Ich glaube, das war eines der ersten Male, dass ich ohne Sattel auf Sagas Rücken zu sitzen.

Wie ich zu meinem Pferd gekommen bin, oder wie man beim Pferdekauf eher nicht vorgehen sollte…

Achtung, die nachfolgende Geschichte ist nicht zum Nachahmen geeignet. Es könnte nämlich sein, dass du ein Herzenspferd fürs Leben findest!

Pferdekauf: Auf der Suche nach dem Pferd fürs Leben

Mit 12 Jahren hatte ich es endlich geschafft; ich hatte meine Eltern lange genug überredet; den eigenverantwortlichen Umgang mit Tieren an Wellensittichen und Kaninchen geprobt und „meine Pferdeeltern“ von meinem Verantwortungsbewusstsein überzeugt. Diese hatten meinen Eltern heimlich einen Brief geschrieben, worin sie mir einen Einstellplatz für mein zukünftiges Pferd anboten. Schließlich gab meine Mama an ihrem eigenen Geburtstag im März ihr „ok“. Ich ahnte schon, was sie mir sagen wollte und dann weinten wir alle erstmal vor Freude. Mein allergrößter Traum war plötzlich einfach möglich geworden! Auch heute kommen mir noch Tränen vor Glück!

Noch am gleichen Tag haben wir das Internet und sämtliche Züchter in der Umgebung abgesucht. Ich wollte ein Islandpferd, so viel war klar. Und eine Stute. Obwohl die beim Züchter im Nachbarort etwas teuerer sind. Viele Leute haben mich dann gefragt, welche Farbe mein Pferd denn haben soll. Das kam mir irgendwie so blöd vor! Bei einem Pferd zählt doch der Charakter. Für den Kauf sind dann noch Alter, Gesundheitszustand, sportliche Veranlagung, der Preis und bei Isländern natürlich auch noch die Gänge ausschlaggebend. Aber die Farbe ist doch völlig egal und kann sich ja auch nochmal verändern! Andererseits erinnere ich mich auch noch gut daran, dass ich früher eine sehr große Abneigung gegen Füchse hatte und mir so einer nicht so schnell „in den Stall gekommen“ wäre.

Zufällig haben wir dann im Internet eine Anzeige gesehen: 20 Minuten entfernt sollte eine Isistute verkauft werden. Ein Fünfgänger, bereits auf Meisterschaften angetreten, für einen kleinen Preis, aus Zeitgründen…

Der erste Proberitt

Also haben wir schnell den ersten Proberitt vereinbart: ich sollte auf der Stute einen Ausritt machen, während mich die damalige Besitzerin auf einem zweiten Pferd begleitete. Mit einem sehr scharfe nicht Gebiss, obwohl ich noch nie mit so etwas geritten war. Also stieg ich entsprechend aufgeregt aufs Pferd und -es musste ja quasi so sein- sie ging mir durch, ich konnte sie nicht kontrollieren.

Deshalb doch ein anderes Pferd? Ich hatte einen weiteren Proberitt mit einem anderen Pferd vereinbart. Ein braves, kräftiges Pony, super einfach im Umgang und auch beim Reiten. Zu einfach für mich!

Mir ging die erste Stute nicht mehr aus dem Kopf, daher wollte ich einen zweiten Versuch. Mit einer weichen Trense. Auf einem Reitplatz. Aber nichts davon bekam ich. Ovalbahm mit scharfem Gebiss und wieder durchgegangen…

Der zweite Proberitt

Die Mutter der jungen Besitzerin sagte: „Die wird damit nicht klarkommen!“ Dieser Satz war ihr größter Fehler! Spätestens jetzt war mein Ehrgeiz geweckt und meine Kaufentscheidung so gut wie gefällt!

Dieses Pferd hat mir schon Tränen (sowohl aus Freude und auch aus Verzweiflung) bereitet, da gehörte sie noch gar nicht mir…

Sie weiß noch nicht, ob sie das auch gut finden wird. Aber mittlerweile ist sie da ganz sicher!
Pferdekauf abgeschlossen! Und endlich zuhause angekommen.

Der „Rest“ verlief ganz unkompliziert und schnell. Vertrag unterschrieben, bezahlt, Pferd in den Hänger und dann endlich heim. Dieser Prozess hat nicht mal einen Monat gedauert. Und wie ihr seht, ist es die Fuchsstute geworden, obwohl ich Füchse eigentlich nicht schön finde. Dieses Pferd ist da irgendwie eine große Ausnahme. Ich kann es selbst nicht verstehen…

Wichtig ist aber, dass DU beim Pferdkauf immer nur auf Dein Herz hörst, nie auf das, was andere sagen!

Es ist unvernünftig, ein Pferd zu kaufen, nur, weil man jemandem etwas beweisen will. Es ist unvernünftig, genau das Pferd zu kaufen, was beim Probereiten jedes Mal durchgeht. Und es ist unvernünftig keine Ankaufsuntersuchung vor dem Pferdekauf zu machen.

Ich hatte das größte Glück, aus meiner Unvernunft wurde mein Herzenspferd ❤️ Seitdem hat sie sich übrigens prächtig entwickelt, wird mit jedem Tag ruhiger und entspannter und hat viel mehr Muskulatur aufgebaut. Aber wenn ihr mehr wissen wollt, kommt einfach öfter hier vorbei und lest meinen nächsten Beitrag!

 

Laura Kolb

Laura Kolb

Ich habe circa 2007 mit dem Reiten angefangen. Seit 2012 habe ich mein kleines Herzenspferd gefunden. Wir sind Freizeitreiter, machen Zirkuslektionen, gebissloses Reiten und probieren alles andere gerne aus! Ich reite ab und zu auch Dressur und Springen auf Schulpferde. Darüber schreibe ich euch hier und auf meinem Blog!
Laura Kolb

2 KOMMENTARE

    • Vielen Dank! Ich bin so froh, dass ich mich für Saga entschieden habe und bereue nach anfänglichen Missverständnissen gar nichts mehr! Getreu dem Motto: A smooth sea never made a great sailor! Ich wünsche allen anderen das gleiche Glück wie ich es hatte!

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