Knabstrupper

Knabstrupper – dänische Tigerschecken in drei Zuchtrichtungen

 

Der Knabstrupper ist eine dänische, ursprünglich dem Barocktyp entsprechende Pferderasse, die hauptsächlich in Dänemark und Deutschland verbreitet ist. Die auffällig gezeichneten Tigerschecken werden in drei Typausprägungen gezüchtet, im originalen Barock-Typ sowie in den Zuchtrichtungen Sportpferd und Pony. Hervorgegangen ist der Knabstrupper, der bis heute als alte dänische Kulturrasse gilt, als Farbvariante aus dem Frederiksborger. Auf Basis dieser ebenfalls dänischen Pferderasse wurden unter Einfluss alter spanischer Blutlinien gezielt Tigerschecken gezüchtet.

Maßgeblich war hierfür das 1798 gegründete und namensgebende Gut Knabstrup. Nach dessen Schließung Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich verschiedene Typen des Knabstruppers, bis zu den drei heute bekannten Zuchtrichtungen. Ungeachtet der verschiedenen Pferdetypen erweisen sich die Knabstrupper als vielseitig veranlagte und unterschiedlich einsetzbare Pferde für alle Reit-, Freizeit- und Sportzwecke. Während sich das Sportpferd besonders leistungsfähig und rittig zeigt, verfügt der Barock-Typ über eine Veranlagung für die Hohe Schule. Der Pony-Typ erweist sich als ideales Fahr- und Reitpony für Kinder.

Das Exterieur des Knabstruppers und seine verschiedenen Zuchttypen

 

Der Knabstrupper wird nach seiner Größe in den Großpferde-Typ mit einem Stockmaß von etwa 153 bis 157 Zentimetern und in einen Pony-Typ mit einem Stockmaß von bis zu 148 Zentimetern unterteilt. Hinsichtlich des Gebäudetyps sind drei Ausprägungen maßgeblich, der Barock-Typ, das Sportpferd und das Pony. Als Barockpferd zeichnet sich der Knabstrupper durch einen kräftigen Kopf mit edel erscheinender Ramsnase, einen gut bemuskelten und vergleichsweise hoch angesetzten Hals sowie eine breite Brust aus. Der Rücken ist nicht zu lang und die Kruppe gut abgerundet. Kräftig ist auch das sehr trockene Fundament, das relativ kurz erscheint und über harte und gut geformte Hufen verfügt.

Das Sportpferd entspricht hingegen dem Typ eines großlinigen, eleganten und harmonisch gebauten Reitpferdes, das sich für Reitzwecke aller Art einsetzen lässt. Rassetypisch sind ein trockener und edler Kopf und ein breiter, gut aufgesetzter Hals von mittlerer Länge, der sich durch ausreichend Ganaschenfreiheit und eine sich verjüngende Form zum Kopf hin auszeichnet. Die große Schulter ist schräg gelagert und geht in einen gut bemuskelten, mittellangen Rücken mit markantem Widerrist über. Erwünscht sind außerdem eine ausreichende Brusttiefe und eine gut bemuskelte, leicht geneigte und längere Kruppe. Die Rumpfaufteilung erweist sich als sehr harmonisch. Das trockene Fundament soll zum Körperbau passen und sich mit korrekt geformten Gelenken, mittelgroßen, wohlgeformten und festen Hufen sowie mittellangen Fesseln präsentieren.

Der Knabstrupper als Pony steht je nach Zuchtrichtung im Typ eines vielseitig veranlagten und modernen Sportponys oder im Typ eines kleineren Freizeitponys wie dem Shetland Pony oder dem Welsh A. Der kleine Kopf mit einer breiten Stirn ist ausdrucksvoll und trocken, während sich der gut aufgesetzte Hals von mittlerer Länge und mit ausreichend Ganaschenfreiheit zum Kopf hin verjüngt. Das Knabstrupper Pony steht im Rechteckformat und weist einen gut bemuskelten, mittellangen Rücken, eine ausreichende Brusttiefe und eine leicht geneigte, kräftige Kruppe auf. Die Rumpfaufteilung ist ebenso harmonisch wie beim Großpferd. Im Typ des Sportponys stehend, soll der Knabstrupper außerdem deutlich ausgeprägte Reitpferde-Merkmale wie schräge und große Schultern sowie einen weitreichenden Widerrist aufweisen. Das Fundament ist trocken, verfügt über harte und gut geformte Hufen und passt zum Kaliber des Pferdes.

 

Die Fellfärbung ist beim Knabstrupper besonders markant, denn Pferde dieser Rasse zeigen sich ausschließlich als auffällig gezeichnete Tigerschecken in den Farben Schabracktiger, Volltiger, Schneeflockentiger, Einfarbige und Weißgeborene. Der Schabracktiger zeichnet sich durch einfarbig braunes, rötliches oder schwarzes Fell im vorderen Bereich sowie braune, schwarze oder rote Punkte auf weißem Fell auf dem hinteren Körperteil aus. Beim Volltiger mit seinem einfarbig weißen Fell sind die Punkte hingegen gleichmäßig auf allen Körperstellen verteilt und reingezeichnet.

