Deutsches Reitpferd

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Deutsches Reitpferd

Deutsches Reitpferd

Deutsches Reitpferd ist keine Bezeichnung für eine eigenständige Pferderasse, sondern ein Oberbegriff für sämtliche in Deutschland gezüchteten Warmblutpferde, die verschiedenen Rassen angehören. Die Warmblutzucht ist deutschlandweit nach wie vor stark regional organisiert. Zugleich gibt es einige Konsolidierungsbemühungen der verschiedenen Zuchtverbände, die sich auch in der Kreuzung von verschiedenen Warmbluttrassen widerspiegelt. Durch diese Maßnahmen und den Umstand, dass sich die Zuchtziele der einzelnen Rassen oftmals ähneln, ist eine äußerliche Annäherung der Warmblutpferde zu verzeichnen. Allgemein formuliert haben sich die Zuchtverbände darauf verständigt, dass sich das Deutsche Reitpferd als ebenso großliniges, korrektes und edles wie gesundes und fruchtbares Pferd zeigen soll. Angestrebt werden raumgreifende, schwungvolle und elastische Bewegungen. Aufgrund seines Charakters und Temperaments sowie seiner Rittigkeit soll es sich für Reitzwecke aller Art eignen. Diesem gemeinsamen Rahmenzuchtziel haben sich alle Zuchtverbände verpflichtet.

Der Oberbegriff Deutsches Reitpferd umfasst folgende deutsche Warmblutrassen:

Darüber hinaus sind einige Rassen des Deutschen Reitpferdes in andere Rassen aufgegangen und werden daher nicht mehr eigenständig gezüchtet. Hierzu gehören folgende Rassen, die im Deutschen Sportpferd aufgegangen sind:

Außerdem ist das Hessische Warmblut im Hannoveraner aufgegangen und wird daher nicht mehr separat gezüchtet.

Das Exterieur des Deutschen Reitpferdes

Je nachdem, welcher Rasse das Deutsche Reitpferd angehört, kann es sich mit allen Fellfärbungen und verschiedenen Zeichnungen präsentieren. Vertreten sind alle Grundfarben wie Rappe, Brauner, Schimmel oder Fuchs. Darüber hinaus gibt es auch Lichtfüchse oder Schecken sowie alle bekannten Abzeichnungen an Gesicht und Bein, je nach Rasseursprung. Das Stockmaß des Deutschen Reitpferdes liegt in der Regel zwischen 158 und 170 Zentimetern. Darüber hinaus zeichnet es sich durch die typischen Merkmale des Exterieurs eines Warmbluts aus. Daher sind für die Züchtungen ein ausdrucksvoller Kopf mit großen Augen, ein mittellanger Hals und kräftige Gelenke charakteristisch.

Die wichtigsten Merkmale des Exterieurs im Überblick

  • Stockmaß von 158 bis 179 Zentimetern
  • alle Grundfarben und Zeichnungen möglich
  • typische Merkmale des Warmbluts
  • ausdrucksvoller Kopf

Das Interieur – das Deutsche Reitpferd ist ein Allrounder mit guten Reiteigenschaften

Mit seiner Intelligenz und seinem sanften Wesen ist das Deutsche Reitpferd ein perfekter Allrounder für Reitzwecke jeglicher Art. Die Warmblutrassen gelten als ebenso willig und leistungsstark wie sehr ausdauernd und sind vielseitig einsetzbar, sowohl im Springen und in der Dressur als auch in der Vielseitigkeit oder beim Fahren. Ob im Turniersport oder im Bereich des Freizeitreitens, sie erweisen sich als treue Begleiter für Reiter auf jedem Niveau. Nicht nur erfahrener Reitprofis, sondern auch Anfänger finden im Deutschen Reitpferd einen geeigneten Partner, der ihrer individuellen Befähigung Rechnung trägt.

Die wichtigsten Merkmale des Interieurs im Überblick

  • intelligent und vielseitig einsetzbar
  • für Reitzwecke aller Art
  • leistungsstark und willig
  • sowohl für geübte Reiter als auch Anfänger geeignet

