Huzule

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Huzule

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Der Huzule – das robuste Bergpony aus Osteuropa

Der Huzule ist ein Kleinpferd, das heute hauptsächlich in Osteuropa verbreitet ist, auch Altösterreichischer Huzule genannt wird und ursprünglich aus der Bergregion Huzulei in den Ostkarpaten der heutigen Ukraine stammt. Die robuste Ponyrasse mit einem Stockmaß von maximal 145 Zentimetern geht in ihrem Ursprung vermutlich auf das Urwildpferd, den Tarpan, zurück und wurde bis ins 19. Jahrhundert zunächst halbwild von den Bergbauern der Region, den Huzulen, gezüchtet. Diese setzen den Huzulen als Zug- und Tragpferd ein. Seit 1870 diente er im Staatsgestüt Radautz der Kreuzung mit anderen Rassen, um ein Armeepferd für militärische Zwecke zu züchten, ehe 1924 ein Stutbuch mit der Zuchtmethode der Reinzucht eingeführt wurde. Seither wird der Huzule vor allem in Polen, Rumänien, der Slowakei und in Ungarn rein gezüchtet. Kleinere Populationen bestehen in Deutschland und Österreich. Mit ihrem freundlichen Wesen, ihrer Ausdauer und ihrem Leistungswillen erweist sich die Rasse als umgängliches Freizeitpferd, das sich hervorragend für das Wanderreiten sowie als Kutsch- und Wagenpferd eignet.

Das Exterieur der Huzulen – kleine Pferde mit einem Gebäude im Rechteckformat

Der Huzule erreicht als Ponyrasse eine eher kleine Größe. Das Stockmaß beträgt bei Stuten 132 bis 143 Zentimetern, während Hengste etwa 135 bis 145 Zentimeter groß werden. Der ausdrucksvolle Kopf soll über eine leicht konkave Profillinie, große und weite Nüstern, lebhafte Augen und nicht zu große Ohren verfügen. Der Hals zeigt sich kurz bis mittellang und ist mittig angesetzt. Rassetypisch ist ein Körperbau im Rechteckformat, der sich durch eine schräg liegende und ziemlich kurze Kruppe mit einem niedrig angesetzten Schweif auszeichnet. Das Mindestmaß des Brustumfangs soll bei sechsjährigen Huzulen 30 Zentimeter über Stockmaß sein. Erwünscht ist darüber hinaus ein trockenes und ausreichend kräftiges Fundament mit großen und kräftig ausgeprägten Hufen. Mitunter kann eine leichte Kuhhessigkeit auftreten, die aber toleriert wird. Nicht zuletzt sieht das Zuchtziel einen Röhrbein-Umfang von mindestens 16 bis 19 Zentimetern bei Stuten und 17 bis 20 Zentimetern bei Hengsten vor. Hinsichtlich der Fellfärbung kommen beim Huzulen alle Farben mit Ausnahme von Schimmeln vor, darunter auch Schecken. Am häufigsten kommen aber Braune, Falben oder Isabellen vor, oft mit typischen Wildpferdeabzeichen wie einem Aalstrich, einer schwarzen Fesselstreifung, die wie angedeutete Zebrastreifen an den Beinen erscheint, und einem Rückenkreuz. Dies lässt den Schluss zu, dass der Huzule in seinem Ursprung auf das Urwildpferd, den Tarpan, zurückgehen könnte.

Das Interieur – der Huzule ist eine genügsame und umgängliche Rasse

Mit seiner natürlichen Robustheit erweist sich der Huzule als sehr anspruchsloses und genügsames Pferd, das über einen ausgeglichenen und freundlichen Charakter verfügt. Typisch für die Rasse sind ihre ausgeprägte Leistungsfähigkeit, Gesundheit und ihre Ausdauer. Außerdem ist der Huzule ebenso mutig und leichtrittig wie vorwärtsstrebend, ohne dabei einem Fluchttyp zu entsprechen. Nicht zuletzt machen ihn sein umgängliches Wesen und seine Nervenstärke sowie seine Langlebigkeit, Gelehrigkeit und Trittsicherheit zu einem idealen Freizeitpferd.

