Palomino

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Palomino

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Der Palomino – Pferde und Ponys mit goldglänzendem Fell

Der Palomino ist eine weltweit verbreitete Farbzucht, die bereits seit Jahrhunderten gezüchtet wird, und zeichnet sich durch sein goldfarbenes, glänzendes Fell aus. Ergänzt durch das weiße Langhaar an Mähne und Schweif begeistert der Palomino mit seiner außergewöhnlich schönen Erscheinung, die auf viele Pferdeliebhaber, Reiter und Züchter eine bleibende Faszination ausübt. Die goldfarbenen Pferde und Ponys werden auch als Isabellen bezeichnet und in den meisten Ländern nicht als Rasse, sondern lediglich als Farbtyp anerkannt. So dürfen in Großbritannien beispielsweise alle isabellfarbenen Pferde in das Zuchtbuch der Palomino Society eingetragen werden, während sich in den USA eine Anerkennung als eigenständiger Rassetyp etabliert hat.

 

Weltweit gibt es eine Vielzahl an Palominos, die aus den unterschiedlichsten Pferde- und Ponyrassen hervorgegangen sind und sich je nach individueller Befähigung für die verschiedenen Disziplinen des Reit- und Fahrsports eignen. Sei es das klassische Reitpferd oder ein isabellfarbenes Quarter Horse, das vor allem als Westernpferd zum Einsatz kommt, Palominos können in vielen Rassen vorkommen und von ganz unterschiedlichen Rassen abstammen. In Deutschland ist der Palomino als Rasse anerkannt. Das Zuchtbuch wird gemeinsam von mehreren Züchtervereinigungen geführt, die der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) angehören.

Der Palomino und sein Exterieur – goldfarbene Pferde und Ponys mit harmonischem Körperbau

Der Palomino soll ein Stockmaß von mindestens 120 Zentimetern erreichen, kann aber je nach Rassenabstammung auch deutlich größer werden. Typisch ist seine Erscheinung als goldfarbenes Pferd mit einem silbrig-weißen bis weißen Behang, der einen Anteil von Fremdfarbe enthalten kann. Abzeichen aller Art sind erlaubt. Hinsichtlich des Gebäudes sieht das Zuchtziel ein korrekt erscheinendes Pferd oder Pony mit einem ausdrucksvollen und trockenen Kopf vor. Dieser soll durch nicht zu große Ohren sowie freundliche, große und lebhafte Augen gekennzeichnet sein. Der Körperbau soll sich harmonisch zeigen und für alle Reit- und Fahrtzwecke geeignet sein. Dies schließt einen gut aufgesetzten, breiten und mittellangen Hals mit ausreichender Ganaschenfreiheit ein, der sich zum Kopf hin verjüngt.

 

Die Schulter soll sich schräg gelagert und groß präsentieren und in einen gut bemuskelten, mittellangen Rücken mit einem markanten Widerrist und ausreichend Brusttiefe übergehen. Charakteristisch für das Exterieur sollen außerdem eine muskulöse, längere und leicht geneigte Kruppe, ein nicht zu hoch angesetzter Schweif und eine harmonisch aufgeteilte Vor-, Mittel- und Hinterhand sein. Das trockene und zum Körperbau passende Fundament verfügt über korrekte, klare Gliedmaßen, ausreichend große und korrekte geformte Gelenke, mittellange Fesseln sowie wohlgeformte, feste und mittelgroße Hufen. Von besonderer Bedeutung ist auch eine korrekte Gliedmaßenstellung mit einem gut angewinkelten Hinterbein und seitlich gesehen gerade gestellten Vorderbeinen. Unerwünscht sind beim Palomino ein plumpes und derbes Erscheinungsbild, verschwommene Konturen, ein zu grober Kopf und unklare Gelenke. Vor allem bei Zuchtpferden darf der Geschlechtsausdruck nicht fehlen.

Das Interieur des Palominos

Mit seiner Nervenstärke und seinem guten, einwandfreien Charakter erweist sich der Palomino als umgängliches und unkompliziertes Pferd bzw. Pony. Durch sein ausgeglichenes Temperament und seine ausgeprägte Zuverlässigkeit eignet er sich für alle Disziplinen Reitens und Fahrens. Darüber hinaus zeichnet sich der Palomino durch eine hohe mentale und körperliche Belastbarkeit, eine gute Fruchtbarkeit und eine robuste Gesundheit aus.

Zuchtgeschichte und Ursprung des Palominos

Palominos werden als Farbtyp bereits seit Jahrhunderten gezüchtet und waren ebenso in Europa und Amerika wie in Asien bekannt und begehrt. Anzunehmen ist, dass sie wie Paint Horses und Pintos in ihrem Ursprung von spanischen Pferden abstammen, die im 16. Jahrhundert nach Amerika gelangten. Die Pferde der spanischen Eroberer waren zum Teil Palominos gewesen, die sich in Spanien zu dieser Zeit großer Beliebtheit erfreuten. So waren zahlreiche isabellfarbene Pferde in Besitz der damaligen spanischen Königin Isabella de-Bourbon, auf die der Name Isabellen zurückgehen soll. Nur ihr, der Königsfamilie und einem ausgewählten Personenkreis war es gestattet, die Palominos zu reiten. Aus ihrem Bestand wurden fünf Stuten und ein Hengst nach Neu-Spanien, das heutige Mexiko, exportiert. Diese Pferde sind noch heute in den Stammbäumen vieler amerikanischer Palominos wiederzufinden.

