Menorquiner

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Menorquiner

Menorquiner

Beschreibung der Menorquiner Pferde

Menorquiner Pferde – Auf der Hinterhand tanzende Hengste mit heißblütigem, spanischem Temperament – kaum eine Pferderasse übt eine derartige Faszination aus. Die auf der Balearen-Insel Menorca beheimatete Rasse wird offiziell als Caballo de Pura Raza Menorquina, übersetzt reinrassiges menorquinisches Pferd, bezeichnet und ist mit ihren rhythmischen Bewegungen wie geschaffen für die hohe Kunst des Dressurreitens. Harmonisch und leichtfüßig tänzeln die Pferde förmlich durch die Lektionen im einheimischen Reitstil Doma Menorquina und sorgen dabei vor allem mit ihrem Lauf auf der Hinterhand für Furore, den sie als einzige Pferderasse weltweit beherrschen.

Beim sogenannten Bot und der Laufcourbette steigen die Menorquiner scheinbar mühelos hinauf, um auf den Hinterbeinen ihr einzigartiges Können zu demonstrieren. Da verwundert es kaum, dass sie in ihrer Heimat die Hauptattraktion zahlreicher traditioneller Feierlichkeiten und volkstümlicher Festumzüge sind, die jährlich Tausende von Zuschauern anlocken. Seit jeher fast ausschließlich auf der Insel verbreitet stellen sie einen festen Bestandteil des kulturellen bäuerlichen Lebens und ein förmliches Wahrzeichen Menorcas dar. Umso verwunderlicher ist es doch, dass Menorquiner offiziell erst seit 1989 als eigenständige Rasse anerkannt sind. Ungeachtet dessen imponieren sie nicht zuletzt mit ihrem edlen und unverwechselbaren Äußeren, denn ein Menorquiner ist stets ein schwarzer Rappe mit nur wenigen weißen Abzeichen und kräftigem, dunklem Langhaar.

Exterieur

Größe

Menorquiner werden durchschnittlich um die 160 Zentimeter groß und wiegen mehr als 500 Kilogramm. Während Stuten ein minimales Stockmaß von 148 Zentimetern aufweisen sollten, ist bei Hengsten eine Mindestgröße von 156 Zentimetern erwünscht. Ungeachtet dessen können die Pferde durchaus Größen von bis zu 1,70 Meter erreichen.

Gebäude

Im Typ eines barocken Pferdes stehend präsentieren sich Menorquiner mit einem länglichen Kopf, der über ein gerades bis leicht gewölbtes Profil verfügt und durch kleine Ohren sowie die lebhaften, runden Augen an Ausdruck gewinnt. Die muskulöse, mittellange Halspartie wird durch eine kräftige Mähne in Szene gesetzt und geht in einen länglichen Rumpf mit mittelbreiter Brust und geradem Rücken über.

Auffällig sind nicht zuletzt die langen Beine mit ihren breiten Gelenken, bei denen die Hinterhand nur vergleichsweise kurz ausgeprägt ist. Als umso imposanter erweist sich der bemerkenswert lange Schweif, der das edle, schlanke Erscheinungsbild der Menorquiner zusätzlich unterstreicht. Insgesamt zeigt sich der Körperbau sehr harmonisch, deutlich kräftiger als beim Araber.

Fell und Färbungen

Ihren hohen Wiedererkennungswert verdankt die Rasse vor allem ihrer markanten Fellfärbung, denn jeder Menorquiner ist ein Rappe in dunkel-schwarzer Schattierung und wird als Brauner geboren. An den Beinen und am Kopf sind weiße Abzeichen erlaubt, allerdings nur in geringem Ausmaß, sodass helle Fesseln ausgeschlossen sind.

Grundgangarten / Bewegungen / Bewegungsablauf

Mit ihrem eleganten, harmonischen und leichten Bewegungsablauf sind Menorquiner wie geschaffen für die Dressur, in deren Rahmen sie mit Übungen der Hohen Schule ausgebildet werden. Rhythmische und beschwingte Gänge, formvollendet gezeigt in unterschiedlichen Lektionen des Dressurreitens sorgen bei Zuschauern nicht selten für Begeisterungsstürme. Berühmt ist die Rasse vor allem für ihre Fähigkeit zum sogenannten Bot, dem Sprung über die Hinterhand, sowie für die Beherrschung der Laufcourbette, bei der die Pferde problemlos Dutzende von Metern allein auf der Hinterhand zurücklegen. Weltweit gelten sie als einzige Rasse, die dieser spektakulären Übung mächtig ist, zumal sie beim Laufen auf den Hinterbeinen wie schwebend über den Boden tanzen.

Interieur

Mit ihrer Charakterstärke und hohen Intelligenz erweisen sich Menorquiner stets als umgängliche und lernbereite Pferde, die bei Übungen energisch und mit Eifer agieren. Ungeachtet des ihnen oftmals nachgesagten lebhaften Temperaments, das sich in der Tat heißblütig zeigen kann, sind sie gelehrig und freundlich in ihrem Wesen, zumal sie sich mit ihrer Gelassenheit und Konzentrationsstärke durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Sei es für das Freizeitreiten oder sportliche Ambitionen, die aufmerksamen und sensiblen Pferde sind stets ein Gewinn für den Reiter.

