Dales Pony

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Dales Pony

Dales Pony

Beschreibung der Dales Ponys

Mit dem Dales Pony präsentiert sich eine große Ponyrasse aus Nordengland, die aus dem östlichen Teil des Pennine-Gebirges an der Grenze zu Schottland stammt und insbesondere mit ihrer immensen Ausdauer und Stärke für Begeisterung sorgt. Gutmütig und trittsicher, aber vor allem robust, kräftig und extrem ausdauernd sind es seit jeher diese Eigenschaften, die das Dales Pony so beliebt machen – zunächst als reines Lasttier, heute als Freizeit– und Reitpony. Ursprünglich gezüchtet wurde es dabei als Packpferd für den Transport höchster Lasten, denn für die im rauen Norden Englands weitverbreitete Bleiindustrie mit ihren zahlreichen Minen waren reine Arbeitstiere von Nöten. Mehrere Hundert Kilogramm Bleierz und schier endlose Kilometer bis zu den Häfen – für ein Dales Pony im 18. und 19. Jahrhundert zählte diese Aufgabe zum alltäglichen Arbeitseinsatz.

Deutlich vielseitiger zeigt sich hingegen die Zuchtgeschichte der Ponies, denn nachdem sie aus der Kreuzung von schottischen Galloways und einheimischen Pennine-Ponys als eigenständige Rasse entstanden sind, wurden noch mehrere weitere Pferderassen zur Veredelung eingesetzt. Ob Norfolks, um ihre Eignung für den Trabrennsport zu verbessern, oder Clydesdales zur Zucht von Packwagenpferden, das reinerbige Dales Pony war in seinem Bestand bedroht, zumal es in den Weltkriegen als Armeepferd Verwendung fand. Umso erfreulicher waren schließlich die Neuorganisation des englischen Zuchtverbandes 1964 und die einige Jahre später erfolgte Schließung des Zuchtbuches. Seither ist die Population nach wie vor gering, aber durch die ausschließliche Reinzucht gesichert – sicherlich zur Freude zahlreicher Pferdefreunde, die das Dales Pony als Reit-, Wagen- und Distanzpferd schätzen. Als Gewichtsträger ist es zudem eine der wenigen Ponyrassen, die auch Erwachsene mühelos tragen können.

Exterieur

Größe

Das Dales Pony zählt zu den größeren Ponyrassen und zeichnet sich durch ein Stockmaß von etwa 135 bis 147 Zentimetern aus. Entsprechend des Rassestandards wird eine Größe von 1,42 bis 1,46 Meter angestrebt.

Gebäude

Der im Vergleich zum kompakten Körper eher kleine, ponyhafte Kopf besticht durch sanfte, wache Augen, kurze und spitze Ohren sowie den lang ins Gesicht fallenden, glatten Schopf. Gut gebogen, kräftig und mit üppiger Mähne präsentiert sich der Hals, der in kräftige, schräge und tief liegende Schultern übergeht. Das muskulöse, stämmig wirkende Gebäude zeichnet sich durch seinen kompakten Körperbau, eine tiefe Brust und eine gut bemuskelte Kruppe aus. Ebenso von kräftiger Statur ist beim Dales Pony auch das Fundament mit seiner starken, vergleichsweise langen Hinterhand, geraden und trockenen Röhrbeinen sowie breiten und robusten Gelenken.

Fell und Färbungen

Das typische Dales Pony ist ein Rappe oder schwarzbraun gefärbt. Daneben sind aber durchaus auch Schimmel, kastanienbraune oder graue Fellfärbungen möglich. Abzeichen sollen nur in geringem Maße auftreten, sodass allenfalls helle Markierungen als Stern oder Schnippe am Kopf sowie weiße Fesseln an den Hinterbeinen gestattet sind. Als besonders markant erweisen sich nicht zuletzt die lange, prachtvolle Mähne, der opulente Schweif mit glattem, bodenlangem Haar sowie das seidige Haar an den Beinen, die sogenannten Federn.

Grundgangarten / Bewegungen / Bewegungsablauf

Der taktreine Bewegungsablauf zeichnet sich beim Dales Pony durch gerade und leichtfüßige Aktionen mit reichlich Vorwärtsschub aus der Hinterhand aus. Die Gänge sind raumgreifend und energisch mit hervorragender Aktion der Vorhand.

Interieur

Das Dales Pony ist in der Regel ein sehr ausgeglichenes und verlässliches Pferd, das sich mit seiner hohen Ausdauer und seinem freundlichen Wesen auch für Kinder bestens eignet. Umgänglich, intelligent und ruhig – die kleinen, englischen Pferde sind gutmütige Ponys, wie sie im Buche stehen, zumal sie sich fleißig und bewegungsfreudig zeigen.