Zuchtgeschichte und Herkunft des Deutschen Reitpferds

Der Oberbegriff Deutsches Reitpferd wurde in den 1970er Jahren von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) eingeführt. Ursprünglich waren die Zuchtgebiete der verschiedenen Rassen deutlich voneinander abgegrenzt. Jede Region widmete sich der Zucht ihrer jeweiligen Rasse, die sich als das für die eigenen Bedürfnisse und die jeweiligen Umweltbedingungen am besten geeignete Pferd erwies. Im Zuge des gemeinsamen Interesses, die Zucht auf den Sport auszulegen, insbesondere im Bereich Springreiten und Dressur, erfolgte ein zunehmender Austausch von Pferden, die in der jeweils anderen Zucht eingesetzt wurden. Als Beispiel seien die diversen Vollblut- und Trakehnerhengste genannt, mit denen verschiedene Warmblutzuchten veredelt wurden. Oftmals erhielten Hengste aus einem Zuchtgebiet auch die Zulassung zur Zucht in anderen Regionen. Als Konsequenz aus dieser gestiegenen Zusammenarbeit entschloss sich die FN im Jahr 1973 offiziell dazu, den Oberbegriff Deutsches Reitpferd einzuführen und das bereits erwähnte, gemeinsame Zuchtziel festzulegen. Trotz dieser einheitlichen Formulierung verfolgen die einzelnen Zuchtverbände bis heute ihr eigenes Zuchtprogramm. Sie sind nach wie vor souverän und haben ihr eigenes Brandzeichen. Das Hauptzuchtgebiet liegt seit jeher in Deutschland. Zugleich sind die Rassen des Deutschen Reitpferds beliebte und zum Teil sehr erfolgreiche Sportpferde in ganz Europa sowie auch in den USA. Entsprechend der Rassespezialisierung der verschiedenen Regionen sind die Züchter der Warmblutrassen deutschlandweit verteilt.

Die Zuchtgeschichte der jeweiligen Warmblutrassen präsentiert sich entsprechend der individuellen Bedingungen in den Herkunftsgebieten sehr unterschiedlich. Der Ursprung einiger Zuchten geht bis in das 15. oder 16. Jahrhundert zurück. Die Entwicklung anderer Rassen lässt sich hingegen bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Oftmals hatte die Gründung von Landgestüten durch offizielle Erlasse einen bedeutenden Einfluss auf die Zuchtentwicklung. Hier sei beispielsweise die Gründung des Landgestüts Celle im Jahr 1735 für die Zucht des Hannoveraners oder der Beginn der Zucht des Mecklenburger Warmbluts im Gestüt Redefin im Jahr 1812 genannt.

Einsatzmöglichkeiten des Deutschen Reitpferds

Alle Warmblutrassen, die unter den Oberbegriff Deutsches Reitpferd zusammengefasst werden, kommen als klassisches Reitpferd für die Disziplinen Springen, Dressur und Fahren infrage. Denkbar ist sowohl ein Einsatz im Bereich des Freizeitreitens auf Hobbyniveau als auch die Verwendung im professionellen Pferdesport. Je nach individueller Eignung und Ausbildung kann sich das Deutsche Reitpferd als treuer Reitpartner für die Freizeit oder als Erfolg versprechendes Turnierpferd erweisen. Nicht selten ist es in der Vergangenheit ein Deutsches Reitpferd gewesen, das auf internationaler Ebene höchste Erfolge im Turniersport einheimsen konnte. So waren die erfolgreichsten Dressurpferde wie Donnerhall, Rembrandt und Gigolo allesamt Deutsche Reitpferde. Im Springreiten sei beispielsweise die legendäre Hessenstute Halla oder der Hannoveraner Goldfever genannt.

Wissenswertes rund um das Deutsche Reitpferd

Pflege und Gesundheit

Das Deutsche Reitpferd gilt wie alle Warmblutpferde als ebenso pflegeleicht wie sehr robust. Kennzeichnend sind für alle Rassen eine gute Gesundheit und ein überdurchschnittliches Lebensalter. Neben der täglich erforderlichen Bewegung und Pflege sind keine besonderen Maßnahmen notwendig.

Leistungsprüfungen

Um das Zuchtziel bestmöglich einzuhalten und Pferde zu züchten, die den gewünschten Merkmalen des Deutschen Reitpferdes entsprechen, führen die Zuchtverbände regelmäßig Leistungsprüfungen und Auswahlverfahren durch. Im Bereich Zucht und Sport werden die Anforderungen durch Stuten- und Fohlenschauen sowie Hengstkörungen überprüft.

Empfehlenswerte Links mit weiteren Informationen zum Deutschen Reitpferd

http://www.rp-online.de/leben/pets/tiere-von-a-bis-z/ueberbegriff-fuer-viele-deutsche-pferderassen-deutsches-reitpferd-aid-1.5515031

http://herz-fuer-tiere.de/ratgeber-tier/pferde/pferderassen/steckbrief-deutsches-reitpferd

https://www.pferd-aktuell.de/22572_1

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