Islandpferd

Beschreibung der Islandpferde

Die Islandpferde, manches mal bezeichnet man sie auch als Islandponys oder Isländer, sind eine ursprünglich aus Island stammende, außergewöhnlich begabte Kleinpferderasse. Die Pferde erreichen ein Stockmaß von bis zu 150 Zentimetern und sie gibt es in den unterschiedlichsten Fellfarben. Die Islandpferde haben eine Besonderheit, denn als Gangpferde beherrschen sie durch ihre genetische Veranlagung nicht nur die Grundgangarten. Zusätzlich verfügen sie über eine vierte Gangart, den Tölt und darüber hinaus beherrschen sie als einzige Pferderasse europaweit den Rennpass. Die Pferderasse ist sehr robust, vielseitig talentiert und lässt sich immer an dem typisch üppigem Behang erkennen. Islandpferde sind sowohl tolle Partner im Freizeitsport, da sie einen gelassenen und freundlichen Charakter haben. Weiterhin gibt es besondere Turniere für Islandpferde, woraufhin sie ebenso oft im Turniersport geritten werden. Vom Wanderreiten im Gelände bis zu Gangprüfungen bei Meisterschaften – Islandpferde sind nicht nur für Kinder, sondern auch Erwachsene stets ein zuverlässiger Weggefährte und ein geeignetes Pferd.

Die Reinzucht und robuste Lebensweise in großen Herden machen das Islandpferd zu einem Tier, das sich durch Selbstbewusstsein und ein intaktes Sozialverhalten auszeichnet. Früher hatte die Rasse auf Island die wichtige Aufgabe, den Menschen sicher durch nahezu unpassierbares Gelände zu bringen. Deswegen übernehmen sie heute noch Verantwortung und sind besonders sicher. Sie passen regelrecht auf ihren Reiter auf und sind äußerst verlässliche Partner, denen du vollstes Vertrauen schenken kannst.

Exterieur des Islandpferdes

Islandpferde haben ein Stockmaß von 130 bis 150 Zentimetern und erreichen ein Gewicht von 300 bis 500 Kilogramm. Man unterscheidet bei der Rasse zwischen Pferden, die im alten und im neuen Typ stehen. Früher war das Islandpferd deutlich kleiner und kompakter gebaut, wobei der moderne Typ heutzutage größer, langlinieger und eleganter gebaut ist. Der feine Kopf wirkt mit seinen großen, wachen Augen besonders vertrauenswürdig und ist durch dünnwandige Ohren und weite Nüstern gekennzeichnet. Der Hals der Tiere ist schlank und gut aufgerichtet, wobei er im Vergleich zum Körper verhältnismäßig lang ist. Charakteristisch für Islandponys ist stets der kräftige Körperbau mit einem muskulösen Fundament sowie kräftigen Sehnen und starken Gelenken. Deswegen ist es kein Problem, dass auch Erwachsene Islandpferde reiten.

Islandpferde FarbenBunte Vielfalt der Rasse

Die Fellfarben der Islandpferde erweisen sich als sehr vielfältig, denn sämtliche Farbvariationen und Abzeichen, außer Tigerschecken, sind vorhanden. Von Rappen, Braunen und Füchsen bis zu Schimmeln ergibt sich eine außerordentliche Vielfalt an Färbungen. Zu den Grundfarben kommen noch besondere Fellfarben, wie Windfarben oder Falben. Scheckungen können jedweder Form auftreten. Die Pferde haben typischerweise ein dichtes, langes Winterfell und einen üppige Behang.

Isländer sind außerordentliche Naturtalente im Gang, denn neben den Gangarten Schritt, Trab und Galopp verfügen sie als eine der wenigen Pferderassen über die angeborene Fähigkeit, die Gangarten Tölt und Pass zu gehen. In Europa sind sie sogar die einzige Rasse, die den Rennpass beherrscht! Das ist eine im Renntempo gerittene Variante des Passes. Mit dieser bemerkenswerten Begabung gesegnet, zeigt sich der Bewegungsablauf bei jeder Gangart äußerst tritt- und taktsicher sowie besonders ausdrucksvoll und energisch. Der Tölt ist besonders rückenschonend und beqeuem für den Reiter, da die Fußfolge wie beim Schritt ist und stets ein Bein am Boden steht. Andere Pferderassen, die über ähnliche Gangarten wie der Tölt verfügen, sind Paso Fino, Mangalarga Marchador oder das Tennessee Walking Horse. Hier heißen die Gangarten aber Paso, Marcho oder Walk.

Interieur

Temperamentvoll und ausdauernd, aber auch fröhlich und mutig – Isländer sind leichtrittige, bequem zu reitende und zuverlässige Pferde. Sie zeichnen sich durch Genügsamkeit und einen guten Gehwillen aus. Beliebt sind sie nicht zuletzt aufgrund ihrer Charakterstärke und ihrer schnellen Auffassungsgabe, die sie für Reiter zu einem sicheren Partner machen. Sie geben jedem Reiter, egal ob Anfänger und erfahrener Reiter und angenehmes Reitgefühl und bieten viel Sicherheit. Durch die robuste Haltung der Tiere sind sie sehr selbstständig und zeigen immer wieder, dass sie einen eigenen Willen haben.

