Connemara Pony

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Connemara Pony

Connemara Pony

Das Connemara Pony – ein verlässlicher Reitpartner für Freizeit und Sport mit vielseitiger Eignung

Das Connemara Pony ist eine irische Kleinpferderasse, die in der gleichnamigen Region Connemara im Nordwesten Irlands beheimatet ist. Die vielseitig talentierten Ponys mit einem Stockmaß von etwa 140 bis 150 Zentimetern werden bis heute in ihrem heimatlichen Hauptzuchtgebiet, aber auch in ganz Europa gezüchtet und sind als wendige, trittsichere und zuverlässige Reitponys sehr beliebt. Seit jeher wird die robuste Rasse für ihre Genügsamkeit, Widerstandsfähigkeit und Gesundheit geschätzt. Diese positive Eigenschaften haben sich durch das ursprüngliche Lebensumfeld mit harten Bedingungen in der kargen Landschaft des irischen Nordwestens verankert und tragen bis heute dazu bei, dass die leistungsfähige und arbeitswillige Rasse in allen Disziplinen des Reit- und Fahrsports verwendet werden kann.

Neben dem Freizeitreiten, bei dem sich das Connemara als umgängliches Erwachsenen-Reitpony erweist, kommt es auch häufig im Pony-Turniersport zum Einsatz. Hier beweist es vor allem im Springen und in der Vielseitigkeit seine gute sportliche Veranlagung und positiven Reiteigenschaften sowie sein ausgeprägtes Springvermögen und nicht zuletzt seine hohe Geländesicherheit. Auch in Deutschland erfreuen sich die oftmals als Schimmel oder Falben vorkommenden Ponys großer Beliebtheit für das Freizeit- und Turnierreiten oder auch als Kutschpferd vor dem Wagen. Gezüchtet wird die Rasse hierzulande seit Mitte der 1960er Jahre – selbstverständlich unter Einhaltung der Grundsätze des Ursprungszuchtbuchs, das von dem irischen Zuchtverband, der Connemara Pony Breeders Society, seit 1926 geführt wird.

Das Connemara Pony und sein Exterieur – kräftige Ponys mit ansprechender Fellfarbe

Das Connemara Pony erreicht in der Regel ein Stockmaß von etwa 138 bis 153 Zentimetern und soll bei einer Eintragung in das Zuchtbuch eine Widerristhöhe von 128 bis 148 Zentimetern vorweisen. Das Gebäude ist durch einen gut geformten Ponykopf von mittlerer Länge mit freundlichen, großen Augen, guter Ganaschenfreiheit und typischen Ponyohren gekennzeichnet. Die ausreichend lange Halsung ohne übermäßigen Kamm ist tief angesetzt, zum Kopf hin verjüngt und geht in schräge, große Schultern über. Rassetypisch sind außerdem ein ausgeprägter Widerrist, ein Körperbau im Rechteckformat mit guter Rippung und Tiefe sowie eine gut bemuskelte Rückenpartie und eine geschwungene Oberlinie.

Die Hinterhand soll sich kräftig und mit einer leicht geneigten, langen Kruppe zeigen. Kräftig und korrekt gebaut präsentiert sich auch das Fundament mit seinen langen Unterschenkeln und gut ausgeprägten, tief sitzenden Gelenken. Die kurzen Röhrbeine haben einen Umfang von 18 bis 21 Zentimetern. Darüber hinaus sind ansprechend geformte, harte Hufen, mittellange Fesseln und gut ausgeprägte Gelenke erwünscht. Hinsichtlich der Fellfärbung kommen beim Connemara Pony meist Falben in allen Farbvariationen sowie Schimmel und Rappschimmel vor, aber auch Rappen, Braune, nicht aufhellende Schimmel, Palominos oder Füchse treten auf, wenn auch seltener. Nur Schecken bringt die Rasse nicht hervor.

Das Interieur des Connemara Ponys

Mit seinem guten Temperament und seiner hohen Ausdauer ist das Connemara Pony ein zuverlässiger Reitpartner für Erwachsene und Jugendliche. Es zeichnet sich in besonderem Maße durch seine ausgeprägte Härte, Widerstandsfähigkeit, Intelligenz und gute Gesundheit aus. Zu den besonderen Merkmalen des Interieurs zählen nicht zuletzt die beachtliche Tritt- und Geländesicherheit sowie die gute Springveranlagung.

Zuchtgeschichte und Ursprung der irischen Ponyrasse

Das Connemara Pony stammt ursprünglich aus der im Nordwesten Irlands gelegenen Landschaft Connaught und wurde wie alle Ponyrassen in seiner Entwicklung durch harte Lebensbedingungen und karge Umwelt geprägt. Die Heimatregion der alten irischen Rasse liegt in der Grafschaft Galway und ist durch wilde Heide- und Moorgebiete sowie abgelegene Berglandschaften bestimmt. Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte versuchten irische Züchter die Eigenschaften des robusten Connemara Ponys durch Einkreuzungen anderer Rassen zu verbessern. So wurden unter anderem andalusische Hengste eingekreuzt, die im 16. Jahrhundert nach dem Untergang der spanischen Armada in Nordwestirland verblieben waren. Später kamen auch importierte Andalusier und Araber sowie in den 1940er Jahren das Irish Draught Horse zum Einsatz, um die heimische Pferderasse zu veredeln – nicht immer mit dem gewünschten Erfolg.

