Maultier

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Muli

Muli

Beschreibung des Maultiers

Maultier, Maulesel oder Muli – nicht selten herrscht Verwirrung, wenn es um die Bezeichnung der aus Pferd und Esel gekreuzten Tiere geht. Das Maultier, das auch als Maultier bezeichnet wird, entsteht aus der Kreuzung eines Eselhengstes mit einer Pferdestute. Im Gegensatz hierzu findet beim Maulesel die umgekehrte Kreuzung, nämlich einer Eselstute und eines Pferdehengstes, statt.

Beide Tierarten sind also Hybriden, Nachkommen aus Kreuzungen von verschiedenen Rassen, und ähneln sich hinsichtlich ihrer äußeren Erscheinung. Das Maultier ist jedoch weiter verbreitet und weist eine deutlichere Ähnlichkeit zum Pferd auf. Bereits in der Antike verbreitet, hat sich das Maultier bis heute vor allem als Lasttier bewährt.

Exterieur

Das Maultier unterscheidet sich grundsätzlich in Größe und Fellfarbe, je nach Exterieur der Elterntiere. Durchschnittlich erreicht es ein Stockmaß von 140 bis 155 Zentimetern und liegt damit meist zwischen dem väterlichen Eselhengst und seiner Pferdemutter. Hinsichtlich des Körperbaus und der äußeren Erscheinung ähnelt das Maultier dem Pferd deutlicher als dem Esel. Vor allem der oftmals gestreckte, große Kopf und das Fell erinnern an die Pferdeabstammung, während die längeren Ohren und kleineren Nüstern auf den Eselhengst zurückzuführen sind. Als rassetypisch erweist sich zudem der Schweif, der im Unterschied zum Esel keine Quaste aufweist.
Mit Blick auf die Fellfärbung können beim Maultier alle Farben und Schattierungen vorkommen, darunter insbesondere Braun, Schwarz und Schwarzbraun. Seltener präsentiert sich ein Muli auch mit grauem Fell sowie gescheckt in den Farben Weiß und Braun. Markant ist außerdem das Mehlmaul, denn wie beim Esel zeichnen sich Mulis mit dunklen Fellfarben häufig durch eine weißliche Färbung rund um das Maul aus.

Interieur

Das Maultier weist positive Eigenschaften beider Abstammungsrassen auf und vereint die Trittsicherheit, Ausdauer und Besonnenheit des Esels mit der Kraft und dem Mut des Pferdes. Maultiere gelten als geradlinig, wenig scheu und sehr gutmütig, einhergehend mit einer hohen Intelligenz, Neugierde und Arbeitswillen. Darüber hinaus sind sie durchaus charakterstarke Tiere, die einige Zeit zur Eingewöhnung an einen neuen Besitzer benötigen. Grundsätzlich ist das Muli im Vergleich zum Pferd leichtfuttriger, unempfindlicher gegenüber Hitze, Nässe und Kälte sowie robuster hinsichtlich seiner gesundheitlichen Konstitution.

Zuchtgeschichte des Maultiers

Der Ursprung des Mulis liegt Jahrtausende zurück, denn die positiven Eigenschaften und der Nutzen der aus Pferd und Esel gekreuzten Tiere waren bereits weit vor der Zeit Christi bekannt. Antike Zeichnungen lassen darauf schließen, dass Maultiere schon im Alten Orient, insbesondere in Ägypten, verbreitet waren. Aber auch für die Zeit des Römischen Reiches liegen entsprechende Hinweise vor, zumal Maultiere in der Antike als besonders edel galten. Bemerkenswert ist zudem ein Fund aus Kalkriese in Niedersachsen, eine römische Fundstelle nahe Bramsche. Hier wurden Knochenreste eines ausgewachsenen Maultiers gefunden, von dem anzunehmen ist, dass es während der Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. als Zugtier verwendet wurde.

Im Mittelalter und in der Neuzeit war das Muli weltweit verbreitet und wurde vor allem als Lasttier in landschaftlich anspruchsvollen Regionen oder bei schwierigen Klimaverhältnissen eingesetzt. Auch in beiden Weltkriegen fanden die Maultiere vielfach Verwendung, darunter zur Unterstützung von Gebirgstruppen. Mit der zunehmenden Einführung von Maschinen und Transportwagen seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich ihr Bestand jedoch deutlich verringert. Heute wird das Muli vornehmlich in den Entwicklungsländern im Zuge der Landwirtschaft genutzt und in geringem Maße von Privatleuten in den USA und in Europa gezüchtet. Ebenso kommt es nach wie vor militärisch für Transportzwecke zum Einsatz.

Empfehlenswerte Links

www.wikipedia.org
www.muli.org

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