Pferdephysiotherapie

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Advertorial

Pferdephysiotherapie: Die Bezeichnung Physiotherapie setzt sich aus den Begriffen physis (griech. die Natur betreffend, körperlich) und therapeia (griech. Pflege, Heilung) zusammen.
Den Körper oder einzelne Körperteile zu bewegen, um daraus therapeutischen Nutzen zu ziehen, ist eine althergebrachte Erkenntnis. Dies belegen Abbildungen aus dem alten Ägypten. Welche u.a. schon Muskeldehnungen darstellen. Doch erst seit dem 19. Jahrhundert wird die methodische Anwendung von Körperübungen zu Heilzwecken praktiziert. Zunächst fand die Physiotherapie Einzug in orthopädische Kliniken. Mittlerweile erstreckt sie sich aber auf nahezu alle klassischen Medizindisziplinen. Wie Neurologie, Chirurgie, Rehabilitation, Sportmedizin etc.

Ziel der Pferdephysiotherapie

Ziel der Physiotherapie ist die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit. Sowie die ökonomische Steigerung der Leistungsfähigkeit des Menschen. Und seit dem vergangenen Jahrhundert auch des Pferdes und anderen Tieren. Da ein Pferd über 215 Knochen verfügt, die zusammen das Skelett bilden. Sowie über 260 Muskeln, welche die Knochen und Gelenke bewegen. Kann sich in diesem System einiges ereignen, was zu Bewegungsveränderungen und –einschränkungen führt. Zudem wird das Pferd heute in der Regel zum Reiten eingesetzt und muss daher neben seinem eigenen Körpergewicht auch das des Menschen und des Sattels tragen. Viele Pferde leiden darüber hinaus – genau wie der Zivilisationsmensch – unter Bewegungsmangel. Hier knüpft die Pferdehpysiotherapie an.

Pferdephysiotherapie: Dehnung der langen Sitzbeinmuskeln
Pferdephysiotherapie: Dehnung der langen Sitzbeinmuskeln

Gesundheitliche Probleme wie Überlastungssyndrome durch einseitige Bewegungen, Muskelverspannungen, Sehnenschwellungen, Gelenkergüsse, Kissing Spines, Arthrosen etc. sind somit vorprogrammiert. Um den Sportpartner Pferd gesund und fit zu halten – ob als Freizeit- oder Hochleistungssportler – bedarf es dem gezielten Gesundheitsmanagement. Aus welchem u.a. die Pferdephysiotherapie nicht mehr wegzudenken ist.

Warum braucht ein Pferd eine physiotherapeutische Behandlung?

Bekanntermaßen gibt ein Pferd keine Schmerzlaute von sich. Deshalb ist jeder Reiter und Pferdebesitzer selbst gefordert, besonders sensibel auf Veränderungen am Bewegungsapparat seines Pferdes zu achten. Taktunreinheiten, Lahmen, den Rücken wegdrücken, verspartes Gehen, Zähneknirschen, Umspringen im Galopp, die Ohren anlegen oder Beißen und Buckeln beim Gurten zeigt das Pferd nicht aus schlechter Laune, sondern weil es Schmerzen verspürt. Die Ausrede „das hat es immer schon gemacht!“ ist dabei keine Entschuldigung. Vielmehr gilt es, nach der Ursache zu forschen. Und diese zu beheben. Bei o.g. Symptomen ist eine physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung mit Sicherheit indiziert. Auch Schul-, Fahr-, Voltigier- und Therapiepferde sollten regelmäßig physiotherapeutisch betreut werden. Da sie besonderen Beanspruchungen standhalten müssen. Häufig werden oder können sie jedoch nicht korrekt über den Rücken geritten.

Pferdephysiotherapie: Mobilisierung des Hals-Brustübergangs
Pferdephysiotherapie: Mobilisierung des Hals-Brustübergangs

Die physiotherapeutische Behandlung beim Pferd

Ebenso wie die Osteopathie wird auch die Physiotherapie mit den Händen ausgeführt.  Am Anfang steht aber der Sichtbefund, d.h. das Pferd wird von vorne, der Seite und hinten begutachtet. Und Asymmetrien wie Beulen, Narben, Karpfenrücken, Beckenfehlstellungen, Hufasymmetrien usw. werden notiert. Anschließend wird das Pferd im Schritt sowie im Trab auf hartem, ebenen Boden vorgeführt. Und der Bewegungsablauf wird genau beobachtet. Huft das Pferd mit der Hinterhand in die Spur der Vorderhufe? Oder tritt es einseitig nach außen? Oder zur Mittellinie? Bügelt oder schnürt es? Heben die rechte und linke Kruppe sich in der Bewegung gleichmäßig an? Treten die Hinterbeine weit genug unter den Schwerpunkt des Pferdes? Nach dem Sichtbefund tastet der Pferdephysiotherapeut die Muskeln, Faszien und das Bindegewebe ab. So registriert er Schmerzreaktionen, Gewebeverquellungen etc.

Dann wird der Bewegungsbefund der rechten und linken Seite ebenso wie der Wirbelsäule erhoben. Festgestellte Einschränkungen werden direkt mobilisiert. Darüber hinaus steht dem Pferdephysiotherapeuten ein Spektrum der physikalischen Therapie zur Verfügung. Dazu zählen beispielsweise Thermotherapie und Elektrotherapie sowie Magnetfeldanwendung und Matrixtherapie.

Pferdephysiotherapie: Behandlung der Hals-Schulterregion mit dem THERZ-matrix Gerät
Pferdephysiotherapie: Behandlung der Hals-Schulterregion mit dem THERZ-matrix Gerät

Diese Maßnahmen werden nach der eigentlichen physiotherapeutischen Behandlung angewandt um die Durchblutung des Gewebes zu verbessern und damit auch den Stoffwechsel zu aktivieren. Oftmals sind die Techniken der Physiotherapie und Osteopathie bei der Behandlung der Muskulatur ähnlich. Jedoch erstreckt sich im Gegensatz zur Physiotherapie, die osteopathische Behandlung auch auf die Gebiete der Wirbelsäulenmanipulation, der viszeralen Strukturen (innere Organe) sowie der Kranio-Sakralen Therapie.

Wenn ihr euch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtet, bieten wir laufend Seminare, Vorträge und Weiterbildungen an.

Beatrix Schulte Wien

Beatrix Schulte Wien

Human- und Pferdeosteotherapeutin, Gründerin und Leitern des Deutschen Instituts für Pferdeosteopathie (DIPO)
Beatrix Schulte Wien

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