Frederiksborger

1835
Frederiksborger

Frederiksborger

Beschreibung

Der Frederiksborger ist eine der ältesten stammbuchgeführten Barockpferderassen und akut vom Aussterben bedroht. Es gibt zurzeit nur noch etwa eintausend Zuchtexemplare. Die Zuchtbücher des „Dänen“, wie man die Pferde der königlichen Zuchtstätte des Schlosses Frederiksborg bereits im 15. Jahrhundert nannte, lassen sich bis auf das Jahr 1690 zurückdatieren.

Exterieur des Frederiksborger

Größe

Die Größe schwankt zwischen 157 cm (Barocktyp) und 170 cm (Sportpferdetyp)

Gebäude

Der historische Frederiksborger hat eine leichte Ramsnase und große Augen in einem ausdrucksvollen Gesicht. Als besonderes Rassemerkmal ist der hoch aufgesetzte, gut bemuskelte, leicht gebogene Hals anzusehen. Der Körperbau des Frederiksborgers entspricht dem eines barocken Quadratpferdes. Dabei sind die Gliedmaßen bei genügender Länge stark und trocken, die Hufe hart und in der Größe passend zum Körper. Die Winkelung der Hinterbeine entspricht der starken Versammlungsfähigkeit welche idealer Weise von der runden Kruppe mit tief angesetztem Schweif unterstützt wird.

Fell und Färbungen

Die vorherrschende Fellfarbe ist Fuchs in allen Schattierungen, vom Dunkelfuchs, über den mittelrötlichen Typ mit hellem Langhaar bis zu „Roans“ mit auffälligem Stichelhaar und weißen Abzeichen. In den letzten Jahren wurde vermehrt Farbzucht betrieben, so dass es inzwischen wieder eine kleine Zahl von Palominos ( Isabell) und Braunen gibt. Rappen und Schimmel sind äußerst selten.

Grundgangarten / Bewegungen / Bewegungsablauf

Sowohl die deutliche Aufwärtsbewegung als auch Raumgriff bei genügend Schub und hoher Versammlungsfähigkeit zeichnen den Frederiksborger aus. Bei den barocken Typen findet man durchaus noch die typische Knieaktion und den imposanten Aufwärtsgalopp.

Interieur

Der Frederiksborger wirkt von außen stark und ist innen sehr sensibel. Er ist offen, arbeitswillig, ehrgeizig und mutig, mit einem überaus menschenbezogen Wesen. Man sollte ein solches Pferd nicht „dominieren“ wollen, sondern auf Vertrauen setzen und dieses niemals enttäuschen. Bei der Arbeit ist der Frederiksborger intelligent und mehr als motiviert. Er fordert ständig Abwechslung und neue Inputs.

Zuchtgeschichte

Ursprung des Frederiksborgers

Der „Däne“ entstand ab dem 16. Jahrhundert aus Kreuzungen heimischer Pferde mit importierten Berbern, Iberern, Arabern und Neapolitanern.

Zuchtmethodik & Veredelungen

Die königliche Zuchtstätte rund um das Schloss Frederiksborg auf Seeland erwies sich geografisch als ideale Zuchtstätte von der aus die „dänischen Pferde“ die Fürstenhäuser Europas eroberten. Als zur Zeit der Renaissance im 16. Jahrhundert das Reiten zur Kunst erhoben wurde, konzentrierte man sich auf die Zucht von begabten Schulpferden, die auch als Fahrpferde und Kriegsrosse einsetzbar waren. Diese Pferde dienten dann im 17. Jahrhundert als Grundlage für eine erfolgreiche Farbzucht, die der höfischen Mode des barocken Schulpferdes und der Gespannpferde entsprach. Besonders hervorzuheben sind die Weißgeborenen und Tigerschecken (heute bekannt unter dem Namen Knabstrupper). Im Sinne der im 18. Jahrhundert aufkommenden Jagdmode wurde versucht, die Schulpferde mit englischen Blütern zu kreuzen. Mit dem Zerfall des Absolutismus wurde das Schulpferd überflüssig. Das Gestüt erlebte seinen ersten Niedergang. Die Zucht von schnellen Kriegspferden durch das Einkreuzen von Vollblütern in die alten Gestütslinien misslang. Am Ende wurden die letzten Pferde des ehemaligen königlichen Gestüts 1771 versteigert und in alle Winde zerstreut. Die heute existierenden letzten Exemplare tragen das Blut der historischen Rasse immer noch in sich.

Zuchtbücher / Zuchtverbände

Die Zuchtbücher gehen auf das Jahr 1690 zurück. Seit den Siebziger Jahren wird versucht, die so genannten „Frederiksborger“ gezielt zu erhalten. Dabei stützt man sich sowohl auf zwei historische Linien als auch auf die Kreuzung mit Hannoveranern. Der zuständige Zuchtverband in Dänemark heißt „FHF“ (Frederiksborg Hesteavlsforeningen). Einige Hengste sind in Deutschland beim Rheinischen Pferdestammbuch gekört, jedoch als Vererber in Dänemark nicht anerkannt.

Besondere Vererber

Als besonderen zu 100% reinrassigen Vererber barocken Typs kann man Junker Langløkkegaard nennen. Er ist in Deutschland im Deckeinsatz. Weitere Deckhengste findet man auf www.fhf.dk und bei www.moravita.com.

Verwendung

Ob in der barocken Reitkunst oder im Springsport – der Frederiksborger hat viele Talente. Als qualitätsvolles Fahrpferd ist er genauso beliebt, wie als zuverlässiger Partner beim Freizeit, – Distanz – und Jagdreiten. Der Frederiksborger ist leichtfuttrig und robust, weil der nordischen Witterung angepasst.

Besonderheiten

Die Rasse ist akut vom Aussterben bedroht. Es gibt nur noch an die 1000 Zuchtexemplare. Inzucht und das mangelnde Interesse, die alten Linien durch Kreuzungen mit den verwandten Rassen Lipizzaner (die Pluto, – und Deflorata Linien sind Frederiksborger) zu rekonstruieren, tragen zum endgültigen Untergang bei. Eine Rettung wie bei den Knabstruppern, welche ihrem Ursprung nach Frederiksborger sind, kommt zu spät.

Empfehlenswerte Links


www.igfrederiksborger.de
www.fhf.dk
www.moravita.com

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