Spat beim Pferd
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Vielen Pferdebesitzern ist der Name der Krankheit durchaus bekannt. Allerdings wirft sie immer wieder einige Fragen auf, wenn der Tierarzt Spat bei deinem Pferd diagnostiziert. Was ist denn Spat überhaupt? Hat mein Pferd Schmerzen und wie kann es behandelt werden? Gibt es die Möglichkeit, es weiter zu reiten und was bedeutet Spat für unsere Turnierkarriere?

Fragen über Fragen, auf die du hier nun Antworten findest!

Was ist Spat und was sind die Ursachen?

Der Begriff bezeichnet keine einzelne Krankheit, sondern ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen im Sprunggelenk des Pferdes. Das sind einerseits Entzündungen im Gelenk, der Knochenhaut oder arthritische Veränderungen sowie eine Entkalkung des Fußwurzelknochens.

Spat beim PferdEs handelt sich dabei um eine chronisch verlaufende Krankheit bei Pferden, die nicht heilbar ist. Allerdings treten die Symptome meistens in Schüben auf, sodass dein Pferd nicht dauerhaft unter Schmerzen leiden muss. Es gibt zwei Arten der Krankheit: der normale Spat bezeichnet Knochenwucherungen an der Innenseite des Sprunggelenks, die aufgrund der Entzündungen gebildet werden. Diese werden Exostosen genannt und verlaufen zackenförmig an den Ränden des Gelenks entlang. Bei dem sogenannten Rehspat treten die Wucherungen an der Außenseite auf. Weiterhin gibt es den osteolytischen Spat, wobei sich die Knochenstrukturen zurückbilden. Mit jeder neuen Entzündung im Gelenk entstehen neue Knochenzuwächse und das Gelenk versteift fortschreitend. Nach einer Zeit, je nach Verlauf des Spats, wird das betroffenene Sprunggelenk komplett steif und das Pferd spürt keine Schmerzen.
Um allerdings den Verlauf von Spat zu verstehen, müssen wir die Anatomie des Sprunggelenks zunächst unter die Lupe nehmen.

Ein Puzzle aus 15 Knochen – das Sprunggelenk

Im Gegensatz zu anderen Gelenken besteht das Sprunggelenk aus mehreren Gelenken, die aus insgesamt 15 Knochen gebildet werden. Dadurch entstehen vier Gelenkspalten, die horizontal verlaufen, wobei die drei unteren nicht für die Beweglichkeit verantwortlich sind. Sie sind wichtige Puffer, die Stoß- oder Drehbewegungen abfangen. Wenn ein Pferd unter Spat leidet, entstehen in genau diesen Gelenkspalten Entzündungen oder knöcherne Veränderungen. Die Ursache für die Erkrankung von Spat ist in den meisten Fällen Überbelastung, wobei damit eine einmalige, enorme Belastung wie bei einem Sturz oder einem Schlag gemeint ist. Außerdem kann eine übermäßige Beanspruchung Ursache sein. Darunter versteht man eine falsche Belastung, wie zu frühes Versammeln oder zu hohe Sprünge. Alle Pferde müssen für solche Anforderungen, wie sie im Sportbereich üblich sind, korrekt vorbereitet sein, damit sie langfristig gesund und leistungsfähig bleiben.

Neben den beiden Hauptgründen können Fehlstellungen eine Spaterkrankung verursachen. Dazu gehört einerseits falsch gepflegte Hufe, die nicht mehr in der Hufachse stehen. Andererseits sind die Gelenke bei einer Fehlstellung in der Beinachse ebenfalls falsch belastet, sodass eine Überbeanspruchung entsteht. Zusätzlich können der Mängel von Mineralien, die die Knochenhärte unterstützen, von Bewegung und damit einhergehendes Übergewicht des Pferdes zu dieser Erkrankung führen.

Was sind die typischen Symptome von Spat?

Der Spat ist beim Pferd eine schleichende Krankheit, die degenerativ ist, also nicht heilbar. Deswegen erkennen Reiter nicht unmittelbar, dass das Pferd eine Entzündung im Hinterbein hat. Während eines akuten Schubes kann dein Tierarzt die Diagnose stellen, weil das Pferd hier eine deutliche Lahmheit zeigt. Zusätzlich ist das Gelenk angeschwollen und fühlt sich warm an. Zu den Untersuchungen des Veterinärs gehören eine Lahmheits- oder eine Spatprobe sowie weitere Maßnahmen wie Röntgen, Ultraschall, eine Arthroskopie oder eine Leitungsanästhesie des betroffenen Beins. Spätestens mit den Röntgenaufnahmen kann der Tierarzt die eindeutige Diagnose Spat stellen.

