Deckhengst De Niro
Deckhengst De Niro

Mit De Niro präsentiert sich ein Ausnahmehengst und absoluter Top-Vererber unserer Zeit. Der Hannoveraner-Hengst wurde 1993 geboren und führt die Rangliste der besten Dressur-Vererber der Weltzüchtervereinigung (World Breeding Federation for Sport Horses, WBFSH) an. Die Lebensgewinnsumme seiner Nachkommen liegt bei über 2,7 Millionen Euro. Hierzu gehören so erfolgreiche Pferde wie Desperados (Kristina Bröring-Sprehe) oder Dablino (Annabel Balkenhol), die ebenso wie ihr Vater regelmäßig mit Grand Prix-Erfolgen von sich reden machen. Insgesamt hat der 1,70 Meter große Rappe rund 1.200 eingetragene Zuchtstuten und über 85 gekörte Hengste hervorgebracht. Wer seine Stute vom Superstar unter den Vererbern decken lassen möchte, muss 1.500 Euro für tiefgefrorenen Samen bzw. 2.200 Euro für Frischsamen investieren.

Eckdaten zu De Niro im Überblick

Geboren 1993
Rasse Hannoveraner
Farbe Rappe
Verband Hannoveraner Verband e.V.
Stockmaß 170 Zentimeter
Züchter Brigitte Pahl, Fockbeck
Besitzer Klosterhof Medingen
Decktaxe 1.200 Euro (Frischsamen)
1.500 Euro (pro Portion Tiefgefriersperma)
Zuchtwert 138 Punkte
Zuchtsicherheit 98 Prozent
Zulassungen Zugelassen für alle deutschen Zuchtgebiete sowie Schweden, Dänemark, Frankreich, Schweiz, KWPN

Leben und Erfolge

Der Niro erlangte erstmals 1995 Bekanntheit, als er sich in der Niedersachsenhalle in Verden als bewegungsstarker Rapp-Hengst mit guter Abstammung (Donnerhall-Akzent II-Wiesenbaum xx-Ferdinand) präsentierte. Der Donnerhall-Sohn erlangte mit seinem ausgeprägtem Schub aus der Hinterhand und seiner Kraft auch die Aufmerksamkeit von Tönne Böckmann und Burkhard Wahler. Sie erwarben den damals zweitteuersten Hengst des 1993-Jahrgangs gemeinsam, denn nicht nur der positive Eindruck, sondern auch die Abstammung hatte die alten Studienfreunde überzeugt. Während Akzent II für Typ und Rittigkeit sorgte, versprach Wiesenbaum XX einen Schuss Vollblut.

Hinzu kamen der berühmte Donnerhall und Ferdinand, der in den 1970er Jahren eine Zuchtgröße gewesen war – eine scheinbar ideale Abstammung von Leistungsträgern. Die nächste Stufe auf der Erfolgsleiter wartete 1997 bei der Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf, als De Niro mit 141,93 Punkten Reservesieger und mit 145,41 Punkten Rittigkeitssieger wurde. In den folgenden Jahren waren die ersten Fohlenjahrgänge heiß begehrt. Bis zu 140.000 DM und später 99.000 Euro wurden zum Teil für einen De Niro-Sohn veranschlagt, zumal der Hengst selbst als Vierjähriger zum Hauptprämiensieger in Oldenburg gekürt wurde. Zum Bundeschampionat war er als Sechsjähriger zwar qualifiziert, diese Station wurde aber ausgelassen. Stattdessen erlangte er ein Jahr später bereits seinen ersten Grand Prix-Sieg. Andere Siebenjährige beweisen sich in S-Dressuren – De Niro spielte unter seinem damaligen Ausbilder Dolf Keller gleich in der Königsklasse mit. Unter seinem Sattel war er dann 2001 auch bei den Deutschen Meisterschaften der Berufsreiter siegreich.

Ein Jahr zuvor hatte er mit seinen überzeugenden Leistungen bereits den Otto Lörke-Preis als bestes Grand Prix-Nachwuchspferd erhalten, bevor er im Jahr danach zum internationalen Grand Prix-Sieger avancierte. Die großen Erfolgsstationen waren der Sieg im Grand Prix und Grand Prix Special in Berlin und Saumur 2002 und der Sieg im Deutschen Dressur-Derby 2003 in Hamburg-Klein Flottbeck. Bald sollten auch die Nachkommen De Niros große Erfolge für sich verbuchen können, wie Dancier, der 2004 Siegerhengst in Verden war, oder Deveraux, der 2007 Weltmeister der sechsjährigen Dressurpferde wurde. Auch deshalb ernannte der Hannoveraner Verband De Niro 2008 zum Hengst des Jahres. 2009 ging die Erfolgsgeschichte der De Niro-Söhne weiter – mit Dablino, dem erfolgreichsten Grand Prix-Nachwuchspferd des Jahres. Da war es nicht verwunderlich, dass De Niro mit 10 in der Grand Prix-Dressur erfolgreichen Nachkommen Platz 5 auf der Top-Vererberliste der Weltzüchtervereinigung im Jahr 2010 belegte. Zwei Jahre später war er bereits der beste Dressur-Vererber weltweit. Er übernahm die Spitzenposition und hält diese bis heute.

