Warmes Wetter, grüne Pferdekoppel. Man sieht wieder vermehrt Pferde auf den Wiesen stehen, die zufrieden grasen. Dieses Bild führt auch zu der Frage, ob der Weidegang für das eigene Pferd sinnvoll ist oder nicht. Im Beitrag haben wir einige Tipps dazu zusammengestellt.  

Viele Pferdebesitzer haben Angst, dass sich ihr Pferd verletzen könnte und verzichten deshalb darauf, dieses auf die Koppel zu bringen. Hierbei sollte nicht vergessen werden, woher unsere Pferde ursprünglich kommen, wie der natürliche Tagesablauf und ihre physischen und psychischen Bedürfnisse aussehen. Verletzungen entstehen auch bei reiner Boxenhaltung.
Besonders übermütige Pferde können sich auf der Koppel besser austoben und überschüssige Energie loswerden. Versuchen sie dies in der Box, kann das Herumgetobe zu deutlich schlimmeren Verletzungen führen. Bei der Koppelhaltung kann aus Angst vor Verletzungen auf eine Herdenhaltung verzichtet werden. Hier besteht die Möglichkeit, die Pferde auf getrennten Weiden unterzubringen.

Pferdekoppel
Sicher auf der Pferdekoppel

Weiden täglich überprüfen

Der Aufwand, der mit dem Weidegang bzw. der Weidehaltung einhergeht, sollte nicht unterschätzt werden. Mindestens einmal täglich muss nach den Pferden gesehen werden, um ihren Gesundheitszustand und die Gegebenheiten vor Ort zu überprüfen.
Die Tiere benötigen immer genügend sauberes Wasser und ausreichend Futter. Idealerweise trennt man hier die Weide in Teilstücke ab, somit kann ein Überfressen verhindert werden. Die Weidestücke haben dann Zeit, sich wieder zu erholen, neues Gras kann heranwachsen. Besonders wichtig ist es auch, die Weiden nach giftigen Pflanzen zu untersuchen.

Was ist bei der Weideumzäunung zu beachten?

Gut sichtbar, verletzungs- und ausbruchssicher muss die Umzäunung der Weide sein. Bei der Zaunhöhe sollten die folgenden Maße eingehalten werden:

1. Draht/Litze 2. Draht/Litze 3. Draht/Litze
Kleinpferde 45 cm 75 cm 120 cm Großpferde 50 cm 95 cm 140 cm Springpferde 60 cm 100 cm 160 cm

Als Schutz vor Pferdediebstahl sollte das Weidetor in jedem Fall abschließbar sein. Um Unfälle beim Holen und Bringen der Pferde weitgehend zu vermeiden, sollte es außerdem bequem mit einer Hand zu bedienen sein.

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Welche Haltung ist die beste für mein Pferd?

Stallpferde, die meist 23 Stunden in ihrer Box verbringen, leiden viel häufiger unter Verdauungsproblemen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und sind gegen Schimmelpilze im Stroh oder Heu allergisch. Hinzu kommen schwerwiegende Verhaltensanomalien.
Bei der reinen Stallhaltung ist die Langeweile ein verständlicherweise großes Problem. Koppen, Weben und Holznagen sind die einhergehenden Folgen. Daher ist mindestens eine Kombination aus Weide- und Boxenhaltung zu empfehlen. Die Pferde sind ausgeglichener und weit zufriedener, wenn sie sich ausreichend an der frischen Luft mit Artgenossen bewegen können.

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Sicher auf der Pferdewiese

Wie kann ich mein Pferd (auf der Weide) versichern?

Sollte sich das Pferd so schwer verletzen, dass es stirbt oder eine Nottötung erfolgen muss, leistet die Tierlebenversicherung.
Möchte man sein Pferd hauptsächlich vor Diebstahl schützen, ist eine Jahresdiebstahlversicherung sinnvoll. Diese leistet bei Abhandenkommen des Pferdes im Stall oder auf der Weide. Selbst wenn das Pferd durch einen Blitzeinschlag oder bei einen Brand verletzt oder gar getötet wird, greift die Versicherung. Als drittes ist in jedem Fall die Tierhalterhaftpflicht-Versicherung zu nennen. Diese deckt Schäden ab, die das Pferd Dritten (seinen Artgenossen oder Menschen) zugefügt hat.

Ulrike Seim

Ulrike Seim

Dipl. Ing. agr. Ulrike Seim und für das Pferdemanagement bei der Direktion Wiesbaden für die R+V Versicherung zuständig.
Ulrike Seim

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