Bretone

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Bretone

Beschreibung der Bretone Pferde

Bretone Pferde präsentieren sich als robuste Kaltblutrasse, die in Deutschland nur wenig verbreitet ist, aber in ihrem ursprünglichen Herkunftsgebiet nach wie vor eine bedeutende Rolle spielt.Wie der Name bereits sagt, stammen die Pferde aus der Bretagne im Norden Frankreichs.

Die bereits im Mittelalter existierenden, kräftigen Kaltblüter gehen auf Kreuzungen der einheimischen Bergpferde mit verschiedenen Rassen, darunter ebenso Araber wie Ardenner oder Boulonnais, zurück und sind heute in zwei verschiedenen Typen vorhanden.

Der schwere Schlag der Bretone Pferde, der sogenannte Trait Breton, zeigt sich als schwergewichtiges, kompaktes Zugpferd, das mit dem Petit Trait Breton jedoch auch als kleinere Variante vorkommt. Aus Veredelungen mit britischen Norfolk Hengsten ist hingegen der zweite, leichtere Typ namens Postier hervorgegangen. Deutlich eleganter im Exterieur lassen sich diese ehemals als Wagenpferde für Postkutschen eingesetzten Bretone Pferde optisch mit einem schweren Warmblut vergleichen.

So unterschiedlich beide Rassetypen auch sind, so ausdrucksvoll ist stets ihr Äußeres, denn Bretone Pferde sind in der Regel Füchse oder Rotschimmel mit hellem Langhaar, die nicht zuletzt mit ihrem kupierten Schweif für Aufsehen sorgen. Daneben überzeugen die Kaltblüter aber auch mit ihrer hohen Leistungsbereitschaft und ihrem gutmütigen Wesen, das sie zu einem vertrauenswürdigen Partner für verschiedene Freizeitzwecke macht.

Der schwere Trait Breton eignet sich dabei hervorragend als Zug- und Kutschpferd, während die Bretone Pferde vom Typ Postier mit ihrem dynamischen Trab auch als Reitpferd im Rahmen des Hobbyreitens sowie als Sportpferd für das Fahren zum Einsatz kommen.

 

Exterieur

Größe

Bretone Pferde sind mit einem Gewicht von etwa 700 bis 1.000 Kilogramm vergleichsweise schwere Kaltblüter und erreichen ein Stockmaß von 155 bis 165 Zentimetern. Dies variiert jedoch entsprechend des Typs, denn während der stämmige Trait Breton zu den schwereren und größeren Vertretern der Rasse zählt, präsentiert sich der Postier Breton mit einem deutlich leichteren und trockenen Körperbau bei einer geringeren Größe von um die 1,55 Meter. Für ein Kaltblut elegant in seiner Erscheinung ähnelt der Postier daher eher einem schweren Warmblut.

Gebäude

Der mittelgroße Kopf der Bretone Pferde zeigt sich äußerst ausdrucksvoll und rassetypisch quadratisch geformt. Lang und breit ist hingegen der kräftige Hals, der über die schrägen Schultern und eine tiefe Brust in den straffen und gut bemuskelten Rücken übergeht. Bemerkenswert ist hierbei vor allem die breite, geteilte Kruppe. Zur kompakten, schweren Optik trägt darüber hinaus das Fundament der Bretone Pferde bei, das sich durch kräftige, kurze Röhrbeine, muskulöse Schenkel und starke Gelenke auszeichnet.

Fell und Färbungen

Mit Blick auf die Fellfärbung können alle Farbvarianten auftreten. In der Regel zeigen sich Bretone Pferde jedoch als Füchse oder Rotschimmel, während Braune nur selten vorkommen. Am Kopf und an den Beinen ist zudem die Ausprägung von weißen Abzeichen möglich. Als charakteristisch erweisen sich nicht zuletzt die füllige, leicht gewellte Mähne und der Schweif, der in Frankreich traditionell kupiert wird.

Grundgangarten / Bewegungen / Bewegungsablauf

Aufrecht in ihrer Haltung überzeugen Bretone Pferde mit ihren dynamischen Gangarten. Vor allem der Postier überzeugt zudem mit eleganten und schwungvollen Gängen.

Interieur

Freundlich und umgänglich – Bretone Pferde sind unkompliziert im Umgang und zeichnen sich durch ihre hohe Ausdauer und Arbeitswilligkeit aus. Mit ihrem gutmütigen Charakter und ihrer ausgeprägten Leistungsbereitschaft sind sie stets ein verlässlicher Partner. Wer auf Schnelligkeit verzichten kann, findet in einem Bretonen mit seinem ausgeglichenen Temperament und seiner Mischung aus Ruhe, Kraft und Zugwilligkeit exakt die Eigenschaften, die ein zuverlässiges Freizeitpferd ausmachen.