Nicht hell, sondern braun, rot oder schwarz zeigt sich das Fell des Schneeflockentigers, das mit weißen Punkten gezeichnet ist. Darüber hinaus kommen weiß geborene Knabstrupper mit oder ohne Melierung sowie einfarbig schwarze, rote oder braune Pferde vor, bei denen Schimmel unerwünscht sind. Andere abweichende Tigerscheckungen und Färbungen sind erlaubt. Erwünscht sind bei allen Farbvarianten gefleckte Geschlechtsteile, ein Krötenmaul, vertikal gestreifte Hufen und Melierungen sowie gefleckte Augenlidränder, eine weiß umrandete Iris und volles, ausreichend wachsendes Langhaar.

 

Der Knabstrupper und sein Interieur

 

Der Knabstrupper gilt als sehr umgängliches, gelehriges und freundliches Pferd, das sich nervenstark und verlässlich zeigt. Vor allem der Typ des Sportpferdes zeigt sich äußerst leistungsbereit und unkompliziert im Training. Das Knabstrupper Pony ist mit seinem freundlichen Wesen hervorragend für den Umgang mit Reitanfängern und Kindern geeignet.

 

Zuchtgeschichte und Ursprung des Knabstruppers

 

Der Knabstrupper geht auf den Frederiksborger zurück, eine alte Kulturrasse Dänemarks, und wurde als Farbvariante und unter Beeinflussung durch die Alte Spanische Pferderasse aus dieser Rasse herausgezüchtet. Die Zucht von Tigerschecken begann in Dänemark auf dem 1536 gegründeten königlichen Gestüt Frederiksborg. Dort wurden Pferde spanischer Blutlinien für die Zucht verwendet, da sie den Anforderungen an ein rittiges Kriegspferd entsprachen. Schell entwickelte sich Frederiksborg zu einer der führenden Zuchten Europas, zumal die Tigerschecken im Barock äußerst gefragt waren. Sie brachten die Farbenfreude und frohe Lebensweise der barocken Fürsten zum Ausdruck und waren daher in den europäischen Adelshäusern sehr beliebt. Vor allem die Pferde des dänischen Stamms zählten zu den begehrtesten Tigerschecken. Sie wurden durch Reinzucht weiß geboren und erfreuten sich als Kutsch- und Reitpferde an den europäischen Höfen großer Beliebtheit.

Einige Pferde des königlichen Gestüts gelangten im Jahr 1798 in den Besitz des Majors Villars Lunn, der in Knabstrup eine private Zucht der Tigerschecken aufbaute. Er war der Begründer der Knabstrupper-Zucht und kaufte eine getigerte Stute namens Flaebe, die sich durch ein besonders Maß an Leistungsfähigkeit auszeichnete. Durch ihren Nachkommen, den 1813 geborenen Flaebehengst, der rein von spanischen Blutlinien abstammte, erfuhr die Tigerschecken-Zucht einen deutlichen Aufschwung. Die Zuchtgeschichte des Guts Knabstrups fand jedoch 1891 ein jähes Ende, als durch ein Feuer 22 Zuchttiere ums Leben kamen. Erst 1952 wurde mit einer geringen Anzahl an Nachkommen wieder ein Knabstrupper-Gestüt gegründet. 1972 wurde der erste landesweite Zuchtverband ins Leben gerufen. Auch deswegen besteht in Dänemark heute nur noch eine geringe Population von einigen Hundert Zuchttieren. Darüber hinaus wurden viele der alten Blutlinien aufgelöst oder nach Deutschland verkauft. Hierzulande wird seither versucht, sowohl für den barocken Typ als auch den Sporttyp eine solide züchterische Basis zu erhalten.

 

Der Knabstrupper und seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

 

Mit seiner vielseitigen Veranlagung eignet sich der Knabstrupper je nach Zuchttyp für Fahr-, Freizeit- und Reitzwecke aller Art. Der originale, barocke Typ zeichnet sich oftmals durch eine besondere Veranlagung für die Lektionen der Hohen Schule aus. Der Typ des Sportpferdes ist besonders rittig, vielseitig veranlagt und leistungsfähig. Damit kann er für alle Sport- und Reitzwecke eingesetzt werden. Der Ponytyp wird vielfach als Reit- und Fahrpony verwendet, gerne auch als Anfängerpony für Kinder.

 

Besonderheiten der Rasse Knabstrupper

 

Bei der Zucht des Knabstruppers sind Veredelungen durch mehrere andere Pferderassen erlaubt. Das Zuchtziel soll durch eine für Pferde anderer Populationen offene Reinzucht erreicht werden. Zu den anerkannten Rassen zählen verschiedene Ponyrassen, die bei der Zucht des Knabstrupper Ponytyps zum Einsatz kommen, darunter das Deutsche Reitpony, das Dänische Sportpony oder das Welsh A, B und C sowie das Shetland– und Dartmoorpony. Ebenso sind Veredelungen mit dem Frederiksborger, dem Schweren oder Dänischen Warmblut, Anglo-, Shagya– und Vollblut-Arabern sowie dem Englischen Vollblut und den Rassen des Deutschen Reitpferdes gestattet. Der Bestand in Deutschland ist jedoch vergleichsweise gering. Im Jahr 2013 waren lediglich 213 Zuchttiere im Zuchtbuch eingetragen.

Pferde dieser Rasse

Ähnliche Beiträge

Nächster Beitrag