…Jetzt ist er so richtig da! 

Obwohl einige von uns bei diesem Wetter am liebsten auf der Couch bleiben möchten, fahren wir doch tagtäglich zu unseren Lieblingen bei Wind und Wetter in den Stall, um sie zu bewegen oder einfach nur um nach dem Rechten zu sehen. Ich fahre am liebsten direkt nach dem Büro in den Stall – denn wenn ich mich erstmal auf die Couch gesetzt habe, kann ich diese nach einem langen Arbeitstag nur schwer wieder verlassen. Hat man es endlich durch das Schneegestöber und die glatten Straßen in den Stall geschafft, steht man mit eisigen Fingern im Stall und guckt erstmal, was in der Halle so los ist. Etliche Reiter drehen hier kreuz und quer ihre Runden, auf der Bande liegen Berge aus Abschwitzdecken und manche Pferde buckelt samt Reiter davon, weil sie bei den kalten Temperaturen etwas „knackiger“ werden. Nun stellt sich die Frage, was wir nun tun können um unsere Pferde und auch uns selber im Winter bei Laune zu halten. Ich habe ein paar Tipps für euch, durch die ihr und euer Pferd gut durch den Winter kommt.

1) Gebiss vorwärmen

Kein Pferd mag es besonders gern, wenn man ihm ein eiskaltes Gebiss ins Maul schiebt. Man kann das Gebiss kurz vor dem Auftrensen unter warmes Wasser halten oder man hat einen Taschenwärmer dabei, mit dem man es aufwärmen kann.

2) Geeignete Kleidung

Ein Klassiker ist der sogenannte „Zwiebellook“. Am besten zieht man im Winter mehrere Schichten Klamotten an, diese kann man dann bei Bedarf ablegen. Mehrere Kleidungsschichten übereinander wärmen mehr, als wenige Schichten dicke Bekleidung. Die dicke Winterjacke kann zum Beispiel nach dem Warmreiten im Schritt abgelegt werden und man friert aufgrund der noch verbleibenden Klamotten-Schichten nicht.

Wer bei Schnee und Regen draußen reitet, kommt um geeignete Kleidung nicht herum, wie beispielsweise Textilien aus Gore-Tex. Dieses Material bietet eine wasserabweisende Oberfläche. Über der Reithose kann man bei Bedarf eine Regenhose tragen.

3) Dauerproblem: Kalte Füße

Am besten vergisst man im Winter den modischen Aspekt der Schuhe – warm und wasserdicht sollen sie sein! Thermoreitstiefel sind schon seit vielen Jahren sehr beliebt. Ich persönlich kann Einlegesohlen mit Keramikfaser weiter empfehlen – diese reflektieren die Körperwärme und die Füße frieren so nicht ein. Man sollte aber bedenken, dass man nicht erst mit eiskalten Füßen in die Schuhe mit Einlegesohlen steigt, sonst helfen sie nicht. Außerdem gibt es mittlerweile auch Heizsohlen als Einlage für die Reitstiefel.

4) Gegen eisige Hände

Die Zeiten der dicken Winterhandschuhe, bei denen man kaum guten Kontakt zum Pferdemaul hatte, gehören ebenso der Vergangenheit an wie klamme Finger durch dünne Sommerhandschuhe bei Minusgraden. Ich persönlich verwende am liebsten dünne Unterziehhandschuhe mit Keramikfasern und drüber meine Sommerreithandschuhe. Zum Koppel abmisten dürfen es aber weiterhin die guten alten dicken Winterhandschuhe sein.

5) Gegen den Hallenkoller 

Einigen von euch geht es sicher so wie mir – unter der Woche bekomme ich mein Pferd gar nicht mehr bei Tageslicht zu Gesicht und bin quasi gezwungen, in der Halle zu reiten. Damit weder meinem Pferd noch mir langweilig wird, versuche ich das Training noch abwechslungsreicher als sonst zu gestalten. Ich reite oft mit Stangen (und Babytöpfchen :D) und Pylonen, lege aber auch nicht selten einen Bodenarbeits-Tag ein, in dem wir entweder an Zirkuslektionen feilen oder Horse-Agility-Übungen machen. Das macht Pferd und Reiter Spaß und ist einfach mal was anderes. Am Wochenende versuche ich einen Ausritt oder einen Spaziergang zu machen.

Falls man ein beschlagenes Pferd hat und (wie ich dieses Jahr) den Hufschmied-Termin ein paar Tage zu spät ausmacht und somit noch keine Schneegrips hat, kann man wunderbar Kinderknete als Schneegrip-Ersatz verwenden! Diese wird einfach in den gereinigten Huf gedrückt und los geht’s! Leider hält die Knete nicht besonders lange, sie muss täglich erneuert werden. Aber als Überbrückung bis zum nächsten Hufschmied-Termin ist es eine feine Sache und ein gemütlicher Ausritt ist damit auf jeden Fall drin. Außerdem peppen die knalligen Farben den dunklen Winter gleich ein bisschen auf! Die Knete sollte man allerdings nicht im über Nacht im kalten Stall stehen lassen, sondern lieber mit nach Hause nehmen, denn wenn die Knete gefroren ist, lässt sie sich nicht mehr so gut verarbeiten.

cowgirl at heart

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Ich heiße Ines, bin 23 Jahre alt und wohne in der Oberpfalz. Vor fast 6 Jahren, an meinem 18. Geburstag, habe ich mir meinen Lebenstraum erfüllt: Ein eigenes Pferd! Mein Pferd heißt Le Patron, genannt Mucki und ist ein Englisches Vollblut. Wir reiten Western, machen viel Bodenarbeit und lieben Ausritte 🙂
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