Wie verläuft eine Behandlung der Erkrankung?

Aufgrund der degenerativen Eigenschaften linderst du die Symptome mithilfe einer Therapie aus entzündungs- sowie schmerzhemmenden Medikamenten. So geht die Schwellung an dem betroffenen Bein zurück und der Schub des Spats wird eingedämmt. Eine mögliche Behandlung, die Entzündung im Sprunggelenk zu bekämpfen, ist die Verabreichung von Hyaloron-Säure. Sie wird mit einer Spritze direkt im Gelenk platziert und optimiert der Nährstoffversorgung im Gelenksknorpel.
Je nach Verlauf des Spats und wie weit er bereits fortgeschritten ist, verabreichen einige Tierärzte Präparate mit Kortison. Dabei spritzen sie die Medikamente direkt in das betroffene Gelenk, woraufhin eine neue Entzündung entsteht. Mit jeder entzündlichen Veränderung schreitet die Verknöcherung des Gelenks voran. Sobald das Gelenk komplett verknöchert ist, ist das Pferd gleichzeitig schmerzfrei.

Für solche Injektionen muss das Pferd in der Regel eine Stand- oder Vollnarkose bekommen und muss nach den Behandlungen einige Tage in einer Klinik bleiben. Im schlimmsten Fall kann sonst eine Therapie zu weiteren Infektionen im Gelenk führen.

Wenn nichts mehr hilft: die Operation des Sprunggelenks

Falls die leichteren Behandlungen nicht ausreichen und dein Pferd weiterhin stark unter den Spatschüben leidet, ist eine Operation eine zusätzliche Therapiemaßnahme. Logischerweise birgt ein operativer Eingriff immer einige Risiken und hohe Kosten. Hilfreich ist hier eine passende Pferde-OP-Versicherung, die die Kosten für die Narkose, den Eingriff sowie für die Klinikaufenthalt teilweise oder sogar komplett übernimmt. Die Konditionen sind bei den Versicherungen variabel und lassen sich individuell gestalten.
Auch hier gilt, dass der Spat nicht geheilt werden kann, allerdings versprechen die Operationen, in denen das Gelenk versteift wird oder der Tierarzt die Spatsehne zur Entlastung des Schleimbeutels durchtrennt, eine schnelle Linderung der Schmerzen.

Wichtige Maßnahme: der Spatbeschlag

Da die entstandenen Arthrosen im Sprunggelenk nicht rückgängig zu machen sind, ist ein passender und korrekter Beschlag besonders wichtig. Manche Pferde können mit der passenden Hufqualität auch barhuf laufen, weil so der Huf Stöße besser abfedert und sie nicht bis ins Sprunggelenk gehen. Jedoch müssen dabei auch die Reitböden für barhuf reiten geeignet sein.
Wenn das Pferd passend beschlagen werden soll, bekommt es einen orthopädischen Beschlag. Dieser wird gemeinsam mit dem Schmied und dem Tierarzt auf der Diagnose abgestimmt.

Zu guter Letzt: Bleibt mein Pferd mit Spat ein Reitpferd?

Sobald bei deinem Pferd Spat diagnostiziert ist, kommt diese Frage auf. Besonders wenn es keinen Schmerzschub hat und keine Lahmheit zu sehen ist, wirkt es so, als ob reiten kein Problem sein sollte. Im Allgemeinen sind Pferde, die Spat haben immer noch Reitpferde! Natürlich muss die Bewegung während einer Schmerzphase angepasst werden und das Pferd nur bewegt werden, wenn es lahmfrei ist. Wenn der Spat so weit fortgeschritten ist, dass das Gelenk teilweise oder komplett versteift ist, spürt das Pferd keine Schmerzen und kann durchaus geritten werden.

Jedoch sollte dir klar sein, dass die falsche oder übermäßige Beanspruchung für die Diagnose verantwortlich ist. Deswegen solltest du mit deinem Tierarzt und deinem Trainer absprechen, wie das richtige Training für das Pferd aussehen soll. Durch die Erkrankung verändert sich das Gangbild und Spat-Pferde laufen meist steifer als andere Pferde. Sie müssen sich oft eine Zeit lang „einlaufen“ und diese Zeit solltest du beim Reiten berücksichtigen. Tiere, die auf Turnieren vorgestellt wurden, können ihre früheren Leistungen im Zweifel nicht mehr liefern, aber sie sind trotzdem tolle Partner im Freizeitbereich!

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Ulrike Seim

Ulrike Seim

Dipl. Ing. agr. Ulrike Seim und für das Pferdemanagement bei der Direktion Wiesbaden für die R+V Versicherung zuständig.
Ulrike Seim