Zuchtgeschichte und Ursprung des Huzulen

Der Huzule stammt ursprünglich aus einem Gebiet, das nördlich der Bistritz in den Ostkarpaten liegt, der namensgebenden Huzulei. Hier waren Bergbauer, die Huzulen, ansässig, die das dort zunächst halbwild lebende und wahrscheinlich auf den Tarpan zurückgehende Bergpony als Trag- und Zugtier nutzen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren es diese Bauern, die den Huzulen halbwild auf den Hochweiden der Bergregion züchteten, ehe durch die zunehmende Nachfrage nach vielseitigen Kavallerie- und Armeepferden eine geplante Zucht der Rasse begann. Über lange Zeit konnten ursprungsbedingt drei Grundtypen des Huzulen unterschieden werden. Hierzu zählte zum einen der Tarpan-Typ, der die ursprünglichen Merkmale des Bergtarpans aufwies. Zum anderen waren dies der Bystrzec-Typ, der aus der Kreuzung zwischen Bergtarpan und Konik hervorging, sowie der Przewalsky-Typ, bei dem die Einkreuzung von Tartaren- und Mongolenpferden zu erkennen war. Etwa um 1870 wurden einige Huzulen in das kaiserlich-königliche Staatsgestüt Radautz im Nordosten des heutigen Rumäniens gebracht, um dort als Zuchttiere zur Kreuzung mit englischen Vollblut-Hengsten, Arabern und Koniks zu dienen. Ziel war es, Reit- und Zugpferde für die militärischen Zwecke der Streitkräfte Österreich-Ungarns in unwegsamem Gelände zu züchten – mit der Folge, dass der Huzule zwar größer wurde, aber der ursprüngliche Typ mit seiner Zähigkeit und Härte zunächst verloren ging. Die Kriegswirren des 1. Weltkrieges machten zunächst eine Evakuierung der Zuchtpferde nach Niederösterreich notwendig. Der nach dem 1. Weltkrieg verbliebene Bestand wurde dann auf Rumänien, Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei verteilt, wo sich noch heute Staatsgestüte für die Zucht des Huzulen befinden. Durch die Eröffnung des ersten Stutbuchs im Jahr 1924 wurde die Rasse fortan wieder rein gezüchtet. Zuvor hatten sich bereits im Laufe der Zeit sieben Hengstlinien entwickelt, auf die noch heute alle, in einem anerkannten Zuchtbuch eingetragenen Huzulen zurückgehen. Dies sind die Linien Goral, Polan, Hroby, Ousor, Pietrosu und Prislop.

 

Auch heute wird der Huzule mit der Methode der Reinzucht und mit geschlossenem Zuchtbuch gezüchtet. Maßgeblich sind die Staatsgestüte Lucina in Rumänien, Gładyszów in Polen, Topoľčianky in der Slowakei und Aggtelek in Ungarn. Darüber hinaus bestehen kleinere Zuchten in Deutschland und Österreich, wo der Huzule erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wieder Beachtung fand. So gibt es beispielsweise seit 1997 den Verband der Züchter des Huzulenpferdes in Österreich (VZHÖ) als österreichweit anerkannte Zuchtorganisation für die Rasse Huzule. Darüber hinaus besteht als Dachorganisation der anerkannten Huzulen-Zuchtverbände seit 1994 die Hucul International Federation (HIF). Zu den Mitgliedern gehören die Zuchtorganisationen der Länder Polen, Slowakei, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Deutschland und Österreich. Seit 2003 führt der polnische Pferdezuchtverband zusammen mit der HIF das Zuchtbuch über den Ursprung der Rasse Huzule.

So kann der Huzule eingesetzt werden

Der Huzule erweist sich als ideales Freizeitpferd, das ebenso von Kindern wie von Erwachsenen geritten werden kann. Er wird insbesondere für das Wanderreiten und Trecking eingesetzt, macht sich aber auch sehr gut als Kutsch- und Wagenpferd. Darüber hinaus ist er sehr gut für die Hippotherapie und Rekreation geeignet. Beim Reiten präsentiert er sich mit einem taktreinen und elastischen Bewegungsablauf und genügend Aktivität in der Hinterhand.

Besonderheiten rund um den Huzulen

Da der Huzule lediglich in Osteuropa mit relativ großen Beständen gezüchtet wird, gehört er zu den gering verbreiteten Pferderassen. Folglich wird er auch seit 2001 im Rahmen des österreichischen Programms für umweltgerechte Landwirtschaft als eine erhaltenswerte, aber vom Aussterben bedrohte Rasse geführt.

Empfehlenswerte Links mit weiterführenden Informationen

http://www.kleinpferde-und-spezialpferderassen.de/zucht/rassen.html
http://die-pferderassen.de/index.html?/rassen/huzule.html
http://www.huzulenpferde.at/index.php/rassebeschreibung/wissenswertes-uber-huzulen

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