Morgan

Das Morgan – eine amerikanische Pferderasse mit beachtlichen Fähigkeiten

 

Mit dem Morgan Horse präsentiert sich eine Pferderasse aus den USA, die in Europa eher gering verbreitet ist und deren Hauptzuchtgebiet nach wie vor in ihrer amerikanischen Heimat liegt. Die robusten, umgänglichen und vielseitig einsetzbaren Pferde sind die weltweit einzige Rasse, die in ihrem Ursprung ausschließlich auf einen Gründungshengst, den 1789 geborenen Stammvater Figure, zurückgeht. Dieser war in Besitz des Namensgebers Justin Morgan und legte mit seinen außergewöhnlichen Eigenschaften und seiner Vererbungskraft den Grundstein für die Entwicklung des Morgans, das sich heute mehr denn je durch einen gutmütigen Charakter, Mut und Zuverlässigkeit sowie Vielseitigkeit und Intelligenz auszeichnet.

Pferde der insbesondere in den USA beliebten Rasse erreichen ein Stockmaß von maximal 155 Zentimetern und können für alle Arten des Reit- und Fahrsports im Zuge des Freizeit- oder Turnierreitens eingesetzt werden. Auch in Deutschland ist das Morgan Horse als Reitpartner gern gesehen und auf dem Pferdemarkt gefragt, allerdings nicht so weit verbreitet wie andere amerikanische Pferderassen. Die Zucht ist solide aufgestellt und kann auf etwa 350 registrierte Pferde zurückgreifen. Für den Erhalt und die Förderung der Rasse setzt sich vor allem die 1989 gegründete Deutsche Morgan Horse Association e.V. ein.

Das Exterieur des Morgan Horses – ein wohlproportioniertes Pferd mit eleganter Erscheinung

 

Das Morgan Horse zeigt sich mit einem wohlproportionierten Gebäude und soll bei einem Stockmaß von etwa 140 bis 155 Zentimetern im Typ eines ausdrucksstarken und eleganten Reitpferdes stehen. Der Kopf ist durch große Augen, das leicht konkave bis gerade Profil und eine breite Stirn sehr ausdrucksvoll und weist feste Lippen, gut abgerundete Backen und große Nüstern auf. Die ansprechend geformten und kurzen Ohren stehen vergleichsweise weit auseinander. Eine Morgan Stute hat rassetypisch etwas längere Ohren. Der Körperbau zeichnet sich durch einen gut geschwungenen und sich verjüngenden Hals aus, der gut an der schrägen und langen Schulter ansetzt.

Der Widerrist ist sehr markant und reicht weit in den Rücken hinein. Außerdem sieht das Zuchtziel eine breite und tiefe Schulter von ausreichender Länge, eine muskulöse Kruppe und einen relativ hoch angesetzten Schweif vor. Unerwünscht sind hingegen eine zu hohe Kruppe oder ein zu langer und wenig bemuskelter Rücken. Ebenso kräftig zeigt sich auch das Fundament mit seinen trockenen Gliedmaßen und einer guten Knochenqualität. Die Röhrbeine sind kurz und fest mit einer geraden Stellung und gut gewinkelten Hinterbeinen. Die Hufen sollen sich durch eine feste Hornsubstanz, eine gute Sohlenwölbung und eine ansprechende, nicht zu flache und nicht zu steile Form auszeichnen. Mit Blick auf die Fellfärbung sind beim Morgan Horse alle Farben erlaubt. Meist kommen jedoch Braune und Rappen oder auch Füchse vor.

 

Das Morgan Horse und sein Interieur

 

Das Morgan gilt als edles und lebhaftes Pferd, das sehr robust, anpassungsfähig und ausdauernd ist. Die Pferderasse zeichnet sich durch eine schnelle Auffassungsgabe, hohe Intelligenz und einen sanften, gutmütigen Charakter aus. Aufgrund ihrer natürlichen Menschenbezogenheit sind Morgans umgänglich und zeigen sich im Training mit viel Arbeitswillen und Eifer. Zugleich sind sie vielseitig talentiert, nervenstark und zuverlässig – eben ideale Partner für das Reiten oder Fahren.

 

Zuchtgeschichte und Ursprung – vom Stammhengst Figure bis zur heutigen Pferderasse

 

Morgan Horses gehen in ihrem Ursprung auf den Gründungshengst Figure zurück, der im Jahr 1789 geboren und zum Stammvater der Pferderasse wurde. Der nur etwa 1,40 Meter große, braune Hengst wies einen gut bemuskelten Körperbau mit einer hohen Aufrichtung und einem kurzen Rücken auf und machte durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten von sich Reden. Er war äußerst schnell, sehr kräftig und edel in seiner Erscheinung, aber zugleich auch umgänglich und vielseitig talentiert und führte wahrscheinlich das Blut Englischer Vollblüter oder von Welsh und Arabern in sich. Sein Besitzer, der Musiklehrer Justin Morgan, war namensgebend für die heutige Rasse und konnte Figure sowohl für die Arbeit auf dem Feld als auch bei Galopp- und Trabrennen oder zum Fahren einsetzen.

