Französischer Traber

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französischer Traber

Französischer Traber

Der Französische Traber – der Spezialist für die Traberrennbahn

Der französische Traber (frz.: Trotteur Français) ist eine französische Pferderasse, die ursprünglich aus der Normandie im Norden Frankreichs stammt und heute weltweit verbreitet ist. Die Zucht und Herausbildung als eigenständige Rasse gehen auf die Veredlung von Anglo-Normannen mit dem Englischen Vollblut im 19. Jahrhundert zurück. Hieraus entwickelte sich ein leistungsstarker Traber, der zunächst für den Lasttransport und später für die immer beliebter werdenden Trabrennen gezüchtet wurde. Bis heute ist der französische Traber eine der leistungsfähigsten Pferderassen für den Trabrennsport und kommt dabei sowohl als Wagenpferd vor dem Sulky als auch unter dem Sattel zum Einsatz. Neben seinem Haupteinsatzfeld auf der Trabrennbahn erfreut er sich aber auch als Freizeitpferd immer größerer Beliebtheit, zumal er über ein gutes Springvermögen verfügt.

Das Exterieur des französischen Trabers

Da der Trotteur Français ausschließlich mit Blick auf seine Leistung bei Trabrennen gezüchtet wird, präsentiert sich das Exterieur des französischen Trabers uneinheitlich. Durch die gezielte Leistungszucht ist das äußere Erscheinungsbild der Rasse, die ein Stockmaß von bis zu 168 Zentimetern erreicht, sehr unterschiedlich. Dennoch können einige Gemeinsamkeiten ausgemacht werden, darunter der meist gerade, ausdrucksvolle Kopf mit trockenem Profil, die gute Halsung und die steile, sehr kräftige Schulter. Der Rücken ist gerade geformt, ebenso wie der Widerrist stark ausgeprägt und geht in einen kräftigen Rumpf über. Kennzeichnend für den französischen Traber sind außerdem eine kurze, kraftvolle und muskulöse Hinterhand, eine meist schräge Kruppe und ein stabiles Fundament mit starken Beinen und kräftigen Hufen. Insgesamt zeigt sich der Körperbau äußerst stabil, solide und muskulös. Hinsichtlich der Fellfärbung kommen beim französischen Traber sowohl Braune als auch Füchse und Rappen vor. In seltenen Fällen treten Schimmel in Erscheinung.

Das Interieur des französischen Trabers – eine leistungsstarke Rasse mit freundlichem Wesen

Der französische Traber ist für seine hohe Leistungsbereitschaft bekannt und gilt als ebenso zähe wie mutige und lebhafte Pferderasse. Mit seiner hervorragenden Trableistung, dem kräftigen Körperbau und der stark ausgeprägten Ausdauer eignet er sich bestens als Rennpferd unter dem Sattel oder vor dem Wagen und wird daher häufig für Langstreckenrennen eingesetzt. Der Trotteur Français ist aufgeweckt und freundlich. Sein Springvermögen macht ihn auch zu einem perfekten Partner für das Freizeitspringreiten. Durch das auf Trabrennen ausgelegte Zuchtziel verfügt die Rasse über einen schnellen Trab und eine hervorragende Kondition. Schritt und Galopp sind hingegen mäßig schnell.