Ungeachtet der Zuchtentwicklung spielte das Connemara Pony stets eine bedeutende Rolle im Alltag der armen Landbevölkerung, denn mit seiner Arbeitswilligkeit, Geschicklichkeit und Trittsicherheit eignete es sich hervorragend als Arbeitspony vor dem Wagen. Es wurde im Straßenbau und insbesondere in der Landwirtschaft eingesetzt, bot sich aber ebenso für Reitzwecke an und wurde daher zur Grundlage für die Zucht von Huntern. Die neben der Reinzucht gängige Kreuzung mit englischen Vollblütern bringt bis heute besonders springtalentierte Pferde hervor und war bereits äußerst erfolgreich, wie die international bekannten Springpferde Stroller, Milton und Dundrum zeigen.

Im Wissen um die positiven Eigenschaften der Ponyrasse gründete sich 1923 die Connemara Pony Breeders Society, um die Zucht weiterzuentwickeln. Der Zuchtverband gab erstmals 1926 ein Stutbuch heraus, das zunächst auch Kreuzungen mit anderen Rassen erlaubte. Neben einer gründlichen Selektion wurden in geringer Zahl Anpaarungen von besonders rassetypischen Stuten mit Irish Draught- und Vollblut-Hengsten durchgeführt, um Gebäude und Reiteigenschaften zu verbessern.

Zuvor waren im 19. Jahrhundert auch Welsh– und Berber-Hengste kurzzeitig eingekreuzt worden – ein Einfluss, der bereits Mitte des 20. Jahrhunderts kaum noch zu vernehmen war. Im Jahr 1964 wurde das Stutbuch geschlossen, sodass nur noch eine Eintragung von Ponys erfolgen darf, deren Eltern bereits registriert sind. Auch in Deutschland ist das Connemara Pony wie im übrigen Europa seit Mitte der 1960er Jahre zu Hause. Die vielseitig talentierte Ponyrasse wird von Züchtern aus dem gesamten Bundesgebiet gezüchtet, zum Teil in Stammzuchten, die bereits seit mehr als 40 Jahren bestehen. Im Jahr 2015 waren 315 Stuten und 60 Hengste in das Zuchtbuch eingetragen. Damit hat sich der Bestand seit dem Jahr 2000 etwas verringert, ist aber nach wie vor stabil.

Das Connemara Pony ist vielseitig einsetzbar

Seit vielen Jahren wird das Connemara Pony als vielseitig verwendbarer Reitpartner geschätzt, der in allen Disziplinen des Reit- und Fahrsports eingesetzt werden kann. Es ist besonders gut für den Jagd-, Spring- und Vielseitigkeitssport geeignet, wo es sein gutes Galoppiervermögen unter Beweis stellen kann, und erweist sich als äußerst sicheres Geländepferd. Darüber hinaus zeigt das Connemara Pony einen schwungvollen Trab sowie einen guten Takt und Raumgriff. Die hervorragende sportliche Veranlagung macht die Rasse seit Jahren zu einer etablierten Größe im europäischen Ponysport. Vor allem in den Disziplinen Springen und Vielseitigkeit ist das Connemara Pony ein beachtliches Sportpferd, das häufig bei Pony-Meisterschaften zum Einsatz kommt. Neben dem Turniersport und den klassischen Reitdisziplinen ist aber auch die Verwendung für das Westernreiten und Fahren sowie für das Freizeitreiten Erwachsener weit verbreitet.

Besonderheiten des Connemara Ponys

Die irische Ponyrasse trug in der Vergangenheit mit ihrem positiven Zuchteinfluss zu größten sportlichen Erfolgen bei. Zu nennen ist vor allem der irische Hunter-Hengst Stroller, der einen hohen Anteil an Connemara-Blut in sich führte und 1968 im Einzelspringen der Olympischen Spiele in Mexiko eine Silbermedaille errang. Trotz eines Stockmaßes von nur 145 Zentimetern meisterte er die Hindernisse mit Bravour. 1970 übertraf sich der Hunter noch einmal selbst – er wurde ohne Fehlerpunkte Sieger des Deutschen Spring-Derbys, eine der schwersten Springprüfungen weltweit. Erst 1986 verstarb das Ausnahmetalent mit 36 Jahren.

Das Connemara Pony ist ein guter Futterverwerter und eignet sich hervorragend für die Offenstallhaltung, die sich immer weiter verbreitet und nicht zuletzt für die robuste irische Ponyrasse empfiehlt. Durch die harten Umweltbedingungen in ihrer Heimat haben die Ponys gelernt, mit Bedingungen aller Art, zur Not auch mit kargem Boden, auszukommen. Daher sind ein zugfreier, trockener Unterstand, ausreichend lange Weidegänge und das nötige Maß an Pflege vollkommen ausreichend für das Wohlbefinden der genügsamen Rasse.

Pferde dieser Rasse