Zuchtgeschichte des Menorquiner Pferdes

Ursprung

Menorquiner sind seit jeher auf Menorca beheimatet und werden noch heute beinahe ausschließlich von den Gestüten auf der Balearen-Insel und nur vereinzelt in weiteren europäischen Ländern gezüchtet. Über ihren Ursprung ist nur wenig bekannt, denn bis heute sind keine vollkommen gesicherten Erkenntnisse bezüglich ihrer genealogischen Abstammung vorhanden. Dennoch wird mehrheitlich angenommen, dass Menorquiner mit dem Berber, dem Araber oder portugiesischen Lusitanos verwandt sind, während einige Stimmen auch englische Vollblüter oder französische Pferde ins Spiel bringen.

Zuchtmethodik & Veredelung

Angesichts der wechselvollen Geschichte Menorcas, das über die Jahrhunderte hinweg unter dem Einfluss verschiedener Herrschaften und Kulturen stand, sind durchaus vielseitige Abstammungen und Einkreuzungen denkbar. In jedem Fall jedoch war die Haltung von Pferden im ländlichen Lebensumfeld der Insel gang und gäbe, wobei die Menorquiner nicht für landwirtschaftliche Zwecke eingesetzt wurden und sich gerade deshalb ihre Leichtfüßigkeit und elegante Erscheinung bewahren konnten. Das typische „Menorca-Pferd“ wurde von den Einheimischen als inseleigene Rasse angesehen und bewusst von Pferden aus unterschiedlichen Kreuzungen unterschieden, ohne dass eine offizielle Anerkennung vorlag.

Dies sollte sich erst im Jahr 1989 ändern, als die Menorquiner erstmals als eigenständige Pferderasse registriert und die Vereinigung der Züchter und Besitzer von Pferden menorquinischer Rasse gegründet wurde. Nach der Auswahl entsprechend geeigneter Vererber erfolgte die Ausstellung von Zuchtpapieren durch den neu initiierten Zuchtverband, ehe 1994 das erste Zuchtbuch herausgegeben und 2003 eine einheitliche Zuchtnorm eingeführt wurde. Heute umfasst die Population rund 3.500 Menorquiner, darunter etwa 850 eingetragene Zuchtstuten. Aufgrund des vergleichsweise kleinen Bestands gelten sie nach wie vor als eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse, obwohl das Interesse auch auf dem ausländischen Pferdemarkt allmählich zunimmt.

Zuchtbücher/ Zuchtverbände

Betreut wird die Zucht der Menorquiner von dem Zuchtverband Associació de Criadors I Propietaries de Cavalls de Raça Menorquina, der mehr als 500 Mitglieder überwiegend von der Insel, aber auch einige aus dem europäischen Ausland wie Frankreich oder Deutschland zählt. Als Vereinigung von Züchtern und Unterstützern der Menorquin-Pferdezucht obliegen dem Verband unter anderem die Herausgabe des Zuchtbuches, die Bewahrung der Zuchtstandards und die Organisation von Leistungsprüfungen und Turnieren.

Verwendung des Menorquiners

Der Großteil der Menorquiner wird im Bereich des Dressurreitens oder bei Shows und Veranstaltungen zum Paradereiten eingesetzt. Wer in den Sommermonaten eine volkstümliche Festivität auf Menorca besucht, wird nicht selten Vertreter der heimischen Pferderasse antreffen, die mit ihren akrobatischen Einlagen für reichlich Spektakel und Begeisterung sorgen. Nach wie vor sind sie in ihrer Heimat ein fester Bestandteil allerlei Fiestas und werden bei den sogenannten Jaleos, in den Straßen stattfindende Festumzüge und Reiterspiele, mit Spannung erwartet.

Inmitten einer Traube von Schaulustigen, im menorquinischen Reitstil zur Musik auf den Hinterhufen tanzend – traditionell stehen die Menorquiner im Mittelpunkt des bunten Treibens und bleiben Zuschauern mit ihren reiterlichen Künsten zweifelsohne in denkwürdiger Erinnerung. Als Sportpferd sind Menorquiner aber auch für andere Disziplinen im Bereich des Freizeitreitens geeignet, beispielsweise für das Springreiten, Ausritte oder auch vor der Kutsche und im Fahrsport.

Besonderheiten der Menorquiner Pferde

Auf Menorca beheimatet und zugleich auf der internationalen Bühne präsent – auch die Macher der bekannten Pferde-Show Apassionata haben Menorquiner bereits für ihre Vorführungen entdeckt und lassen die spanischen Pferde mit ihren tänzerischen Lektionen über das Viereck schweben. In ihrer Heimat sind sie weit mehr als eine Pferderasse mit faszinierender Dressurkunst, denn tief verwurzelt in der kulturellen Tradition und im bäuerlichen Leben der Einwohner gelten sie als Wahrzeichen und nationales Sinnbild der Insel. Nicht umsonst befindet sich in der zweitgrößten Stadt Menorcas, Ciutadella, ein imposantes Denkmal, das ein steigendes, auf der Hinterhand balancierendes Pferd zeigt und damit exakt die Besonderheit der Doma Menorquina, der einheimischen Reitkunst, darstellt, die Menorquiner seit jeher ausmacht.

Pferde dieser Rasse