 

Eine Art Neuentdeckung der Pferde mit dieser besonderen, goldenen Fellfarbe geht auf Dick Halliday zurück, der die Farbgebung viele Jahre lang erforschte und im Jahr 1935 für die Einführung des ersten Zuchtregisters in den USA verantwortlich war. Als erster Hengst wurde El Rey de Los Reyes registriert. Ein Jahr später gründete Halliday den bis heute bestehenden amerikanischen Zuchtverband, die Palomino Horse Association (PHA), die 1941 um einen zweiten Verband, die Palomino Horse Breeders of America (PHBA), ergänzt wurde. Zunächst bestand das Ziel neben der Erhaltung der Zucht darin, bestimmte Blutlinien einzutragen. Im Laufe der Jahre wurde jedoch deutlich, dass die Palomino-Zucht auf viele verschiedene Blutlinien und Rassen zurückgreifen muss, da es aufgrund der Genetik nicht möglich ist, immer wieder, quasi automatisch, Palominos hervorzubringen. So muss, anders als es anzunehmen wäre, aus einer Anpaarung einer Palomino-Stute mit einem Palomino-Hengst nicht zwangsläufig ein Palomino-Fohlen hervorgehen.

 

Heute werden Palominos nach wie vor traditionell in den USA gezüchtet, wo sie als Pferderasse anerkannt sind, auch wenn es sich vor dem genetischen Hintergrund eigentlich um eine Farbzucht handelt. Für diese Züchtungen kommen vor allem Quarter Horses zum Einsatz. Darüber hinaus finden Pferde Verwendung, die dem alten, schweren Westernpferd-Typ, dem sogenannten Stock-Typ, entsprechen. Die Zuchtverbände erfassen alle Pferde, die mit ihrer Fellfarbe eindeutig Palominos sind, mit Ausnahme von Pferden, die in ihrem Stammbaum Kaltblüter oder Shetland Ponys aufweisen. Eine weitere Bedingung für die Eintragung besteht in dem Stockmaß, das zwischen 140 und 170 Zentimetern liegen soll. Das Exterieur ist darüber hinaus sehr unterschiedlich, muss aber frei von Mängeln sein und sich durch einen edlen Ausdruck auszeichnen, um eine Erhöhung der Rassequalität zu erzielen. Je nach Erscheinungsbild werden in den USA vier Typen des Palominos unterschieden. Hierzu gehört zum einen der Pleasure-Typ mit Araber-ähnlichem Aussehen, darunter Tennessee Walking Horses oder Araber.

 

Ein weiterer Typ ist der Riding-Typ, der einem Warmblut ähnelt und vor allem bei verschiedenen amerikanischen Warmblutrassen vorkommt. Außerdem gibt es den Palomino als Stock-Typ, der einem kräftigen Westernpferd entspricht und insbesondere bei Quarter Horses vorkommt, sowie den Saddlebred-Typ. Dieser ist als Golden American Saddlebred zugleich eine eigene Rasse. In Großbritannien hat hingegen die British Palomino Society eine Zuchttradition von Palominos begründet, die sich auf den englischen Huntern und den dort beheimateten Ponyrassen gründet. Dort sind die Palominos vor allem als Showpferde sehr beliebt.

Wissenswertes rund um den Palomino

Der Bewegungsablauf

Der Bewegungsablauf zeigt sich beim Palomino sowohl schwungvoll und raumgreifend als auch taktrein und fleißig. Die Vorhand greift frei aus der Schulter hervor, während sich der Schub aus der Hinterhand über den locker schwingenden Rücken überträgt. Ungern gesehen werden unelastische, kurze, zu flache oder schwerfällige Bewegungen sowie ein fester Rücken.

Die Zuchtmethode

Bei der Zucht des Palominos wird die Methode der Reinzucht angewendet. Pferde, deren Stockmaß sich um mehr als 50 Zentimeter unterscheidet, sollen nicht angepaart werden. Darüber hinaus ist es erforderlich, dass mindestens ein Elternteil ein Cremello (Blue Eye Cream) oder Palomino ist, wenn eine Eintragung in das Stutbuch I und II, in das Hengstbuch I und II und in das Vorbuch vorgenommen werden soll. Das Zuchtbuch ist für alle Pferde- und Ponyrassen offen, deren Einbeziehung sinnvoll erscheint, um das angestrebte Zuchtziel zu erreichen. Dementsprechend gibt es eine Vielzahl an Pony- und Pferderassen, die für die Zucht des Palominos zugelassen sind. Hierzu gehören unter anderem:

 

Empfehlenswerte Links mit Informationen zum Palomino

http://die-pferderassen.de/index.html?/rassen/palo.html
https://www.palominohorseassoc.com/ (Englisch)
http://www.palominohba.com/ (Englisch)

Pferde dieser Rasse