Zuchtgeschichte des Bretone Pferdes

Ursprung

Bretone Pferde zählen zu den ältesten Pferderassen weltweit und waren bereits im Mittelalter in ihrem ursprünglichen Herkunftsgebiet, der französischen Bretagne, weit verbreitet. Aus Kreuzungen der einheimischen Bergpferde mit orientalischen Rassen wie dem Araber hatte sich ein robustes Reit- und Zugpferd entwickelt, das aufgrund des komfortablen Sitzes im Trab angenehm zu reiten war und lediglich ein Stockmaß von um die 140 Zentimeter aufwies.

Bereits gegen Ende des Mittelalters waren zwei Typen vorrangig, der schwere Sommier und der leichtere, mit eleganten Gängen überzeugende Roussier, ehe im 18. und 19. Jahrhundert Einkreuzungen von Percherons, Boulonnais Pferden und Ardennern zur Erhöhung des Stockmaßes vollzogen wurden. Entscheidender war jedoch die Veredelung der Bretone Pferde mit britischen Norfolk Hengsten und Hackneys, die zur Ausprägung des leicht gebauten Postiers führte. Die nach ihrer damaligen Verwendung als Wagenpferd für Postkutschen benannten Pferde von leichterem Schlag erfreuten sich nicht zuletzt weltweiter Beliebtheit und wurden vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts, etwa bis 1940, in großen Zahlen exportiert.

Daneben war jedoch auch der schwerere Typ der Bretone Pferde, der Trait Breton, erhalten geblieben, der auf die Kreuzung mit Ardennern und anderen Rassen zurückging und noch heute in zwei Typen vorhanden ist, dem schwergewichtigen Trait Breton und dem etwas leichteren und kleineren Petit Trait Breton. Eine geregelte Zucht der Bretone Pferde lässt sich derweil bis in das Jahr 1909 zurückverfolgen, in dem erstmalig ein Stutbuch eröffnet wurde. Neben der Abstammung war für die Genehmigung der Eintragung auch der Zuchtort entscheidend, sodass die Stute aus den Departements der Bretagne oder dem Departement Loire-Atlantique stammen musste.

Zuchtmethodik & Veredelung

Heute ist als Hauptzuchtgebiet der Bretone Pferde nach wie vor die Bretagne maßgeblich, in der etwa die Hälfte der Zuchtgestüte ansässig ist. Die mit der Hengsthaltung beauftragten Staatsgestüte Lamballe und Hennebont organisieren die Verteilung der Deckhengste auf die Stationen und regeln den sich zunehmend verstärkenden Einsatz der künstlichen Besamung. Bei einer geschätzten Population von rund 15.000 Bretonen in Frankreich werden jährlich etwa 10.000 Stuten von mehr als 500 Hengsten gedeckt, wobei im Jahr 2010 knapp 7.000 Zuchtstuten und 711 Deckhengste eingetragen waren. Grundsätzlich sind die Zuchtlinien der Bretone Pferde, Trait und Postier, nicht voneinander getrennt, sodass beliebige Kreuzungen durchgeführt und die Fohlen anschließend entsprechend ihres jeweiligen Typs eingeordnet werden.

Zuchtbücher/ Zuchtverbände

Als Zuchtverband fungiert in Frankreich Le Syndicat des éleveurs du cheval breton, der französische Dachverband für Pferdezüchter der Rasse Bretone Pferde. Dieser organisiert das nationale Zuchtprogramm und führt das Zuchtbuch. In Deutschland existiert hingegen kein eigenständiger Zuchtverband. Allerdings wurde im Jahr 2006 der Deutsche Bretonen Verein gegründet, der sich für die Erhaltung und Förderung der Bretone Pferde einsetzt und in Zusammenarbeit mit dem Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen den Aufbau einer deutschen Bretonen-Zucht anstrebt. Hierzu wird ein vom französischen Zuchtverband genehmigtes Verfahren durchgeführt, in dessen Rahmen Züchter ihre in Deutschland geborenen Pferde bei dem hessischen Verband als Bretonen eintragen lassen können.

 

Verwendung des Bretones

Bretone Pferde werden ebenso als Zugpferd wie im Bereich des Freizeitreitens eingesetzt. Während der schwere Trait Breton nach wie vor als robustes Zug- und Kutschpferd beliebt ist, findet der leichte Postier häufig als Sportpferd Verwendung, zumal er sich durch die einmalige Kombination aus Zugfähigkeit und schwungvollen Gängen insbesondere für den Fahrsport eignet. Daneben kommt er vielfach auch als Reitpferd für Freizeitzwecke zum Einsatz, da er sich durch seinen dynamischen Bewegungsablauf als idealer Traber erweist.

Info

Pferde dieser Rasse