Ist mein Pferd mit seinem Gebiss zufrieden?

Anzeige: Die Suche nach dem passenden Gebiss bereitet vielen Reitern Kopfzerbrechen. Wir werden euch die wesentlichen Fragen beantworten.

Welche Gebissarten es gibt und wie diese sich voneinander unterscheiden, dazu gibt es bereits einen ausführlichen Beitrag. Daher möchten wir darauf eingehen, wie man das richtige Gebiss findet. Natürlich gibt es nicht nur ein Gebiss, welches in Frage kommt.

Wann benutze ich welches Gebiss?

Grundsätzlich sollte man immer das Ziel haben mit einem normalen Gebiss, wie zum Beispiel einer Wasser- oder Olivenkopftrense zu reiten. Ob ein einfach oder doppelt gebrochenes Gebiss besser ist, findet man am besten durch ausprobieren heraus.

Eine speziellere Gebissform ergibt sich häufig durch steigende Anforderungen in der weiteren Ausbildung von Pferd und Reiter. Hebelgebisse sind beispielsweise sinnvoll, wenn das Pferd sich nach oben entzieht und der Reiter dadurch nicht mehr über die Zunge einwirken kann. Hier sollte aber in jedem Fall der Ausbilder oder ein Fachmann hinzugezogen werden und der Reiter in der Lage sein, feine und unabhängige Hilfen zu geben.

Wieso gibt es so viele verschiedene Arten von Gebissen?

Pferde sind so sensibel und individuell wie wir Menschen. Gebisse dienen als Kommunikationsmittel zwischen Reiter und Pferd und sollten keine falschen oder missverständlichen Signale senden. Deshalb ist es wichtig, die Gebisse an die individuellen und anatomischen Bedürfnisse des Pferdes anzupassen.

Weitere Informationen hierzu findest Du im Beitrag Wie finde ich das passende Gebiss für mein Pferd?

Reiten ist Gefühlssache

Am besten fühlt man es von oben, was das Pferd mag oder eben nicht. Wenn das Pferd vertrauensvoll an die Reiterhand herantritt, sich vom Gebiss abstößt und zufrieden abkaut, sind dies ganz offensichtliche Anzeichen für ein passendes Gebiss. Wünschenswert ist natürlich auch, dass das Pferd angemessen auf die Zügelhilfen reagiert.

Wenn man ein neues Gebiss ausprobiert, kann man dieses meist nicht nach einmaligem Reiten beurteilen. Über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen bekommt man ein Gefühl dafür, ob sich das Pferd mit dem Gebiss wohlfühlt und ob man eine dauerhafte Veränderung feststellt.

Wenn man sich unsicher ist, bietet es sich an, ein Gebiss zum testen auszuleihen. Dies ist natürlich unter Stallkollegen möglich. Wenn die jedoch nicht das Gebiss haben, welches man testen möchte, kann man über die Sprenger Website nach einem Händler mit Testcenter suchen. Es gibt viele Reitsportfachgeschäfte die Sprenger Gebisse in Testcentern anbieten.

Gebiss: Junge Frau mit Schimmel

Pferdegebisse – Die Passform macht den Unterschied

Nicht jedes Gebiss passt zu jedem Pferd. Es gibt kleine Feinheiten, die den Unterschied ausmachen. Es beginnt zum Beispiel mit der richtigen Verschnallung: Ein Gebiss kann nur dann richtig wirken, wenn es korrekt verschnallt worden ist. Gebisse wirken übrigens im Zusammenhang mit dem Reithalfter. Daher ist es wichtig, dass das gesamte Zaumzeug richtig angepasst wird.

Ob die Trense richtig verschnallt wurde, erkennt man an verschiedenen Merkmalen. Die Trense soll sich leicht über die Ohren streifen lassen, jedoch soll das Backenstück nicht schlackern. Zum ersten Backenzahn soll mindestens ein Zentimeter Platz sein, so dass es auch bei Zügelaufnahme nicht mit den Zähnen in Kontakt kommt. Gleiches gilt natürlich ebenfalls für zu tief verschnallte Gebisse, es darf nicht so tief sitzen, dass es an den Eckzahn stößt. Der Trick mit der Falte über dem Gebiss ist gut, allerdings nicht bei jedem Pferd aussagekräftig genug. Je nachdem wie die Maulspalte und vor allem die Lefzen des Pferdes beschaffen sind, kann die Falte zu früh oder zu spät entstehen. Deshalb solltest Du Dich nicht alleine darauf verlassen.

