Die Druse ist eine gefährlich ansteckende Pferdekrankheit, die durch das “Streptococcus equi” Bakterium ausgelöst wird, welches bei einem Pferd den oberen Atmungsapparat, das Lymphsystem und vor allem gezielt die Lymphknoten befällt. Diese Infektionskrankheit überträgt sich sehr schnell von Pferd zu Pferd und erweist sich für die Tiere als sehr schmerzhaft. Sie zeigt sich in verschiedenen Symptomen wie unter anderem schwere Atemnot und kann zudem Folgekrankheiten wie eine Lungenentzündung hervorrufen. Als Infektionskrankheit ist sie bei rechtzeitiger Erkennung in der Regel gut zu behandeln, bleibt jedoch die Behandlung aus, endet die schmerzhafte Erkrankung mit dem Tod des Pferdes.

Merkmale und Ursache der Infektionskrankheit Druse

Die Pferdekrankheit Druse (Coryza contagiosa equorum) stellt sich als eine hoch ansteckende vom Fieber begleitete Infektionskrankheit dar, die in erster Linie zur Entzündung der Schleimhäute im oberen Respirationstrakt (Atmungsapparat) und zur Vereiterung der regionären Lymphknoten sowie zur Ausbildung von Abszessen führt. Verursacht wird diese Krankheit durch den Erreger Streptococcus equi, der sich über das Blut und die Lymphe im Pferd verbreitet. Die Inkubationszeit, also die Zeit von dem Moment der Infektion bis zu dem Ausbruch der ersten Symptome, beträgt in etwa 3 bis 14 Tage. Nach ungefähr 8 Tagen tritt als erstes Symptom ein hohes Fieber auf, das ohne Behandlung bis zu über zwei Wochen anhalten kann. Im Anschluss bildet sich in der Regel eine akute Entzündung der Schleimhäute in der Nase (Katarrh) mit einem grüngelben schleimigen und eitrigen Ausfluss sowie eine Schwellung und Vereiterung der Lymphknoten. Begleiterscheinungen dieser noch leichten Druse sind Husten, Unlust am Fressen und Trinken, Müdigkeit sowie apathische Verhaltensweisen.

Tritt eine hochgradige Nasen-Rachen-Entzündung auf, die ebenfalls von Schleim und Eiter gekennzeichnet ist, sowie eine Schwellung der Kehlgangslymphknoten und eine Vereiterung des Luftsacks, liegt eine schwere Druse vor. Im weiteren Verlauf der Krankheit können auch alle Lymphknoten betroffen sein. Durch das Aufplatzen der mit Eiter gefüllten Lymphknoten kann es auch zu Entzündungen am Kehlkopf, in der Bauchhöhle und in den Muskeln kommen. Breitet sich die Erkrankung auf die Lunge aus, kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Die Lymphknoten können so angeschwollen und schmerzhaft entzündet sein, dass sich der Kehlkopf und die Luftröhre verengen und die Pferde an Atemnot leiden. Im Englischen wird die Drusenkrankheit aufgrund dieser Strangulationswirkung auch oft als “Strangles” bezeichnet. Auffällig halten die Pferde ihren Kopf und Hals gestreckt, um die Atemwege zu entlasten und Luft holen zu können.

In wenigen Fällen können sich die Abszesse auch in anderen Organen wie Leber, Milz, Gehirn, Nieren und Darmlymphknoten zerstreuen. Ebenso können die Bakterien auch das Rückenmark, die Bauchhöhle, die Brusthöhle und das Gehirn befallen, woraus sich verschiedene Folgekrankheiten sowie Komplikationen ergeben und zum Tod des Pferdes führen können. Die Bakterien können des Weiteren auch die Blutfleckenkrankheit Morbus maculosus auslösen, die sich durch Entzündung der Blutgefäße, Blutungsherde, Schwellungen am Kopf und den Beinen, Kreislaufstörungen und Fieber äußern kann.

Verbreitung des Bakteriums Streptococcus equi

Die Druse ist eine sehr kontagiöse Infektionskrankheit, die sich sehr schnell ausbreiten kann. Der Streptococcus equi kann sich sowohl im direkten als auch im indirekten Kontakt zwischen den Pferden verbreiten. Das Bakterium überlebt in der vom Ausscheider kontaminierten Umgebung 4 Tage in der Erde und bis zu 8 Wochen im Wasser, auf Sattel, Zaumzeug und Holz. Das Pferd verbreitet den Erreger zum Beispiel durch Husten, durch die eitrigen Nasensekrete oder die Absonderungen aus den Lymphknoten. Besonders der Eiter enthält einen starken Gehalt an Erregern. Von dem Bakterium kontaminiert werden häufig in der Umgebung das Futter der Tiere, die Ausrüstung der Pferde, die Wasserbehälter, das Pflegezeug oder auch die Einstreu. So können sich die Pferde nicht nur in direktem Kontakt durch Nase und Maul infizieren, sondern auch indirekt, indem sie sich die Tränke und Futtertröge teilen oder auch über das Pflegepersonal als Träger. Auch Fliegen, wie sie häufig im Stall bestehen, können Überträger des Bakteriums sein.

Von der Druse können alle Pferde jeder Altersgruppe befallen sein, jedoch sind jüngere Pferde und Fohlen am Anfälligsten. Die Erkrankung ist unter anderem auch abhängig von dem Immunstatus des Pferdes, der Menge an Erregern in der Umgebung, schwächenden Merkmalen wie Stress, Nährstoffmangel oder anderen Krankheiten des Pferdes sowie einer eventuellen Immunität.

Behandlung und Vorbeugungsmaßnahmen bei Druse

Gibt es Anzeichen für die Druse bei einem Pferd oder sogar mehreren Tieren, ist sofort der Tierarzt zu kontaktieren. In diesem Fall müssen die Tiere auch sofort unter Quarantäne gestellt, von anderen sowie gesunden Pferden getrennt und der Pferdeverkehr unterbunden werden, also eine vollständige Isolierung des gesamten Bestandes.

Die bakterielle Erkrankung kann bei rechtzeitiger Feststellung durch eine Behandlung mit Antibiotika geheilt werden, diese Maßnahme muss allerdings der Tierarzt entscheiden. Die Erreger reagieren sehr empfindlich auf das antibiotisch wirkende Penicillin. Haben sich bereits Abszesse ausgebildet, kann der Tierarzt diese öffnen und somit den Abfluss unterstützen. Durch die Öffnung der Lymphknoten durch den Tierarzt kann eine Eliminierung der Bakterien und eine Abheilung stattfinden. Die starken Schmerzen, unter denen das betroffene Pferd bei dieser Krankheit leidet, müssen gelindert und weitere Komplikationen bzw. Folgekrankheiten verhindert werden. Kann das Pferd nicht mehr atmen, ist unter Umständen ein Luftröhrenschnitt notwendig.

Es ist auch möglich, diese Infektionskrankheit durch eine Impfung komplett zu verhindern. Allerdings wird dies weniger als Prophylaxe, sondern immer als Notfallmaßnahme betrachtet und nur bei akut infektionsgefährdeten Pferden angewandt. Die Impfung gegen Druse hängt von dem Infektionsrisiko des einzelnen Bestandes ab. Weitere Vorsorgemaßnahmen sind beispielsweise die Vermeidung des Kontaktes mit Pferden unbekannter Herkunft und unbekanntem Gesundheitszustand, keine Überbelegung der Ställe oder auch eine Quarantäne Zeit von circa 3 Wochen für alle neuen Pferde.