Budjonny Pferde

1505

Budjonny Pferde

Beschreibung der Budjonny Pferde

Budjonny Pferde sind in Deutschland eher selten vertreten, aber in ihrer Heimat umso bekannter – die in den Salischen Steppen im südrussischen Don-Gebiet beheimateten Budjonny Pferde sind sicherlich nicht jedem Pferdeliebhaber ein Begriff, aber stellen in Russland eine der bekanntesten und zugleich jüngsten Pferderassen dar. Das Warmblut mit elegantem Exterieur ist erst seit 1948 als eigenständige Rasse anerkannt und geht in seinem Ursprung auf die Zuchtbestrebungen eines Generals zurück. Semjon Michailowitsch Budjonny ist nicht nur der Namensgeber, sondern auch Zuchtbegründer, denn auf sein Betreiben hin sollte ein schnelles und robustes Kavalleriepferd gezüchtet werden, das später in den Budjonny Pferden seinen Ausdruck fand.

Aus Kreuzungen von englischen Vollblütern und den im Süden Russlands ansässigen Don-Pferden entwickelte sich seit den 1920er Jahren eine Rasse, die sich heute sowohl für das Springen und die Vielseitigkeit als auch Distanzritte und Geländegänge hervorragend eignet. Trittsicher, kräftig und äußerst ausdauernd können sie nicht nur als Freizeit-, sondern auch als Sportpferd zum Einsatz kommen. Nach wie vor werden sie hauptsächlich von den 1921 eigens gegründeten Gestüten rund um Rostow am Don gezüchtet, zumal sie zwar international an Beliebtheit gewinnen, aber weltweit vergleichsweise nur gering verbreitet sind. Wer sich dennoch für die sehr intelligenten und lebhaften Budjonny Pferde entscheidet, wird sicherlich nicht enttäuscht, denn durch ihren hohen englischen Vollblutanteil präsentieren sie sich als elegante Sportpferde.

Das typisch fuchsfarbene Fell mit leichtem metallischem Schimmer tut sein Übriges und lässt die Budjonny Pferde zu stattlichen Prachtexemplaren werden.

Exterieur

Größe

Budjonny Pferde erreichen ein Stockmaß von um die 155 bis 165 Zentimetern und wiegen rund 500 bis 550 Kilogramm. Entsprechend der Zuchtbestrebungen sollte die Widerristhöhe bei Stuten maximal 163 Zentimeter betragen. Bei Hengsten ist eine Größe von bis zu 1,66 Meter vorgesehen.

Gebäude

Mit ihrem harmonischen Gebäude von mittlerem Rahmen präsentieren sich Budjonny Pferde als elegante Sportpferde. Der edle, trockene Kopf zeichnet sich durch ein gerades Profil, große Augen und fein geschnittene Ohren aus, während sich der gut aufgesetzte, lange und schlanke Hals in muskulösen Schultern fortsetzt. Kräftig sind auch die breite Brustpartie sowie der ausgeprägte Widerrist und der Rumpf mit großer Gurtentiefe. Der Rücken ist kurz und gerade, ehe er in einer schrägen, langen Kruppe mündet. Nicht weniger stattlich ist zudem das Fundament, das sich mit langen und trockenen Beinen, einer kräftigen Fesselung sowie harten, gut geformten Hufen zeigt.

Fell und Färbungen

Mit Blick auf die Fellfärbung fällt insbesondere die typische Fuchsfarbe mit metallischem Glanz ins Auge, denn Budjonny Pferde sind meist Füchse mit einem goldenen Schimmer. Ungeachtet dessen kommen aber auch Braune und seltener Rappen sowie Schwarzbraune vor. Bei allen Fellfarben können zudem weiße Abzeichen am Kopf und an den Beinen auftreten.

Grundgangarten / Bewegungen / Bewegungsablauf

Raumgreifend in der Ausführung sorgen Budjonny Pferde mit ihren flachen und harmonischen Gängen für Aufmerksamkeit. Bemerkenswert sind zudem ihr schneller und ausdauernder Galopp sowie das ausgezeichnete Springvermögen.

Interieur

Budjonny Pferde zählen zu den intelligentesten Pferderassen überhaupt und weisen ein lebhaftes, durchaus temperamentvolles Wesen auf. Sie können sich feurig und unumgänglich zeigen, erweisen sich jedoch bei einem richtigen Umgang und einer vertrauensvollen Bindung zum Halter als ausgeglichen, gehorsam und sehr zuverlässig. Darüber hinaus sind Budjonny Pferde stets sehr ausdauernd und äußerst trittsicher.

Zuchtgeschichte des Budjonny Pferdes

Ursprung

Budjonny Pferde sind eine der jüngsten russischen Pferderassen, denn erst seit den 1920er Jahren haben sie sich durch Kreuzungen als eigenständige Rasse herausgebildet. So war es der Kavallerie-Kommandeur und später namensgebende russische Volksheld Marschall Semjon Michailowitsch Budjonny, der das Ziel ausgab, ein perfektes Kavalleriepferd mit besten Eigenschaften für den Armee-Einsatz zu züchten.