Gibt es Rötungen oder Druckstellen auf der Zunge oder im Gaumen? Es sollte unbedingt regelmäßig ein Blick ins Pferdemaul geworfen werden. Auch am Gebiss selbst kannst Du sehen, ob es richtig passt. Findet man glänzende Stellen im oberen Bereich der Gelenkaugen, so deutet es darauf hin, dass es zu Reibungen am Gaumen kommt.

Auch die Maulwinkel sollten von innen und außen kontrolliert werden. Findet man dort Verletzungen, sind diese meist auf ein schlecht sitzendes Gebiss zurückzuführen. Hier spielt die Gebissweite eine maßgebliche Rolle. Stellst Du Dich vor das Pferd und zieht das Gebiss an den Ringen leicht auseinander, sollte zwischen Gebissring und Maulwinkel 2,5-5mm Platz sein. Bei einer Wassertrense muss der Ring frei durchlaufen können. Keinesfalls darf der Gebissring die Maulwinkel einklemmen. Bei Olivenkopf-, D-Ring oder anderen festen Seitenteilen, sollte man daher das Gebiss eine Nummer kleiner wählen, da hier die Seiten anliegen dürfen. Nur so erzielen diese den gewünschten Effekt seitliche Begrenzung zu bieten.

Gebiss: Pferdegebiss mit zwei Händen rechts und links

Woran merkt man, dass das Gebiss nicht passt?

Als Reiter merkt man schnell, wenn das Pferd unzufrieden ist. „Verkriecht“ es sich oder sperrt das Maul auf, versucht es sich der Zügelhilfe zu entziehen. Anzeichen für Unzufriedenheit sind beispielsweise auch Kopfschlagen, Druckempfindlichkeit oder Zungenprobleme. Solltest Du ein solches Verhalten bemerken, ist es an der Zeit zu handeln. Ein nicht passendes Gebiss wirkt sich in erster Linie auf die Rittigkeit aus, kann allerdings im schlimmsten Fall auch Verletzungen verursachen.

Gründe für ein neues Gebiss

Nicht nur die Unzufriedenheit des Pferdes oder eine schlechte Passform sollten den Reiter veranlassen seinem Pferd ein neues Gebiss zu gönnen.

Auf den ersten Blick weniger sichtbar sind Beschädigungen am Gebiss. Wenn das Gebiss ausgeschlagen ist, das heißt scharfe Kanten an den Ringlöchern oder Gelenken entstanden sind, ist es dringend notwendig das Gebiss auszutauschen. Generell sollte man regelmäßig vor Gebrauch prüfen, ob sich Zahnspuren oder Materialschäden feststellen lassen. Besonders wichtig ist dies bei Kunststoff oder Gummigebissen.

Die Lebensdauer eines Gebisses hängt ganz vom Material und dem Verschleiß ab. Hochwertige Sprenger Gebisse haben durchaus eine Lebensdauer von fünf bis sieben Jahren oder mehr.

Wer macht Gebissanpassungen in Deutschland?

Gebissanpassungen werden von Fachhändlern, Pferdezahnärzten, sogenannten „Bitfittern“ und Vertretern von Gebissfirmen angeboten. Eine zertifizierte Ausbildung hierzu gibt es leider nicht. Deshalb sollte man unbedingt darauf achten, dass der „Berater“ entsprechend erfahren und geschult ist.

Gibt es Hilfestellungen zur Gebissfindung?

Sprenger hat seit einiger Zeit die Broschüre „In 4 Schritten zum richtigen Gebiss“ als kostenlosen Leitfaden erhältlich, in dem alle wichtigen Aspekte berücksichtigt werden.

Die Lehrfilm-Videos und der Sprenger YouTube Kanal sollen eine Anleitung geben, die wichtigsten Probleme und Punkte selbst lösen und beurteilen zu können.

Hinweis: Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Sprenger. Die Firma wird im Artikel genannt und verlinkt.

Deike Bräutigam

Deike Bräutigam

Deike Bräutigam ist seit 5 Jahren im Vertrieb und Marketing der Firma Sprenger tätig und ist Expertin für die Bereiche Steigbügel, Gebisse und Sporen. Als aktive Reiterin und Ausbilderin sitzt sie täglich im Sattel mehrerer Pferde.

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