Nachkommen des Hengstes De Niro

De Niros Nachkommen sind von Beginn an weltweit begehrt und oftmals sehr erfolgreich auf den internationalen Dressurplätzen. Bereits die ersten Nachkommen zeigten die für De Niro so typischen Merkmale wie das charakteristische Hinterbein, die Dynamik und den kraftvollen Bewegungsablauf. Bis heute hat De Niro eine derartige Vielzahl an sportlich erfolgreichen Pferden hervorgebracht, dass gar nicht alle namentlich erwähnt werden können. Hierzu gehören beispielsweise Daily Pleasure, der De Niros erster Bundeschampion im Jahr 2005 war, oder Del Martino, damaliger Vize-Bundeschampion. Ebenso erfolgreich war Dick Tracy, der 2001 unter Alexandra Bimschas mehrere Grand Prix-Siege erreichte. Als Rekord ist nicht zuletzt das Bundeschampionat 2016 im Gedächtnis geblieben, als 14 Nachkommen von De Niro in Warendorf an den Start gingen.

Auch als Muttervater erweist sich De Niro als absoluter Top-Vererber. Als Beispiel sei sein Enkel Hotline genannt, der in Hannover 2005 Siegerhengst wurde und ebenso sportlich wie züchterisch hochgeschätzt wird. Ein weiterer Nachkomme ist Bretton Woods v. Johnson, ein KWPN-Hengst, der ebenfalls ein De Niro-Enkelsohn ist und 2011 den dritten Platz bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde erreichte. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Namen ist nicht zuletzt Dancier, der zum Siegerhengst gekürt und 2011 für stattliche 315.000 Euro verkauft nach Dänemark wurde.

Zu den sportlich erfolgreichsten Nachkommen De Niros zählen gleich mehrere große Namen des internationalen Dressursports, darunter Dablino, der 2010 Mannschafts-Bronze bei den Weltreiterspielen in den USA gewann. Auch er trug mit dazu bei, dass die Lebensgewinnsumme der De Niro-Nachkommen im Jahr 2011 bereits über eine Million Euro lag. Ein Jahr später nahmen gleich sechs Nachkommen an den Olympischen Spielen in London teil, unter anderem Dablino unter Anabel Balkenhol, Desperados unter Kristina Sprehe und Reservepferd D’Agostino unter Fabienne Lütkemeier. Desperados und D’Agostino wurden 2013 bei der Europameisterschaft Goldmedaillengewinner in der Dressurmannschaft und siegten 2014 als Teil der Deutschen Dressurequipe bei den Weltreiterspielen in Frankreich. Zuletzt machte 2016 Desperados von sich Reden, als er bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Team-Gold und Einzel-Bronze gewinnen konnte.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch international sind die Nachkommen De Niros gefragt und erfolgreich. Hierzu gehören der De Niro-Sohn De Noir, der Siegerhengst in Dänemark war, und Danone I, einer von drei De Niro-Söhnen, die als Mutterstute die Weltmeyer-Tochter Well Done haben. Er wurde zunächst Champion bei der Körung in Schweden, bevor er wieder nach Deutschland zum Klosterhof Medingen kam und seine Erfolgsgeschichte hierzulande fortsetzte. Danone I ist im Grand Prix unter Theresa Wahler erfolgreich und hat sich in züchterischer Hinsicht mit Reservesiegerhengsten hervorgetan, darunter dem Oldenburger Dante Weltino oder dem Hannoveraner Dante de Luxe. Darüber hinaus sind bei den internationalen Turnieren mehrere De Niro-Nachkommen in ausländischen Equipen am Start.

Neben den drei deutschen Pferden nahmen bei den Olympischen Spielen 2012 Delgado unter Beatriz Ferrer-Salat für Spanien, Donnerfee unter Claudia Fassaert für Belgien und als kanadisches Reservepferd Devon L im Sattel von Diane Creech teil. Im Jahr 2015 gewann Delgado sogar Bronze bei den Europameisterschaften in Aachen. Auch der De Niro-Sohn Voice, ein KWPN-Hengst, ist mit seinem Reiter Edward Gal international erfolgreich und längst auf dem Weg in die Weltspitze. Gleiches gilt für Deveraux, der 2007 mit seiner niederländischen Reiterin Miranda Rongen Weltmeister der Sechsjährigen und 2011 mehrfacher Europameister mit Sanneke Rothenberger wurde.

Stammbaum von De Niro

De Niro ♂ Donnerhall ♂
Oldenburger
Dunkelfuchs, 1981
Donnerwetter ♂
Hannoveraner
Rappe, 1977
Disput 
Hannoveraner
Braun, 1967
Melli 
Hannoveraner
Braun, 1972
Ninette 
Oldenburger
Rappe, 1976
P. B. Markus ♂
Oldenburger
Braun, 1963
Negola ♀
Oldenburger
Rappe, 1966
Alicante ♀
Hannoveraner
Braun, 1978
Akzent II 
Hannoveraner
Braun, 1974
Absatz ♂
Hannoveraner
Fuchs, 1960
Wega ♀
Hannoveraner
Rappe, 1968
Wiesenelfe ♀
Hannoveraner
Braun, 1972
Wiesenbaum XX ♂
Englisches Vollblut
Dunkelbraun, 1963
Feldeiche ♀
Hannoveraner
Braun, 1968
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