Cushing Syndrom – Stoffwechsel außer Kontrolle

Anzeige: Zweimal im Jahr stellt der Fellwechsel eine große Herausforderung für den Stoffwechsel unserer Pferde dar. Falls auch Dein Pferd Probleme hat, solltest Du aufmerksam werden. Hier erfährst Du alle zum so genannten Cushing-Syndrom.

Dem 18-jährigen Warmblut-Wallach Jonny fällt  der Fellwechsel dieses Jahr besonders schwer. Viel zu langes, teilweise lockiges Fell schmückt das schmächtige Pferd mit den auffälligen Fettpolstern über den Augen und an der Kruppe. Während seine Stallgenossen über die Koppel toben, steht Jonny oft teilnahmslos am Rand. Schon kleine Anstrengungen bringen ihn trotz der kühlen Temperaturen richtig ins Schwitzen. Jonny‘s Besitzer machen sich große Sorgen um ihren einst so fitten Liebling. Sie entscheiden sich schlussendlich Jonny tierärztlich untersuchen zu lassen. Schnell steht fest, Jonny leidet am Equinen Cushing Syndrom.

Cushing Syndrom – Ein komplexes Krankheitsbild

Eine kleine tumorartige Veränderung an der Hypophyse des Pferdes führt zu einer vermehrten Bildung des Hormons ACTH, welches wiederum die Bildung von Cortisol in der Nebenniere anregt. Normalerweise reguliert ein anderer Botenstoff, Dopamin, durch seinen hemmenden Effekt auf die ACTH Produktion diesen fein abgestimmten Regelkreis. Bei Cushing Pferden sind die dopamin-transportierenden Nervenbahnen geschädigt, die ACTH Produktion an der Hypophyse und in Folge der Cortisolspiegel geraten außer Kontrolle. Mit all den negativen Folgen für den Stoffwechsel.

Cushing – ein ganzer Symptomverband

Neben dem Leitsymptom Hypertrichose (übermäßige Behaarung), zeigt sich Cushing meist durch verminderte Leistungsfähigkeit und starkes Schwitzen ohne nennenswerte Belastung. Viele betroffene Pferde, insbesondere jene mit einer Störung im Zuckerhaushalt, neigen zu Hufrehe. Veränderungen im Fett- und Eiweißstoffwechsel führen zu einer auffälligen Fettumverteilung und zu Muskelabbau. Durch die katabole Stoffwechsellage werden insbesondere die Leber und die Nieren belastet, Polyurie (vermehrter Urinabsatz) und Polydypsie (vermehrtes Trinken) treten häufig auf. Der fehlregulierte Cortisolspiegel resultiert in verminderter Stresstoleranz, Immunsuppression und Fruchtbarkeitsstörungen. 

Eine rasche Diagnose ist entscheidend

Obwohl das Equine Cushing Syndrom in den letzten Jahren stark an Bekanntheit gewonnen hat, denken viele Pferdebesitzer bei den klassischen Symptomen häufig zunächst an banale Alterungserscheinungen ihres Pferdes. In der Folge bleibt bei so manchem Pferd Cushing lange unentdeckt. Die Diagnose Cushing wird durch die Auswertung definierter Blutparameter, insbesondere ACTH und Cortisol, sowie Insulin, Glukose und verschiedener Leberwerte unter Berücksichtigung des klinischen Erscheinungsbildes des Pferdes gestellt. Auf dieser Basis entscheidet der Tierarzt über die notwendigen Therapiemaßnahmen. Wichtig, wenn auch nicht immer einfach, ist die Abgrenzung zum Equinen metabolischen Syndrom. Letzteres betrifft im Kontrast zum Equinen Cushing Syndrom eher jüngere Pferde unter 15 und geht in der Regel meist mit einem adipösen Erscheinungsbild einher.

Maßnahmen für mehr Lebensqualität

Trotz der Tatsache, dass es sich beim Equinen Cushing Syndrom um eine chronisch progressive Erkrankung handelt, lässt sich im Bereich der Ernährungsmedizin und durch weitere entsprechende Maßnahmen, die Lebensqualität, die Vitalität und die Prognose des Pferdes deutlich verbessern.

Ob eine Medikation notwendig ist, muss der Tierarzt individuell entscheiden. Allgemein gilt jedoch:

Die Grundfutterration sollte aus hochwertigem Heu und/oder Futterstroh ad libitum (zur freien Verfügung) bestehen.

Als empfehlenswerte Energielieferanten gelten beispielsweise unmelassierte Rübenschnitzel, Leinsamen und hochwertige Öle. Vor allem bei Vorliegen einer Insulinresistenz oder bei Hufrehe muss die Fütterung von frischem Gras und Müsli (reich an Zucker und Kohlenhydraten) individuell entschieden werden (restriktive Fütterung).

Zur Erhaltung einer gesunden Muskulatur empfiehlt sich die Fütterung hochwertiger und bedarfsgerecht kombinierter Aminosäuren zum Beispiel aus proteinhaltigen Ergänzungsfuttermitteln.

Die besondere Stoffwechsellage bedingt einen erhöhten Bedarf an Antioxidantien und anderen Mikronährstoffen. Die Fütterung einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Kombination von Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen in Form hochwertiger Nutraceuticals ist zur Unterstützung aller Stoffwechselprozesse notwendig und sollte vorgenommen werden.

Die Fell- und Hufpflege, sowie die generelle Belastung, muss den neuen Bedürfnissen angepasst werden. 

Ein neues Pferdeleben

Wie viele Pferdehalter waren auch Jonny’s Besitzer mit der Diagnose Cushing zunächst etwas überfordert. Durch das Ergreifen der entsprechenden Maßnahmen und das Eingehen auf Jonny’s neue Bedürfnisse, ist er heute wieder ein lebensfrohes und weitestgehend beschwerdefreies Pferd.

Hinweis: Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Navalis. Die Firma wird im Artikel genannt und verlinkt.

Dr. Gabriele Alber

Dr. Gabriele Alber

Gründerin und Geschäftsführerin der navalis® nutraceuticals GmbH steht Dir bei Fachfragen gerne zur Verfügung. Unsere kostenlose Beratung steht Dir unter 0711-70707490 zur Verfügung.

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