Seine unvergleichliche Begabung und die sportlichen Erfolge machten den Hengst über seine Heimatregion, den Neu-England-Staaten Amerikas, hinaus berühmt und führten dazu, dass er vielfach als Deckhengst eingesetzt wurde. Durch seine dominante Vererbungskraft legte er den Grundstein für die Rasse Morgan, die das Geschehen bei Trab- und Galopprennen Mitte des 19. Jahrhunderts aufgrund ihres Kampfgeistes und der Schnelligkeit beherrschte. So wurde der Hengst Ethan Allen 50, ein Urenkel des Gründungshengsts, zum ersten Traber, der eine Meile in zweieinhalb Minuten absolvierte, und schon im Alter von vier Jahren Weltmeister. Geerbt hatte er diese Fähigkeit von Figure, der als begehrter Deckhengst auch andere amerikanische Pferderassen wie das Quarter Horse oder das Tennessee Walking Horse in ihrer Entwicklung beeinflusst und veredelt hat. Vor allem war er mit seiner einmaligen Vererbungskraft aber maßgeblich für die Entstehung der Rasse Morgan, die sich durch ihn erst entwickeln konnte.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Arbeit der Pferde auf dem Feld zunehmend durch den Einsatz von Traktoren und Maschinen ersetzt. Dies hatte auch Folgen für das Morgan Horse, dessen Bestand zeitweise deutlich sank, ehe sich Züchter und Pferdeliebhaber der großen Bedeutung der Rasse in den USA bewusst wurden. Zum Erhalt trug im Wesentlichen ein Regierungsprogramm bei, aus der die UVM Morgan Horse Farm hervorging. Diese bildet bis heute den Mittelpunkt der Morgan Zucht und bringt immer wieder typvolle, dem Rassestandard entsprechende Pferde hervor, die sich als gutes Zuchtmaterial erweisen.

Nach Deutschland kam das erste Morgan Anfang der 1970er Jahre, als ein US-Soldat sein Pferd aus seiner Heimat mitbrachte – der Beginn für eine Vielzahl an Importen. Dennoch avancierte das Morgan im Gegensatz zu anderen Rassen nicht zu einem Modepferd. Auch dieser Umstand trug sicherlich dazu bei, dass züchterische Fehler umgangen und eine qualitätsorientierte Zucht aufgebaut werden konnten. Die Etablierung der Rasse erfolgte nicht zuletzt durch die Gründung der Deutschen Morgan Horse Association e.V. im Jahr 1989, die sich der Reinerhaltung im Sinne der Rassestandards des amerikanischen Zuchtverbandes widmet.

Das Morgan überzeugt mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

Das Morgan ist ein vielseitig begabtes und für alle Arten des Reit- und Fahrsports einsetzbares Pferd. Als Allroundtalent kann es für viele Bereiche des Freizeitreitens oder Sports verwendet werden. Dressur und Springen sind ebenso möglich wie das Distanz- und Wanderreiten oder auch das Voltigieren und der Einsatz im Zuge der Reittherapie. Ebenso ist wie bei anderen amerikanischen Rassen eine Verwendung zum Westernreiten denkbar. Besonders erfolgreich ist das Morgan nicht zuletzt im Fahrsport, der seit jeher eine Domäne der Rasse darstellt. Hierbei zieht es die Blicke der Zuschauer auch aufgrund seines edlen Äußeren auf sich. In den USA wird außerdem eine Zuchtrichtung verfolgt, die das Morgan als Showpferd mit spektakulären Gängen in den Vordergrund stellt. Dementsprechend wird besonders auf eine hohe Vorhandaktion Wert gelegt.

 

Besonderheiten der Pferderasse Morgan

Das Morgan Horse weist vielseitige, sehr positive Eigenschaften wie einen geringen Futterbedarf, eine hohe Belastbarkeit und ein schnelles Regenerationsvermögen auf. Auch aus diesem Grund wurde die Rasse in der Vergangenheit durch die amerikanische Regierung als Kavalleriepferd ausgewählt und in ihrem Erhalt von staatlicher Seite aus gefördert. Für keine andere amerikanische Pferderasse gab es ein derartiges Regierungsprogramm wie für das Morgan – ein eindeutiges Zeichen für den besonderen Stellenwert, den die leistungsfähigen Pferde in den USA innehaben. Dementsprechend sind sie in ihrem Heimatland bis heute weit verbreitet, während die Bestände in Europa und den anderen Teilen der Welt eher niedrig eingestuft werden müssen. In Deutschland gibt es etwa 350 registrierte Morgans, die sich zum Großteil in Privatbesitz befinden.

Pferde dieser Rasse

Ähnliche Beiträge

Nächster Beitrag