Der Sommer ist schön, keine Frage. Aber wenn die Temperaturen mal wieder über 30 Grad steigen, mache ich mir nicht als erstes Gedanken darum, wo der nächste Badesee ist, sondern, ob meine Pferde die heißen Tage vertragen. Für alle, denen es ebenso geht, haben wir ein paar Tipps gesammelt, wie ihr euren Pferden durch die heißen Sommertage helft.

Warum Hitze für Pferde so gefährlich ist

Pferde überhitzen zehnmal schneller als wir Menschen. Daher sollte gerade an schwülen Sommertagen beim Training Vorsicht geboten sein. Die Normaltemperatur bei Pferden liegt zwischen 37 und 38 Grad. Wenn diese auf 41 Grad ansteigt, kann die Temperatur in den Muskeln sogar bei bis zu 43 Grad liegen.

Bei so hohen Temperaturen wird das körpereigene Protein zersetzt. Die Folgen? Blutdruckabfall, Koliken und sogar Nierenversagen bei dauerhafter Überhitzung.

Woran erkenne ich eine Dehydration oder einen Hitzschlag bei meinem Pferd

Dehydrierte Pferde wirken ebenso wie dehydrierte Menschen müde und schwach. Viele kennen selbst Kreislaufprobleme bei heißen Temperaturen. Unseren Pferden geht es im Fall der Dehydration nicht anders: Nach der Belastung erholen sie sich nur sehr schwer und langsam. Sie schwitzen sehr stark, schwanken vielleicht sogar beim Gehen. Die Körpertemperatur ist erhöht und der Puls sehr schwach und schnell. Ein kleiner Test kann oft schon einen Hinweis auf eine mögliche Dehydration geben:

Einfach das Pferd in der Schulterpartie in die Haut “kneifen”, so dass sich eine Falte bildet. Wenn sich diese Falte nicht innerhalb von drei Sekunden zurückbildet, kann man davon ausgehen, dass das Pferd dehydriert ist.

Tipps für Pferde bei Hitze

  1. Eine durchgehende Wasserversorgung sicherstellen.
  2. Eigentlich selbstverständlich und sollte am besten vermieden werden: Nicht in der prallen Hitze, z.B. also in der Mittagszeit, reiten.
  3. Das Training besser in die kühleren Morgen- und Abendstunden legen.
  4. Genug Schatten- und Unterstellmöglichkeiten bieten. Wenn diese auf der Wiese nicht gegeben sind: Die Pferde lieber tagsüber im kühlen Stall lassen und nachts auf die Wiese stellen.
  5. Auch Pferde können Sonnenbrand bekommen! Gerade Pferde mit rosa Nase sind gefährdet.
  6. Auch wenn Fliegendecken vor den lästigen Plagegeistern schützen, unbedingt darauf achten, ob sich unter der Decke nicht die Hitze staut. Zur Not die Decke an besonders heißen Tagen weg lassen.
  7. Bei akuten Kreislaufproblemen: Das Pferd sofort aus der Sonne holen, kühl abwaschen (Achtung: Nicht abspritzen! Schockgefahr!) und langsam im Schritt führen. Wenn das Pferd zusammenbricht, auf jeden Fall einen Tierarzt rufen.
  8. Beim Abspritzen zwei Dinge beachten: Die Wassertemperatur sollte nicht mehr als 15 Grad unter der Außentemperatur liegen. “Nur mal kurz die Beine abspritzen” hilft nicht, man sollte sich mindestens 10 Minuten kühlen. Kürzeres Abspritzen hat genau den Effekt, den man eigentlich vermeiden will – das Bein wird warm.

 

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