Paso Peruano

Der Paso Peruano – die Gangpferderasse aus Peru

 

Elegant und robust, gelassen und temperamentvoll, freundlich und stolz zugleich – der Paso Peruano ist mit seinem außergewöhnlichen Interieur und seinem edlen, ibero-afrikanischen Aussehen zweifellos eine besonders faszinierende Rasse. Die in Peru beheimateten Gangpferde werden in Südamerika bereits seit dem 16. Jahrhundert gezüchtet und sind seit den 1970er Jahren auch in Europa bekannt. Ausdauernd und lernwillig im Umgang ist der Paso Peruano ein idealer Reitpartner für das Freizeit– und Wanderreiten, zumal er mit seiner rassetypischen Gangart, dem unermüdlichen Paso Llano, auftrumpft.

Die Viertaktgangart macht auch lange Distanzritte möglich und erweist sich für den Reiter als äußerst bequem und komfortabel im Sitz. Aber auch das äußere Erscheinungsbild der an Berber oder Andalusier erinnernden Pferde-Exoten weiß zu beeindrucken. Mit ihrem trockenen und edlen Kopf, dem kräftigen, eher quadratischen Gebäude und ihrer dichten Mähne weisen die etwa 140 bis 155 Zentimeter großen Pferde ein ansprechendes Exterieur auf. Wer ein leistungsbereites Gangpferd mit ausdrucksstarker Ausstrahlung für das Freizeitreiten und Ausritte in der freien Natur sucht, findet im Paso Peruano einen perfekten Reitpartner. Zugleich eignet sich die Rasse ideal für spezielle Gangpferdewettbewerbe und Showauftritte zu südamerikanischen Klängen.

 

Das Exterieur – der ausdrucksvolle Paso Peruano zeigt sich mit ibero-afrikanischer Prägung

 

Der Paso Peruano zeichnet sich durch eine mittlere Größe aus und erreicht ein Stockmaß von etwa 140 bis 155 Zentimetern. Das Zuchtziel sieht eine Größe von circa 145 bis 155 Zentimetern vor. Sein Exterieur ist deutlich ibero-afrikanisch geprägt und erinnert daher an Andalusier oder Berber. Dies spiegelt sich bereits im trockenen und edlen, schön getragenen Kopf wider, der über ein gerades bis leicht konvexes Profil sowie ausdrucksvolle, wache Augen und bewegliche, große Nüstern verfügt. Die spitzen, feinen Ohren sind etwas nach innen gekrümmt und vergleichsweise klein. Charakteristisch sind außerdem ein feinlippiges, kleines Maul, eine breite und flache Stirn sowie ein biegsames und schlankes Genick.

Der kräftige, ausreichend lange Hals ist ansprechend geformt, hoch angesetzt und wird von einer dichten Mähne bedeckt. Insgesamt erscheint das Gebäude des Paso Peruano eher quadratisch. Erwünscht ist ein Körperbau mit schrägen Schultern, einem gut bemuskelten und mittellangen Rücken, viel Gurtentiefe sowie gut gewölbten Rippen. Die Lendenpartie soll ebenso kräftig ausgeprägt sein wie die leicht abfallende Kruppe. Rassetypisch sind nicht zuletzt ein tief angesetzter Schweif und ein langer, stark ausgeprägter Behang.

Das Fundament ist durch gut geformte, eher kleine und harte Hufen sowie gut gewinkelte Sprunggelenke gekennzeichnet. Bei den bemuskelten Beinabschnitten wird eine möglichst kräftige und lange Ausprägung bevorzugt, während sich die unteren Abschnitte kurz, feingliedrig und trocken zeigen sollen. Mit Blick auf die Fellfarbe kommen beim Paso Peruano alle Färbungen mit Ausnahme von Schecken und Albinos vor. Am häufigsten sind Braune, Palominos und Füchse, wie etwa der Dunkelfuchs, vertreten.

 

Das Paso Peruano und sein Interieur

 

Beim Interieur sind gegensätzliche Merkmale maßgeblich, denn die peruanische Pferderasse zeigt sich ebenso feurig wie gelassen, robust und dennoch elegant, stolz und zugleich menschenbezogen. Im Umgang ist der Paso Peruano sensibel, aber auch nervenstark, zumal das durchaus lebhafte Temperament durch eine große Sanftmut ergänzt wird. Hinter dem unter Umständen wild erscheinenden Verhalten steckt oftmals nur Show, Willigkeit und Arbeitseifer, da der freundliche und aufmerksame Paso weiß, sein Temperament zu zügeln. Diese einzigartige und rassetypische Gegensätzlichkeit im Interieur wird als Brio bezeichnet – eine Kombination aus energischem Einsatz, eifriger Bereitwilligkeit und ausdrucksstarker Präsentation. Zweifellos macht auch dieses ganz besondere Interieur den einzigartigen Reiz des Paso Peruano aus.

