Rocky Mountain Horse

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Rocky Mountain Horse

Rocky Mountain Horse

Das Rocky-Mountain-Horse – die junge, amerikanische Gangpferderasse

Das Rocky-Mountain-Horse ist eine junge, amerikanische Gangpferderasse, die auch als Rocky-Mountain-Pony oder Rocky-Mountain-Saddlehorse bezeichnet wird. Anders als der Name annehmen lässt, stammt die Rasse in ihrem Ursprung nicht aus den Rocky Mountains, sondern aus den Appalachen in Kentucky im Osten der USA. Die rund 145 bis 160 Zentimeter groß werdenden Pferde sind vor allem dafür bekannt, als Viergänger nicht nur die drei Grundgangarten, sondern auch den Viertaktgang, den Tölt, zu beherrschen. Diese für den Reiter sehr komfortable Gangart macht das Rocky-Mountain-Horse zu einem idealen Freizeitpferd, das jederzeit für ausgiebige Wanderritte eingesetzt werden kann. Darüber hinaus zeichnet sich die Rasse, die erst seit den 1980er Jahren gezüchtet wird, durch eine hohe Ausdauer, Rittigkeit und Trittsicherheit sowie ein freundliches Wesen aus.

Das Exterieur des Rocky-Mountain-Horse

Das Rocky-Mountain-Horse zeichnet sich durch ein mittelgroßes Stockmaß von etwa 145 bis 160 Zentimetern aus. Der trockene und gerade Kopf zeigt sich mit feinen Ohren und sitzt auf einem geraden und starken Hals. Rassetypisch sind schräge Schultern, ein kurzer, gerader Rücken sowie eine leicht abfallende Kruppe.

Hinsichtlich der Fellfärbung kommen beim Rocky-Mountain-Horse alle Farben vor. Meist sind aber Braune vorherrschend, die über ein schokoladenfarbenes Fell mit flachsfarbenem Langhaar verfügen. Grundsätzlich präsentiert sich die Rasse mit einer vielseitigen Variation an Fellfarben und dennoch ist sie vor allem für diese besondere Windfarbe namens „Chocolate“ bekannt, die auf das „Silver Dapple“-Gen zurückgeht. Das Deckhaar ist in einem Schokoladen-Ton gefärbt, der von dunkel bis hell changieren kann, während das Langhaar flachsfarben bis weiß erscheint. Zudem tritt oftmals eine Apfelung auf.

Das Rocky-Mountain-Horse ist ein Pferd mit hervorragendem Interieur

Mit seiner hohen Trittsicherheit und ausgeprägten Ausdauer ist das Rocky-Mountain-Horse ein hervorragendes Freizeitpferd zum Wanderreiten. Diese Eignung wird durch die natürliche Veranlagung zum Tölt zusätzlich untermalt. Die Rasse zeichnet sich durch ihre komfortablen Gänge sowie eine ausgesprochene Ruhe und große Freundlichkeit aus und ist daher auch für ältere Reiter oder Menschen mit Handicap hervorragend geeignet. Darüber hinaus ist das Rocky-Mountain-Horse sehr genügsam und ein Reitpferd mit gesundem Verstand und starkem Herzen. Aufgrund des bequemen Ganges können auch längere Distanzen ohne große Anstrengung zurückgelegt werden.

Zuchtgeschichte und Ursprung des Rocky-Mountain-Horse

Das Rocky-Mountain-Horse ist eine sehr junge Pferderasse und wird erst seit den 1980er Jahren mit festgelegtem Zuchtziel gezüchtet. In seinem Ursprung geht es auf einen Pferdetyp zurück, der in den amerikanischen Appalachen schon früher als Arbeits- und Ackerpferd eingesetzt wurde. Diese vielseitigen Pferde halfen, das Vieh zu treiben oder den Pflug zu ziehen, wurden darüber hinaus aber auch als Reitpferd verwendet. Mit ihrer Rittigkeit und Intelligenz, ihrem freundlichen Wesen und ihrem von Natur aus gegebenen, komfortablen Viertakt-Gang, dem Tölt, erwiesen sie sich als leicht trainierbare Pferde, zumal sie hervorragend an die Anforderungen der Appalachen mit ihrer bergigen Landschaft angepasst waren. Schnell erhielten solche Pferde den Namen Mountain-Horse und entsprachen dabei unterschiedlichen Typen, die in verschiedene Stammbücher eingetragen wurden. So entstanden sowohl das Rocky-Mountain-Horse-Stammbuch als auch das Mountain-Pleasure-Horse- und das Kentucky-Mountain-Saddle-Horse-Stammbuch – jedes mit besonderer Beachtung der jeweiligen charakterlichen und äußerlichen Eigenschaften.

