Das ist glücklicherweise nach zwei Jahren viel besser geworden.

dokumente übergeben

2.) Der Verkaufsgrund: Warum will der Vorbesitzer sein Pferd verkaufen?

Wenn ihr ein Pferd von privat kauft, dann fragt auf jeden Fall den Verkäufer, aus welchem Grund er das Tier abgeben möchte. Aber Achtung! Rechnet nicht damit, dass die Antwort ehrlich ist. Niemand wird gerne zu geben, dass er mit dem Pferd nicht zu Recht kommt. Wahrscheinlich wird der Verkäufer dir auch nicht sagen, dass das Pferd schlechte Angewohnheit hat, denn das könnte den Preis drücken…

Als ich Saga gekauft habe, stand im Internetinserat: „Aus zeitlichen und finanziellen Gründen abzugeben.“ Auch beim Verkauf wurde mir nochmal bestätigt, dass die junge Besitzerin wegen ihrer schulischen Ausbildung nur wenig Zeit für ein Pferd habe und außerdem bald mit ihrem Freund eine Wohnung mieten wolle, wofür sie das Geld brauche. Das Ganze wurde allerdings etwas unglaubwürdig, als sie ein paar Monate später ein neues, wahrscheinlich viel teureres Pferd hatte. Ich erkannte dann auch ziemlich schnell den wahren Grund des Verkaufs: ihr kaum zu bändigendes Temperament, das im Steigen endet, wenn man ihrem Dickkopf nicht nachgibt. Saga entwickelte dann außerdem eine starke Abneigung gegen dunkle Hunde (die Vorbesitzer hatten einen schwarzen Hund), Fahrräder (der Freund der Vorbesitzerin hat sie immer mit dem Fahrrad begleitet) und Gerten. Sie hat wohl viele schlechte Erfahrungen gemacht. Auch das alles hat sich mittlerweile wieder gelegt.

Naja, ich bin ja sehr froh, dass sie dieses kleine Pferdchen los werden wollte. Auch wenn es nicht immer einfach war, ich bin glücklich, sie gefunden zu haben.

Fohlenaufzucht

3. Die Vorgeschichte: Ist dein zukünftiges Traumpferd eher ein Wanderpokal oder kommt es direkt vom Züchter?

Erkundigt euch also unbedingt nach der Vorgeschichte des Pferdes! Wenn es sich um ein Jungpferd handelt, ist da natürlich weniger Spielraum für schlechte Erlebnisse. Bei meiner Stute kann ich nur einen kleinen Abschnitt ihres Lebens „zurückverfolgen“; mit 6 Jahren wurde sie einem Pferdehändler abgekauft und lebte dann zwei Jahre bei der jungen Reiterin bis sie zu mir gefunden hat. Laut ihrem Pferdepass ist sie durch halb Deutschland gereist… Ich denke jedenfalls, wenn ich mehr über ihre Vergangenheit wüsste, könnte ich ihr Verhalten besser verstehen und nachvollziehen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Internetinseraten gemacht?
Hast du vielleicht auch schon mal ein Pferd verkauft?

Und denkt dran: Augen auf beim Pferdekauf! 😉 Egal wie perfekt alles scheint, sucht nach einem Haken und lasst euch nicht über den Tisch ziehen!

Wenn ihr unsicher seid was die körperliche Verfassung angeht, rate ich euch zu einer Ankaufsuntersuchung. Aber vielleicht besser bei einem Tierarzt „deines Vertrauens“. Oder du fragst deinen Reitlehrer oder andere Pferdeleute, ob sie dich zum Anschauen und Probereiten des Pferdes begleiten.

Viel Erfolg auf der Suche nach dem Traumpferd!

Saga Pferd

Saga Pferd

Ich habe circa 2007 mit dem Reiten angefangen. Seit 2012 habe ich mein kleines Herzenspferd gefunden. Wir sind Freizeitreiter, machen Zirkuslektionen, gebissloses Reiten und probieren alles andere gerne aus! Ich reite ab und zu auch Dressur und Springen auf Schulpferden. Darüber schreibe ich euch hier und auf meinem Blog!
Saga Pferd