Herkunft der Pferderasse

Die Entwicklung der Islandpferde zu einer eigenständige Rasse geht bis in das neunte Jahrhundert zurück. Derzeit besiedelten immer mehr Wikinger, die bis dahin im heutigen Skandinavien lebten, die Insel aus Feuer und Eis siedelt und sie brachten ihre kelto-germanischen Kleinpferde mit. Da die Natur auf Island sehr karg ist, entwickelte sich aus dem Pony in Reinzucht ein äußerst robuster Pferdetyp, der über die Jahrhunderte hinweg als Lasttier eingesetzt wurde. Seit den 1940er Jahren orientiert sich das Zuchtziel an eleganten Reitpferden, zumal die Pferde in den 1950er und 60er Jahren auf dem europäischen Festland und besonders in Deutschland großer Beliebtheit fanden. Nach wie vor ist Island das größte Zucht- und Exportland. Islandpferde werden seit jeher ohne Einkreuzung fremder Rassen gezüchtet und ausschließlich als solche anerkannt, wenn sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits sämtliche Vorfahren auf in Island geborene Pferde zurückgehen.

IslandpferdDie Zucht von Islandpferden

Entsprechend der Reinzucht sind bei den Islandpferden keine Veredelungen, beispielsweise durch Kreuzung mit einem Araber, vorgesehen. Auch in der Zucht legen Islandpferdezüchter viel Wert auf eine artgerechte Haltung. Im Allgemeinen werden Stuten im Natursprung an der Hand oder auf der Weide gedeckt. Eine künstliche Befruchtung oder ein Embryotransfer gibt es im Vergleich selten. Auf der Weide stehen rund 30 Zuchtstuten und der Deckhengst etwa sechs Wochen zusammen im Freien. Mit der zunehmenden Zucht der Isländer wurde 1969 die Föderation Europäischer Islandpferde Freunde (FEIF) gegründet. Der Verband legt die Zuchtbestimmungen fest und gibt die Regelungen für internationale Leistungsprüfungen vor. Zuchtprüfungen nach diesem Reglement werden in Deutschland von dem Islandpferde-Reiter- und Züchterverband (IPZV) durchgeführt, der als Dachverband aller Islandpferdevereine fungiert.

Verwendung des Islandpferdes

In erster Linie ist das Islandpferd ein verlässliches Freizeitpferd: Das Pferd ist genügsam, unkompliziert im Umgang und Haltung. Außerdem sind die Pferde sehr robust und langlebig. Es zeichnet sich durch einen gelassenen und ruhigen Charakter, woraufhin es auch für ungeübte Reiter geeignet ist. Dementsprechend sind Islandpferde bei Hobbyreitern sehr beliebt. Zumal sie trotz ihrer kleinen Größe Gewichte von bis zu 90 Kilogramm bewältigen. Die Pferde erweisen sich als flotte Geländegänger, die sowohl Kindern als auch Erwachsenen ein tolles Reitvergnügen bieten. Neben dem Freizeitsport besteht eine facettenreiche Turnierszene, bei der die vielseitigen Gangpferde ihre Leistungsbereitschaft und charmante Ausstrahlung bei Sportprüfungen unter Beweis stellen. Sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene werden Mehrgangprüfungen sowie Tölt- und Passrennen bestritten.

Besonderheiten der Pferderasse

Um der natürlichen Lebensweise und einer artgerechten Haltung zu entsprechen, sollten Islandpferde in einem Herdenverband aufwachsen und gehalten werden. In den Sommermonaten auf großen Wiesen und im Winter in Gruppenauslaufställen untergebracht, werden der soziale Kontakt und die positiven Charakterzüge ideal gefördert. Zudem sind Islandpferde naturgemäß sehr genügsam und leichtfuttrig, sodass nur wenig Kraftfutter zugefüttert werden muss. Nicht zuletzt ist es diese Robustheit, wodurch die Ponys mit einer Lebenserwartung von 30 bis 35 Jahren sehr alt werden.

Widerstandsfähig und fit in ihrer Konstitution gelten sie als gesunde und wenig anfällige Pferderasse, an der Reiter lange Zeit Freude haben. Die einzigen erblich bedingten Krankheiten sind das Sommerekzem mit starkem Juckreiz sowie der Spat, eine Entzündung im Sprunggelenk. Eine weitere Besonderheit der Pferde besteht zudem in ihrer späten Reife, denn erst mit sieben Jahren sind sie vollständig ausgewachsen. Deshalb werden sie nicht wie typisch im Alter von drei Jahren, sondern vier- oder fünfjährig angeritten.

Pferde dieser Rasse

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