Sobald die Fütterung eines Pferdes nicht gut geplant ist, schlägt sich dies schnell auf den Pferdekörper nieder. Viele Pferde leiden, meist vom Besitzer unentdeckt, an Magenproblemen. Der Grund dafür ist der besondere Aufbau des Pferdemagens, der unentwegt Magensäure produziert. Diese Säure wird durch Speichel neutralisiert, der logischerweise beim Kauen gebildet wird. Wenn zu wenig Speichel vorhanden ist, steigt die Magensäure auf und verursacht höchstwahrscheinlich eine Magenschleimhautentzündung, eine sogenannte Gastritis, oder im schlimmsten Fall Magengeschwüre.

Aus diesem Grund ist ein gut durchdachtes Management der Fütterung eine wichtige Grundlage für ein gesundes Leben des Pferdes. Sobald ein Tierarzt bei deinem Pferd eine Gastritis oder Magengeschwüre diagnostiziert hat, solltest du schnellstens das Futtermanagement untersuchen und optimieren. Die Antworten zu den relevanten Fragen zum Futtermanagement findest du jetzt hier!

Pferde leben nach festen Strukturen

Im Allgemeinen ist mit dem Futtermanagement die genaue Planung die Futtermenge sowie der Fresszeiten gemeint. Somit kannst du das Fressverhalten deines Pferdes genau im Auge behalten und mit einem optimalen Futtermanagement das Risiko eines Magengeschwürs minimieren.

Die Pferde leben seit jeher in festen Strukturen, nach denen sich ihr Alltag richtig. Dies reicht von einer klaren Hierarchie innerhalb der Herde bis hin zu festen Fress- und Ruhezeiten. Mithilfe eines strukturierten Tages minderst du den Stress für dein Pferd.

In dem ursprünglichen Lebensraum bewegen sich Pferde fast den ganzen Tag in einem langsamen Tempo und sich auf Nahrungssuche. Dabei grasen sie rund 16 Stunden pro Tag. So ist auch der Magen und das Verdauungssystem darauf ausgelegt: Im Vergleich ist der Pferdemagen eher klein und benötigt stets ein kleine Menge Futter, damit das Verdauungssystem gleichmäßig arbeiten kann.

Futtermanagement richtig: 3 W-Fragen beantworten

Grundsätzlich ist es nicht allzu schwierig das Futtermanagement zu optimieren. Wenn du die drei wichtigsten W-Fragen beantwortest, wird dir der Ist-Zustand der Fütterung bewusst und du kannst an einzelnen Stellen Änderungen vornehmen. Ganz gleich, ob dein Pferd an einer Gastritis beziehungsweise einem Magengeschwür leidest oder du vorbeugend das Risiko senken möchtest. Schließlich verbesserst du damit nicht nur die Nährstoffzufuhr bei deinem Pferd, sondern förderst gleichzeitig sein psychisches Wohlbefinden.

Was, wie viel und wie wird gefüttert?

Die Grundlage der Fütterung ist qualitativ hochwertiges, hygienisches Raufutter. Das kann einerseits Heu oder Heulage sein. Dein Pferd frisst täglich rund 1,7 bis 2 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpermasse.
Falls du Sorge hast, dass dein Pferd an Gewicht zunimmt, kannst du ein Heunetz oder einen Slowfeeder verwenden. So können sie nur nach und nach eine kleine Menge aufnehmen und sind zusätzlich deutlich länger mit Kauen beschäftigt. Außerdem kannst du dich für eine energiearmes Futter entscheiden, dass eine feste und langstielige Struktur hat. Zusätzlich zum Fütterung mit Heu oder Heulage dient der Weidegang als weitere Option Futter aufzunehmen und soziale Kontakte zu pflegen.

Im besten Fall steht deinem Pferd rund um die Uhr Raufutter zur Verfügung. Ursprünglich teilen die Tiere ihren Tag in verschiedene Einheiten ein. Dazu gehören 2 bis 3 kurze sowie 2 längere Fresseinheiten. Die natürlichste Haltungsform ist die Offenstall- und Paddockhaltung. Hier steht dein Pferd im Herdenverband, hat soziale Kontakte und kann sich rund um die Uhr ausreichend bewegen.
Außerdem ist es wichtig, dass Pferde kein Kraftfutter auf leeren Magen fressen. Der deutlich höhere Zucker- und Stärkegehalt in vielen Kraftfuttersorten reizt den leeren Magen. Deswegen dient Raufutter als Basis, auf die auch Kraftfutter gefüttert werden kann.

Welches Kraftfutter für Sportpferde?

Logischerweise haben Sportpferde einen höheren Energiebedarf als andere Pferde. Dementsprechend reichen die Nährstoffe, die sie mit dem Raufutter aufnehmen, nicht aus, um den Leistungsanforderungen gerecht zu werden. Achte bei dem Kraftfutter darauf, dass die Basis nicht aus Getreide besteht. Der hohe Gehalt von Stärke und Zucker belastet den Verdauungstrakt unnötig. Eine bessere Alternative ist ein Kraftfutter, dass mit natürlichen Fetten dem Pferde langfristig hochwertige Energie liefert. Außerdem sollte es zum Kauen anregende Rohstoffe enthalten, damit das Pferd beim Fressen ausreichend Speichel produziert.

Um in dem weitläufigen Angebot an Kraft- und Ergänzungsfutter das Richtige für dein Pferd zu finden, braucht einige Zeit. Du musst dich mit den Inhaltsstoffen auseinandersetzen und genau wissen, welche Anforderungen das Futter erfüllen muss.

Mit dem Fütterungskompass kannst du ganz einfach das perfekte Kraftfutter finden! Mit ein paar Angaben zu deinem Pferd erhältst du eine Einschätzung der körperlichen Verfassung deines Pferdes und welches Futter am geeignetsten ist.

Antje Bossig

Antje Bossig

Ich arbeite seit über 10 Jahren bei Pavo und war selbst aktive Turnierreiterin. Ich gebe Pferdebesitzern Fütterungsempfehlungen und betreue darüberhinaus das Marketing von Pavo in Deutschland.
Antje Bossig

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