Grundsätzlich würde ich bei dieser Frage sagen: nein. Aber es gibt immer Ausnahmesituationen und ich möchte deshalb nicht voreilig urteilen. Mein Shetty bekommt im Winter zwei Mal täglich Müsli und ich werde oft gefragt, warum ich ihr dieses füttere – schließlich “macht das nur dick und Shettys brauchen das gar nicht”! Die (richtige) Pferdefütterung ist ein Thema, mit dem ich mich erst beschäfitge, seitdem ich ein Shetty habe. Generell sollte man bei jedem Pferd vorsichtig sein, denn Pferdemägen sind sehr empfindlich, aber gerade bei den Kleinen ist weniger oft mehr, das stimmt natürlich. Es gilt aber, wie immer, die Ausnahmesituationen zu beachten.


Hier siehst Du, wie groß bzw. klein eine von Lucys Portionen ist.

Warum überhaupt Kraftfutter füttern?

Da Lucy in Hör- und Sichtweite der anderen Pferde steht, kriegt sie mit, wenn diese morgens und abends Futter bekommen. Würde sie keines bekommen, würde dies zu Unruhe führen. Das ist einer der Gründe, weshalb auch sie im Winter morgens und abends eine Portion Müsli bekommt. Der andere sind ihre körperlichen Defizite. Sie hat beispielsweise einen leichten Zinkmangel, weshalb ich ihr Zinkpulver oder -pellets unter das Futter mische. Das würde sie pur im Leben nicht fressen. Zusätzlich bekommt sie Mineralfutter (eines, das für Rehe-Pferde geeignet ist), um generell alle wichtigen Mineralien, die sie nicht über das Raufutter aufnehmen kann, zu erhalten. Auch dieses frisst sie pur leider nicht so gerne. Deshalb mische ich beides mit einer kleinen Hand “gesundem” Müsli/Futter.


Ihr Müsli besteht, wie Du sehen kannst, hauptsächlich aus gehäckseltem Heu/Stroh. Mit auf dem Foto sind auch das Zinkpulver und die Hagebutten.

Was ist wichtig beim Zusatzfutter?

Bei dem Müsli achte ich hauptsächlich darauf, dass es getreide- und melassefrei ist. Optimalerweise ist es auch noch rohfaserreich und wird für hufrehegefährdete Pferde empfohlen. Manchmal bekommt sie noch weitere Zusatzfuttermittel, wie zum Beispiel Brennesseln (im Fellwechsel), Artischoke und Mariensdistel (für die Leber) oder Hagebutten (für das Immunsystem). Nun braucht ein Shetty natürlich, egal wie viel es arbeitet, in der Regel kein “Kraftfutter”, ergo keinen zusätzlichen Energielieferanten neben dem Raufutter. Und das tut Lucys Futter eben auch nicht! Es liefert keine zusätzliche Energie und setzt auch, auf ihre Dosis gesehen, nicht an. Es regt durch die Rohfasern die Kautätigkeit an und die enthaltenen Leinsamen und Schwarzkümmelpellets (die ich ihr übrigens auch schon versucht habe pur zu füttern; keine Chance) sorgen für eine gute Verdauung. Ich habe also das geringste Übel gewählt und das genutzt um die Futtermittel, die sie bekommen MUSS, in sie hinein zu bekommen ;-).

Durch das jährliche Blutbild und das Wiegen habe ich Lucys Gewicht und ihre Werte gut im Blick. Meiner Meinung nach sind beide Dinge auch, mindestens einmal jährlich, bei jedem Pony/Pferd durchzuführen, um zum Beispiel eventuellen Krankheiten vorzubeugen.
Im Sommer bekommt sie übrigens maximal einmal täglich eine kleine Portion Müsli, um die oben erwähnten Zusatzfuttermittel unterzumischen. Neben dem Gras versuche ich immer, ihr Heu anzubieten, leider nimmt sie es nicht ganz so gerne an – klar, ich esse auch lieber Pommes als Gurke 😛

Du siehst: ihre Fütterung ist schon durchdacht. Ich mache das alles nicht “einfach so” und ohne Hintergrundwissen. Das sollte man, wie gesagt, generell nicht tun, aber bei Shettys eben noch weniger. Sicherlich ist gar kein Gras und nur gutes Heu (und Stroh) die beste Lösung, da sind sich – glaube ich – alle Shettybesitzer einig. Manchmal hat man da aber leider nicht die Möglichkeit zu und muss deshalb den bestmöglichen Weg für sich und sein Pony finden.

Fütterst Du Deinem Pony noch etwas zusätzlich zum Raufutter?
Wenn ja; was?

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