Reining

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Reining – die wohl bekannteste Western Disziplin

Reining ist eine Disziplin aus dem Westernreitsport und wohl auch die Bekannteste in diesem Bereich. Wenn „Nicht-Westernreiter“ an das Westernreiten denken, hat man gleich einen spektakulären Sliding Stop vor Augen.

Dies ist allerdings nur eines von vielen Manövern, die in der Reining vorgeführt werden. Wie so ziemlich alle Disziplinen im Westernsport, ist auch die Reining aus alten Arbeitsweisen der Cowboys und Rancher heraus entstanden. So ist die Reining von Bewegungsabläufen inspiriert, welche die Ranch Pferde bei der täglichen Arbeit absolvieren müssen – natürlich in perfektionierter und versportlichter Form.

Heute ist die Reining als Sport fest etabliert und das nicht nur in dem Entstehungsland, den USA, sondern auf der ganzen Welt. Mittlerweile ist die Reining auch eine Disziplin der Weltreiterspiele und eine anerkannte FEI Disziplin.

Da die Wurzeln des Sports in den USA liegen, werden hierfür auch hauptsächlich amerikanische Rassen verwendet, da diese auch die idealen Voraussetzungen mitbringen. So werden zum Beispiel das American Quarter Horse, American Paint Horse oder der Appaloosa eingesetzt. Vereinzelt sieht man auf Turnieren auch andere Rassen wie zum Beispiel den Haflinger, im Spitzenbereich ist dies jedoch die Ausnahme.

Eine Reining Prüfung wird hauptsächlich im Galopp geritten und dauert ca. fünf Minuten.

Von der NRHA (National Reining Horse Association) gibt es 12 Pattern. Eine Pattern ist eine fest vorgegebene Reihenfolge der Manöver für die zu absolvierende Prüfung. Zu den Manövern gehören der Sliding Stop, bei dem das Pferd aus dem vollen Galopp mit der Hinterhand abbremst und mit der Vorderhand noch weiterläuft, hierzu gehört auch der Rundown, der Sprint hin zum Sliding Stop und der Rollback- eine 180 Grad Wendung nach dem Stop, um im kontrolliertem Galopp den Rundown wieder hoch zureiten. Weitere Pattern sind der Spin (oder Turnaround genannt), eine sehr schnelle Wendung um die Rückhand; fliegende Galoppwechsel; schnelles Rückwerts richten und die Speedcontrol – eine Geschwindigkeitskontrolle von schnellen großen Galoppzirkeln auf kleine langsame Galoppzirkel.

Ziel ist es, die Prüfung einhändig und am angemessen langen Zügel zu reiten. Es bestehen auch Klassen, bei denen man im Bit – also einer normalen Wassertrense, auch zweihändig reiten darf. Außer den Jackpot Klassen (bei Jackpot Klassen wird die Gewinnsumme aus den Startgeldern zusammen getragen) muss aber immer einhändig geritten werden, sobald das Pferd ein Bit trägt. Ein Bit ist ein Gebiss mit Hebelwirkung ähnlich einer Kandare, jedoch nur mit einer Stange und einem Zügelpaar. Das Pferd soll jedoch auf den Neckrein hören, das heißt spüren, wenn der Zügel am Hals angelegt wird und dem Druck weichen, anstelle von Einwirkung auf das Gebiss. Ein gut ausgebildetes Reining Pferd kann also ohne große Probleme eine Prüfung bridleless, also ohne Zaumzeug absolvieren.

Das Pferd muss laut Regelwerk der NRHA immer willig den Befehlen des Reiters nachkommen und darf sich dem Reiter und dessen Hilfen nicht widersetzen. Jeder Schritt eines Reining Pferdes muss somit kontrollierbar sein. Ein Reiner soll auch ohne große Einwirkung des Reiters, brav dessen feinsten Hilfen und Befehlen folgen.

Pferde dieser Disziplin