Die Bestrebungen nach einem ausdauernden, zähen und schnellen Pferdetyp mit einem kompakten, robusten und mittelgroßen Körperbau sollten sich im Jahr 1921 in der Gründung von großen Staatsgestüten widerspiegeln. Sowohl im nördlich des Kaukasus’ gelegenen Krasnodar als auch in Rostow am Don in der Salischen Steppe wurden auf Anordnung des Marschalls hin Gestüte allein zur Zucht der neuen Rasse aufgebaut. Durch Kreuzungen von ausgewählten Don-Stuten und Chernomor-Stuten mit englischen Vollblütern sowie durch die strenge Selektion und wissenschaftliche Auswahl der bestgeeignetsten Zuchtpferde wurde allmählich ein neuer Pferdetyp geschaffen.

Zu Beginn der 1940er Jahre hatte sich die Zucht der Budjonny Pferde in den Steppen am Don derart gefestigt, dass ein großer Pferdebestand mit zahlreichen Zuchtstuten vorlag, ehe dieser während des Zweiten Weltkriegs zur Sicherheit in weiter entfernte Gebiete hinter den Ural umgesiedelt wurde. Trotz der Kriegswirren konnten die Zuchterfolge bewahrt werden, sodass die Budjonny Pferde bereits 1948 offiziell als Rasse anerkannt wurden und 1951 die Herausgabe des ersten Stutbuchs erfolgte. Zunächst noch als Anglo-Don bezeichnet wurden sie zeitnah zu Ehren ihres Gründers in Budjonny Pferde umbenannt.

Zuchtmethodik & Veredelung

In den folgenden Jahrzehnten erfreuten sich die Budjonny Pferde in der Sowjetunion vor allem als Spring-, Galopp- und Sportpferd großer Beliebtheit. Wurden zunächst noch die drei Rassetypen „schwer“, „mittel“ und „orientalisch“ unterschieden, so nahm allmählich die Zucht von Turnierpferden mit höherem Vollblutanteil zu. Pferde, die den Leistungsansprüchen nicht genügten, wurden strikt von der Zucht ausgeschlossen, zumal sie derart robust sein sollten, dass sie ganzjährig, auch bei schlechten Wetterverhältnissen, in großen Herden leben können.

In den 1990er Jahren änderten sich mit den politischen Verhältnissen auch die Zuchtbestrebungen, denn nun galt es, auch für den Westen taugliche Sportpferde hervorzubringen. Seither ist die Einkreuzung fremder Rassen wieder gestattet, wodurch ebenso Vollblüter wie Araber und Trakehner bei der Zucht der Budjonny Pferde zum Einsatz kommen. Heute haben die meisten Budjonny Pferde einen englischen Vollblutanteil von rund 50 Prozent und stellen in Russland die bekannteste Pferderasse überhaupt dar. Aber auch international werden sie zunehmend beliebter – umso wichtiger, da der weltweite Bestand etwa 9.000 Pferde umfasst und die Population in ihrer Heimat tendenziell rückläufig ist.

Zuchtbücher/ Zuchtverbände

Hinsichtlich der Zuchtmethode sind Fremdbluteinflüsse durchaus erlaubt, denn auch deutsche Warmblüter und Trakehner dürfen eingekreuzt werden. Budjonny Pferde, die den Ansprüchen hinsichtlich Abstammung, Exterieur, Leistung und Rassemerkmalen entsprechen, erhalten als Brandzeichen einen Kaltbrand, bei dem der Jahrgang und die Fohlennummer in der Sattellage eingebrannt werden. Bei Pferden, die aus der Zucht des legendären Gestüts Budjonny in der Nähe von Rostow am Don stammen, erfolgt zudem auf dem Hinterschenkel ein Gestütsbrand durch die Kennzeichnung mit dem kyrillischen Buchstaben B für Budjonny.

Besondere Vererber

Einige Vererber haben sich besonders in den Abstammungslinien niedergeschlagen und zählen häufiger zu den Vorfahren heutiger Budjonny Pferde. Die bedeutendsten Hengstlinien sind heute Saksagan, Islam, Tschimkent und Kodeks sowie Braslet und Rubilnik.

Verwendung des Budjonny

Vielfältig in ihrer Begabung werden Budjonny Pferde heute sowohl für die Dressur als auch das Springreiten eingesetzt. Daneben liegen ihre Stärken aber nach wie vor in der Vielseitigkeit und im Distanzreiten, zumal sie sich durch ihre Geländegängigkeit und hohe Ausdauer hervorragend für lange Ausritte in freier Natur eignen.

Besonderheiten der Budjonny Pferde

Budjonny Pferde haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang und wachsen in Russland seit jeher frei lebend in den weiten Steppen auf. Daher sollten die Pferde ganzjährig mit ausreichend Auslaufmöglichkeit gehalten werden.

Vor allem um die immense Ausdauer der Budjonny Pferde ranken sich mehrere Legenden. So soll der Hengst Zanos mit nur vier Stunden Pause an einem einzigen Tag rund 300 Kilometer zurückgelegt haben.

Empfehlenswerte Links

Informationen zu Budjonny Pferden bietet die Interessengemeinschaft Karabagh und eurasische Pferderassen e.V. auf ihrer Webseite. Wissenswertes finden Interessierte zudem auf dem Informationsportal Die-Pferderassen.de.

Info

Pferde dieser Rasse