Zuchtgeschichte und Ursprung des französischen Trabers

Die Entwicklung des Trotteur Français als eigenständige Pferderasse geht bis ins 19. Jahrhundert und vor allem in die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, als sich Trabrennen immer größer werdender Beliebtheit erfreuten. Der französische Traber entstand durch die Kreuzung von Anglo-Normannen-Stuten mit Englischem Vollblut, Norfolk Roaster und Halbblut. Ursprünglich nicht für die Rennbahn, sondern für den Transport von Lasten gezüchtet, wurde die Rasse zunächst von großen und kräftigen Tieren dominiert, die diesen speziellen Anforderungen entsprachen. Daher sahen die ersten, gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch privat geführten Zuchtbücher Leistungsanforderungen vor, die auch das Tragen einer Last umfassten. So sollten beispielsweise Dreijährige in reinem Trab unter einer Last von 60 Kilogramm auf einer Strecke von vier Kilometern eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 34 km/h erreichen. Da Anfang des 20. Jahrhunderts Trabrennen an Popularität gewannen, wurde der Trotteur Français durch die Veredlung mit weiteren Traberrassen, darunter insbesondere Metis- und Orlow-Traber sowie das American Standardbred, in Leistung, Schnelligkeit und Eleganz verbessert. Durch die speziell auf Trabrennen ausgerichtete Zucht avancierte der Trotteur Français zu einem der schnellsten Rennpferde weltweit und brachte seine enorme Leistungsfähigkeit nicht nur unter dem Sattel, sondern auch vor dem Wagen zur Geltung.

Auch aus diesem Grund wurde der französische Traber 1922 als eigenständige Pferderasse anerkannt, deren Zuchtbuch bis heute vom französischen Ministerium für Landwirtschaft geführt wird. Für eine Aufnahme mussten die Traber als Drei-, Fünf- und Siebenjährige eine Mindestgeschwindigkeit von jeweils 35, 37 und 38 km/h erfüllen. Um den ursprünglichen Typ des Trotteur Français und den hohen Zuchtstandard zu erhalten und eine zu starke Einkreuzung des Standardbreds zu vermeiden, wurde das Zuchtbuch im Jahr 1937 für Rassen mit nichtfranzösischer Herkunft geschlossen. Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren feierte der französische Traber große Erfolge auf der Trabrennbahn, einhergehend mit einer hohen Verbreitung, die jedoch allmählich nachlässt. Da Trabrennen mit langen Distanzen kaum noch ausgetragen werden und das Standardbred auf kürzeren Strecken leistungsstärker und oftmals erfolgversprechender ist, verliert der Trotteur Français an Bedeutung. Die heutige Zucht des französischen Trabers geht im Wesentlichen auf die Hengstlinien Star’s Pride, Sam Williams, Speedy Crown, Sharif di Jesolo und Fuchsia zurück, und obliegt privaten Züchtern sowie den französischen Staatsgestüten Saint Ló und Le Pin.

Die Einsatzmöglichkeiten – vom Trabrennen bis zum Freizeit-Springreiten

Der französische Traber wird entsprechend seiner natürlichen Veranlagung als Rennpferd für Trabrennen mit Langstrecken-Distanz eingesetzt, ebenso unter dem Sattel wie als Wagenpferd vor dem Sulky. Aufgrund seines umgänglichen, freundlichen Wesens eignet er sich jedoch auch hervorragend als Partner für das Freizeitreiten. Vor allem beim Springreiten brilliert er mit einem guten Springvermögen. Grundsätzlich nimmt die Verwendung als Freizeitpferd einen wachsenden Stellenwert ein, zumal der französische Traber mit seinem ansprechenden Charakter und seiner hervorragenden Trabaktion begeistert.

Besonderheiten rund um den französischen Traber

Wer einige der leistungsfähigsten französischen Traber aus nächster Nähe erleben möchte, kann die beiden französischen Nationalgestüte Haras nationale de Saint Ló und du Pin besuchen. In den Sommermonaten finden regelmäßig Besichtigungen und Vorführungen statt, die zahlreiche Traberfans anlocken.

Empfehlenswerte Links

http://www.pferde-rassen.de/rassen/f/FranzoeTraber.htm
http://die-pferderassen.de/index.html?/rassen/franztr.html
http://www.welt-der-pferde.de/rassen/franzoesischer-traber/
http://www.pferdefuehrer.de/rassen/index.php?rasse=ras329
http://www.traber-news.com/article-18/items/die-franzoesische-traberzucht-im-wandel-der-zeit.html

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