Hefe für das Pferd – Wann und wie sie mein Pferd unterstützt

Wann macht der Einsatz von Hefe Sinn? Und welche Voraussetzungen sollten gegeben sein?

Womöglich hat schon jeder Pferdehalter einmal den Tipp bekommen, Hefen mit in die Ration seines Pferdes einzubinden. Doch wann macht der Einsatz eines Hefeproduktes überhaupt Sinn und wogegen hilft es?

Das Einsatzgebiet für Hefen sind in erster Linie Darmbeschwerden. Durchfall, Kotwasser oder Blähungen sind offensichtliche Anzeichen für vorliegende Verdauungsprobleme. Meistens gehen diese einher mit Anzeichen eines allgemeinen Unwohlseins des Pferdes, z.B. in Form von stumpfem Fell oder Unrittigkeit. Auslöser ist eine sogenannte Dysbiose. Dieses Wort beschreibt eine Fehlverteilung, eine ungenügende Anzahl oder auch eine zu geringe Qualität der Mikroorganismen in der Darmflora.

Bevor man jedoch zu einem Hefe-enthaltenden Nahrungsergänzer greift, sollte zunächst die Grundversorgung des Pferdes überprüft und gegebenenfalls optimiert werden. Denn selbst das beste Lebendhefeprodukt kann eine mangelhafte Fütterung nicht ausgleichen. Manchmal kommt es jedoch trotz optimaler Grundversorgung des Pferdes mit einer ausreichend bemessenen, qualitativ hochwertigen Heuration, vitaminiertem Mineralfutter oder auch leistungsangepasstem Kraftfutter, zu Darmproblemen. Ursachen hierfür können z.B. die Gabe von Medikamenten (Antibiotika, Wurmkur, etc.) oder auch stressige Situationen sein. Diese zu umgehen, ist praktisch nicht möglich. Mit Hilfe des Einsatzes von Prae- und Probiotika können Pferdehalter den Darmbeschwerden und den dadurch bedingten negativen Auswirkungen effektiv entgegenwirken.

Prae- und Probiotika – wo ist der Unterschied?

Zu den Praebiotika zählen Mikroorganismen, die nicht mehr lebensfähig sind. Die Bekanntesten sind wohl Bierhefe und Biertreber. Der Biertreber besitzt die Eigenschaft, den unangenehmen Geschmack der Hefe zu neutralisieren, weshalb in Pferderationen meistens beides miteinander vermischt wird. Bierhefe besitzt wertvolle Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente, insbesondere Biotin und B-Vitamine, die die Darmbakterien anregen. Die Problematik liegt bei den Praebiotika, insbesondere bei der Bierhefe, in der Dosierung. Eine zu geringe Dosis macht den Wirkeffekt zunichte, während eine Überdosierung die Aufnahme der wichtigen Vitalstoffe Zink, Kupfer und Eisen, durch die in der Bierhefe enthaltene Phytinsäure, hemmt. Die optimale Dosierung für eine vorteilhafte Fütterung ist nur schwer ermittelbar. Zudem ist Bierhefe reich an Vitamin- und Mineralstoffen, welche nicht selten mit denen in der Ration Enthaltenen zu einer Überversorgung führen.

Im Gegensatz zu den nicht lebenden Praebiotika steht die Bezeichnung Probiotika für lebensfähige Mikroorganismen, die aktiv stabilisierend und mehrend auf die Darmflora einwirken. EU-weit ist durch die Futtermittelverordnung ausschließlich eine Lebendhefe als Probiotikum für Pferde zugelassen, „Saccharomyces cerevisiae“. Dies liegt allein daran, dass die positiven Wirkeigenschaften dieses Lebendhefestammes ausreichend erforscht und nachgewiesen sind. Um eventuellen negativen Auswirkungen, z.B. auf Blutzellen, einer Aktivierung krebserregender Substanzen oder die Übertragung von Resistenzfaktoren auf andere Mikroorganismen, durch einen unkontrollierten Einsatz von lebenden Mikroorganismen vorzubeugen, wurde diese Beschränkung vom Gesetzgeber erlassen. Unter dem Begriff „Saccharomyces“ wird die große Gattung der Hefepilze zusammengefasst, welche sich noch in einzelne Hefeklassen gliedert. Dabei ist Hefeklasse nicht gleich Hefeklasse, jede hat unterschiedliche Eigenschaften.

Welche Lebendhefe ist die Richtige?

Nicht alle Lebendhefen der Gattung „Saccharomyces“ sind für die Pferdefütterung geeignet. Weit verbreitet ist immer noch der Einsatz von Backhefen als Probiotika, sowohl des Hefewürfels aus dem Kühlregal als auch des Päckchens Trockenhefe. Die Backhefe gehört zu den Lebendhefen und ist zudem vermehrungsfähig. Kommt es zu einer Vermehrung im Pferdedarm, produzieren die Hefen dabei große Mengen an CO2 und Alkohol, wodurch massive Blähungen oder sogar kolikartige Symptome entstehen. Dies macht sie für die Pferdefütterung gänzlich ungeeignet.

Um durch Gärung verursachte Verdauungsbeschwerden ausschließen zu können, müssen die in der Fütterung eingesetzten Lebendhefen demnach vermehrungsunfähig sein. Diese wird von der Lebendhefe „Saccharomyces cerevisiae“ erfüllt. Die Herstellung dieser Hefe obliegt allein drei Firmen in ganz Europa. Beim Kauf eines Lebendhefeproduktes sollte unbedingt auf die eindeutige Deklaration des Namens sowie auf die Mengenangabe der koloniebildenden Einheiten (KBE´s) geachtet werden, da eine Fütterung nur dann Sinn macht, wenn die Lebendhefe auch in ausreichender Menge enthalten ist.

Wie wirkt die Lebendhefe „Saccharomyces cerevisiae“?

Der Philosoph und Arzt Paracelsus (1493-1541) sprach schon im 16 Jahrhundert davon, dass „der Tod […]im Darm [sitze]“. Und das nicht zu Unrecht. Eine intakte Barrierefunktion der Darmschleimhaut gegen Keime und Krankheitserreger kann nur aufrechterhalten werden, wenn ein ausgewogenes Verhältnis der Mikroorganismen untereinander besteht und ein sogenannter dichter Bakterienrasen vorhanden ist. Da nahezu 80% aller Immunzellen im Darm beheimatet sind, trägt ein intaktes Darmmilieu außerdem zur Stärkung des Immunsystems und somit auch zur Aufrechterhaltung eines gesunden Organismus bei. Durch die Zufütterung von Lebendhefen können die Mikroorganismen deutlich unterstützt werden, da sie für eine vielfach verbesserte Faserverdauung im Darm sorgen. Besonders in Zeiten von Futterumstellungen, Medikamentengaben oder dem An- oder Abweiden ist der Einsatz empfehlenswert.

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Die Lebendhefe „Saccharomyces cerevisiae“ ist Hauptbestandteil des Ludgers N FLORA | PULVERS und bietet somit alle Vorteile eines Lebendhefeproduktes. Bewusst wurde auf den Zusatz von Vitamin- und Mineralstoffen verzichtet, da es ein Ergänzungsmittel zu einer optimierten Ration darstellt, bei der der Bedarf über ausreichende Heumengen in Ergänzung mit Kraft- oder vitaminiertem Mineralfutter gedeckt wird. Auf diese Weise wird ein gezielter Einsatz der gewünschten Darmmikroben-fördernden Wirkstoffe möglich, ohne den Nährstoffhaushalt des Pferdes aus dem Gleichgewicht zu bringen.

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