Sie sollten Ihrem Pferd ein möglichst artgerechtes Haltungsumfeld bieten, damit Sie sich lange an einem gesunden und ausgeglichenen Tier erfreuen können. Wahrscheinlich haben Sie sich schon im Vorfeld über eine geeignete Unterbringungsmöglichkeit für Ihr neues Pferd informiert und vielleicht hat Ihr Pferd sein neues Zuhause auch schon bezogen. Trotzdem sollen hier kurz die gängigsten Haltungsverfahren beschrieben werden. Vorab möchten wir darauf hinweisen, dass in allen Haltungsformen täglich für ausreichende Bewegung zu sorgen ist. Dabei beinhaltet kontrollierte Bewegung, im Sinne von Arbeit und Training, nicht die gleichen Abläufe wie freie Bewegung, also die Fortbewegung im entspannten Schritt und die Möglichkeit, überschüssige Energie und Verspannungen abzubauen. Kontrollierte Bewegung kann die freie Bewegung also nicht vollständig ersetzen, sondern nur ergänzen. Das Pferd hat, als ehemaliges Steppentier, einen hohen Bedarf an Licht und frischer Luft. Es ist auf eine ausgiebige Frischluftversorgung angewiesen, um die großen, leistungsstarken Lungen gesund zu erhalten. Unabhängig von der Rasse verkraften Pferde bei entsprechender Gewöhnung ohne Probleme Hitze und Kälte sowie größere Temperaturschwankungen. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass bei der Unterbringung Ihres Pferdes immer auf sieben Dinge zu achten ist:

Gruppenhaltung

Im Grunde sind alle Pferde, unabhängig von Alter, Rasse, Geschlecht und Nutzungsart für die Gruppenhaltung geeignet und falls sich Ihnen die Möglichkeit bietet, sollten Sie Ihrem Pferd zuliebe diese Haltungsform wählen. Die Gruppenhaltung kann vielfältig gestaltet werden: in einem innen- oder außenliegenden Laufstall, mit oder ohne integriertem Auslauf oder als ganzjährige Weidehaltung mit Unterstellmöglichkeit. Eine der gängigsten Aufstallungsmöglichkeiten ist der Außenlaufstall mit angeschlossenem Auslauf, der auch als Offenstall bekannt ist. Hier werden Ihrem Pferd gute Bewegungsmöglichkeiten, Sozialkontakte, frische Luft und unterschiedlichste Anreize geboten, was sich positiv auf Gesundheit und Ausgeglichenheit auswirken kann. Die Haltung im Offenstall birgt allerdings hohe Managementanforderungen an den Betreiber, um allen Pferden einer Gruppe gerecht zu werden. Sie sollten bei der Suche nach einer geeigneten Unterbringung darauf achten, dass Ihr Pferd schrittweise in die Gruppe integriert wird und bei Bedarf wieder separiert werden kann. Achten Sie außerdem darauf, einen Betrieb für Ihr Pferd zu finden, der sorgfältig geführt wird und bei dem bestenfalls schon ein gewisser Erfahrungsschatz zu finden ist.

Einzelhaltung

Wenn Sie Ihr Pferd nicht in der Gruppe, sondern einzeln halten möchten, bieten sich innenliegende Boxen oder Außenboxen, mit oder ohne Auslauf, an. Zum Wohl Ihres Pferdes sollten auch hier soziale Kontaktmöglichkeiten und Beschäftigung z.B. durch Beobachtung des Umfeldes geboten werden. Das kann durch Kleinausläufe, Außenfenster oder hälftig zu öffnende Boxentüren geschehen, die außerdem frische Luft und Licht in den Stall hineinlassen. Langeweile kann zu Unarten oder sogar Verhaltensstörungen führen und sollte deshalb dringend vermieden werden. Um unnötigen Stress zu vermeiden, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Pferd mit seinen Boxennachbarn verträglich ist. Hochgeschlossene Trennwände sollten nur in Ausnahmefällen, wie Klinik-, Quarantäneställen und Abfohlboxen, installiert sein, und das auch nur unter der Voraussetzung, dass die dort eingestallten Pferde mindestens einen Artgenossen über die Frontseite sehen, riechen und hören können.

Haltung in Eigenregie

Die meisten Haltungsformen mit den dazugehörigen Leistungen (z. B. Füttern, Instandhalten, Misten und Einstreuen) werden von Pensionspferdehaltern oder Pferdesportvereinen angeboten und die Mehrzahl der Pferdehalter nimmt diese Dienste dankend in Anspruch. Stattdessen können Sie Ihr Pferd natürlich auch selbst halten und versorgen. Diese Möglichkeit sollten Sie jedoch nur in Betracht ziehen, wenn Sie über fundierte Kenntnisse im Umgang mit Pferden und ihrer Versorgung verfügen. Die Haltung von Pferden erfordert ein hohes Maß an Zeit und verursacht zum Teil immense Kosten, was von unerfahrenen Pferdebegeisterten häufig unterschätzt wird. Als Alternative bzw. Kompromiss zur Haltung in Eigenregie kommt für Sie vielleicht eine Haltergemeinschaft in Frage: Hier schließen sich mehrere Pferdebesitzer zusammen, erledigen anfallende Arbeiten gemeinschaftlich und können anfallende Kosten teilen.