 

Zuchtgeschichte und Abstammung des Paso Peruano

 

Der Paso Peruano geht in seinem Rasseursprung auf Pferde zurück, die im Zuge der Eroberung Südamerikas seit dem 16. Jahrhundert von Spaniern mit nach Peru gebracht und dort als Artilleriepferd für kriegerische Auseinandersetzungen verwendet wurden. Die spanischen Eroberer setzten ihre leistungsstärksten Kriegspferde für Feldzüge ein – diese altspanischen und nordafrikanischen Pferderassen wurden mit den einheimischen Pferden gekreuzt. Aus diesen Anpaarungen entwickelte sich die Rasse des Paso Peruano, deren Zuchtbeginn auf das Jahr 1534 datiert wird.

Seither wurden die Gangpferde vor allem von Großgrundbesitzern geritten, um entfernt liegende Plantagen zu erreichen. Für die weiten Strecken kam nur ein bequemes, anspruchsloses und ausdauerndes Pferd wie der Paso Peruano infrage, der zugleich als Statussymbol mit adeliger Ausstrahlung und Eleganz galt. Im Zuge dieser speziellen Anforderungen etablierte sich der Paso Peruano als bevorzugtes Pferd der oberen gesellschaftlichen Schichten, die ihn für Reisen mit großen Distanzen einsetzten. Die Zucht wurde dementsprechend auf einen möglichst erschütterungsfreien und komfortablen Gang ausgelegt.

 

In Europa sorgten die beeindruckenden Gangpferde erstmals in den 1970er Jahren für Aufmerksamkeit. Vor allem war es Jean-Claude Dysli, der die Rasse ab 1973 importierte und europaweit bekannt machte. Während der Paso Peruano damals noch als exotische Rasse galt, mit der sich zunächst nur wenige Züchter befassten, so gibt es heute einen Bestand von rund 1.000 Tieren, der sich qualitativ weiterverbreitet. Neuimporte aus Süd-, aber auch Nordamerika stellen die Möglichkeit einer Blutauffrischung sicher. Die Zucht erfolgt durch anerkannte Züchtervereinigungen in eigenständigen Teilpopulationen unter Einhaltung der Grundsätze des Ursprungszuchtbuches.

 

Der Paso Peruano ist ein ideales Freizeit- und Showpferd

 

Ob Distanz- oder Wanderritte, Dressurübungen oder Ausritte in freier Natur, der Paso Peruano ist ein perfektes Freizeitpferd und eignet sich mit seinem unermüdlichen Paso Llano auch zur Absolvierung von langen Strecken. Freizeitreiter wissen den bequemen Sitz zu schätzen und können die sehr lernwilligen, biegsamen und geschmeidigen Pferde auch im Bereich der Dressur einsetzen.

Ungeachtet dessen hat sich der Paso Peruano als hervorragendes Showpferd bewährt, da er nicht nur mit seinem reizvollen Aussehen begeistert, sondern sich auch gerne vor Publikum präsentiert. Vor allem Show-Auftritte zu südamerikanischer Musik, bei denen die Pferde in traditioneller peruanischer Montur gezeigt werden, sind für Zuschauer ein eindrucksvolles und immer wieder faszinierendes Spektakel. Vom Freizeit- und Wanderreiten bis zu publikumswirksamen Auftritten und speziellen Gangpferdewettbewerben, der Paso Peruano macht eine gute Figur.

 

Die besonderen Gangarten des Paso Peruano

 

Der Paso Peruano zeichnet sich durch seine besonderen, von Natur aus angeborenen Gangarten aus, darunter insbesondere der Paso Llano, eine für den Reiter sehr bequeme, klare Viertaktgangart, bei der immer mindestens ein Bein Kontakt zum Boden hat. Alle vier Hufen fußen bei diesem reinen Viertakt im gleichen Rhythmus und gleich lang ab. Die Fußfolge entspricht dem Schritt, es erfolgt also eine gleichseitige Bewegung der Beine. Durch die fehlende Schwebephase ist für den Reiter keinerlei Erschütterung spürbar – das Resultat ist ein Sitz im Sattel, der komfortabler nicht sein könnte.

Darüber hinaus beherrscht der Paso Peruano eine schnellere Variante dieser Viertaktgangart namens Sobreandando, bei der im Zuge der Tempoverstärkung eine leichte Verschiebung zum Pass zu beobachten ist. Beide Gangarten zeichnen sich durch den sogenannten Termino aus, ein seitliches Ausschwingen der Vorhand, das rassetypisch für den Paso Peruano ist. Da sich die Vorderbeine aus der Schulter herausdrehen, wird ein gedämpftes Auffußen ermöglicht. Auch dies trägt zum Komfort der Gänge bei und macht das Reiten besonders bequem. Wer aus gesundheitlichen Gründen möglichst erschütterungsfrei und rückenschonend im Sattel sitzen möchte, trifft mit einem Paso Peruano als Reitpferd eine hervorragende Wahl.

Der Paso Peruano wird in seiner peruanischen Heimat in der Regel als Ein-Gang-Pferd, also ausschließlich im Paso Llano, geritten. Der Trab wird nicht akzeptiert und der Galopp nur selten gefördert. In Europa ist hingegen auch eine Ausbildung im Schritt und Galopp üblich. Nur der Trab spielt eine untergeordnete Rolle, zumal ihn die Pferde unter dem Sattel oftmals nicht anbieten.

Pferde dieser Rasse

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