Zuchtgeschichte des Dales Pony

Ursprung

Das Dales Pony stammt aus den östlichen Tälern des Pennine-Gebirges hoch im Norden Englands an der Grenze zu Schottland. Herausgebildet hat sich die Rasse durch die Kreuzung von schottischen Galloways mit einheimischen Pennine-Ponys, die sich vermutlich aus Keltenponys und bereits zur Römerzeit nach England gebrachten niederländischen Pferden entwickelt hatten. Entscheidend für die Entstehung des Dales Ponys war vor allem die seit jeher örtlich beheimatete Bleiindustrie, die den Einsatz von robusten Packpferden erforderlich machte. Angefangen bei Bleierz bis hin zu Brennmaterialien wurden allerlei Güter von freilaufenden Tragpferden zu den Häfen an der Küste oder den zahlreichen Minen transportiert.

Im Laufe des 17. Jahrhunderts bildete sich schließlich die Meinung heraus, dass schottische Galloways besonders gut geeignet seien, sodass mehrere Zuchtstätten zur Kreuzung mit heimischen Pennine-Stuten gegründet wurden. Der ausgewählte, größte und kräftigste Nachwuchs der gemischten Zuchtherden erwies sich schnell als ideales und leichtfuttriges Packpferd mit gesunder Konstitution und positivem Temperament. Daher wurden die schottischen Galloways sowohl im Zuge der Packarbeit als auch in der Zucht allmählich durch die neu entstehende Rasse, das Dales Pony, ersetzt.

Ausdauernd, mutig und trittsicher – durch den züchterischen Erfolg standen nun Ponys zur Verfügung, die sich aufgrund ihrer eisernen Stärke und Robustheit bestens für die harte Arbeit als Tragpferd eigneten. Das Dales Pony transportierte dabei alleine um die 200 Kilogramm über 100 Meilen in der Woche durch raues und schroffes Bergland und wurde später auch vielfach in den Eisen- und Kohleminen im Nordosten eingesetzt.

Daneben waren die Ponies aber auch als Reit- und Arbeitspferd auf den Farmen sehr beliebt, zumal sie ebenso bis zu eine Tonne problemlos ziehen wie auch aufgrund ihres umgänglichen Wesens Schafe hüten oder mit auf die Jagd gehen konnten. Nicht zuletzt dienten sie im 18. und 19. Jahrhundert der britischen Armee als Artillerie- und Packpferd und fanden durch ihre Wendigkeit und ihr schnelles Tempo bei Trabrennen Verwendung. Diese erfreuten sich auch bei den Farmern immer größerer Beliebtheit, wodurch das Zuchtziel ausgegeben wurde, dem Dales Pony einen spritzigeren Trab und energischere Aktionen im Bewegungsablauf zu verleihen.

Hierzu erfolgte die gezielte Einkreuzung von Norfolk und Yorkshire Roadstern, die damals schnellsten und kräftigsten Traber. Vor allem zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm jedoch auch der Bedarf nach Wagen- und Kanonenpferden zu, sodass Clydesdales eingekreuzt und Packwagenpferde für die Städte gezüchtet wurden.

Zuchtmethodik & Veredelung

Auch dieser Umstand trug neben der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert dazu bei, dass sich 1916 die Dales Pony Society gründete, um den Fortbestand der Rasse als reinerbige Dales Ponys zu sichern und das erste Stutbuch zu eröffnen. Ihr Bemühen sollte jedoch beinahe scheitern, denn die Ponies kamen während beider Weltkriege als Armeepferd zum Einsatz und wurden daher enorm in ihrem Bestand dezimiert. Nur einige wenige Rassevertreter kamen nach dem Zweiten Weltkrieg in die Hände von ambitionierten Züchtern, die sich 1964 in der neu organisierten Dales Pony Society zusammenschlossen. Das neu eröffnete Zuchtbuch umfasste in den folgenden Jahren eine stetig wachsende Zahl an registrierten Ponies und wurde 1971 geschlossen. Seither zeichnet sich der Bestand der fortan in Reinzucht gezüchteten Dales Ponies durch eine gleichbleibend gute Qualität aus.

Zuchtbücher/ Zuchtverbände

In Großbritannien wird die Einhaltung des Rassestandards nach wie vor von der Dales Pony Society überwacht, die das Zuchtbuch über den Ursprung der Rasse führt. In Deutschland besteht ein Filialzuchtbuch, das durch den Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen e.V. betreut wird.

Verwendung des Dales Ponys

Das Dales Pony ist ein vielseitig einsetzbares Freizeitpony, das nicht nur von Kindern, sondern als Gewichtsträger auch von Erwachsenen geritten werden kann. Es wird ebenso zum Fahren wie als Reitpony verwendet und macht darüber hinaus auch bei Distanzritten und Trekkingtouren eine gute Figur.

Besonderheiten

Wer ein Dales Pony sieht, dem kommt unweigerlich eine weitere englische Ponyrasse in den Sinn – das Fell Pony. Zweifelsohne ist die äußere Ähnlichkeit kein Zufall, denn beide Rassen sind genetisch eng miteinander verwandt und stammen aus demselben Herkunftsgebiet. Während das Dales Pony auf der östlichen Seite der Pennine-Gebirgskette verbreitet war, stammen die verwandten Ponies aus den westlich gelegenen Tälern.

Pferde dieser Rasse