Konkret geht die Herausbildung des Rocky-Mountain-Horse auf den Reitstall-Besitzer Sam Tuttle aus Kentucky zurück, der mit Old Tobe einen Hengst besaß, der sich durch eine exzellente Tölt-Veranlagung und ausgeprägte Rittigkeit auszeichnete. Da er beide Eigenschaften an seine Nachkommen vererbte, wurde er zu einem sehr beliebten Deckhengst und entsprechend vielfach für die Zucht eingesetzt. Noch heute ist Old Tobe in vielen Stammbäumen von Rocky-Mountain-Horses wiederzufinden, die sich wie ihr Vorfahre durch eine hohe Trittsicherheit und Ausdauer auszeichnen. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Rasse auch das Blut von Narragansett Pacers und von spanischen Pferden in sich trägt. Das erste Stutbuch wurde im Jahr 1986 eröffnet, 2004 wieder geschlossen und wird bis heute von dem amerikanischen Zuchtverband, der Rocky Mountain Horse Association (RMHA), geführt. Die Anzahl der eingetragenen Rocky-Mountain-Horses betrug gegen Ende des Jahres 2005 mehr als 13.000.

Die Zuchtgeschichte lässt sich nicht zuletzt aus den Stammbäumen einzelner Pferde ablesen, da es sich bei dem Rocky-Mountain-Horse um eine sehr junge Rasse handelt. Die Abstammungen können auf fünf Stammväter zurückverfolgt werden, allesamt Söhne von Old Tobe. Um dessen charakteristischen Eigenschaften zu etablieren, wurden seine Nachkommen zu Beginn der Rasseentwicklung miteinander gekreuzt. So war ein hoher Anteil seiner Gene sichergestellt, auch wenn später selbstverständlich eine höhere genetische Vielfalt angestrebt wurde. Umso stärker sich Old Tobe mit seinen Eigenschaften in den Nachkommen durchsetzte, desto stärker entsprachen diese dem typischen Rocky-Mountain-Horse, wie wir es bis heute kennen. Der bekannte Deckhengst war sehr leichtrittig, unerschrocken und trittsicher auf unebenem Gelände, gesund, stark und freundlich und überzeugte nicht zuletzt mit einem taktklaren Viertaktgang – sämtliche Eigenschaften, die das Rocky-Mountain-Horse nach wie vor aufweist. Zudem zeichnete sich Old Tobe durch eine besonders ansprechende Fellfarbe aus. Auch das windfarbene Deckhaar mit flachsfarbener Mähne und Schweif ist bis heute rassetypisch.

Das Rocky-Mountain-Horse und seine Einsatzmöglichkeiten

Das Rocky-Mountain-Horse wird gerne als Freizeit- und Reitpferd eingesetzt und eignet sich mit seinem komfortablen Viertaktgang besonders für lange Distanz- und Wanderritte. Aufgrund der Einzigartigkeit in der Bewegung und des ansprechenden Erscheinungsbildes findet die Rasse auch als Showpferd Verwendung.

Besonderheiten – das Rocky-Mountain-Horse uns sein Viertaktgang

Das Rocky-Mountain-Horse ist neben seinem attraktiven Äußeren insbesondere für seine besondere Gangveranlagung bekannt. Zusätzlich zu den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp beherrscht die Rasse nämlich eine weitere Gangart, die in Europa vor allem von den Islandpferden bekannt ist und als Tölt bezeichnet wird. Der klare Viertakt ist beim Rocky-Mountain-Horse ideal ausgeprägt und hat in Amerika den Namen Singlefoot oder Rack – ein sehr bequemer Gang, der sich selbst beim Reiten mit höherem Tempo als äußerst komfortabel für den Reiter erweist. Kennzeichnend ist beim Viertakt, dass es keine Schwebephase gibt und immer mindestens ein Bein den Boden berührt. Beim Rocky-Mountain-Horse ist dieser Bewegungsablauf besonders klar ausgeprägt – deshalb wird die Rasse für ihren besonders weichen und fließenden Gang geschätzt. Wer einen Reitpartner mit komfortablem Gang sucht, ist mit einem solchen Pferd also gut beraten. Es eignet sich hervorragend für Anfänger, ältere Reiter oder Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung. Lange Distanz- oder Wanderritte sind ohne große Anstrengung möglich und dies in einem für Pferd und Mensch gleichsam schonenden Gang.

Empfehlenswerte Links mit Wissenswertem zum Rocky-Mountain-Horse

http://www.igmountainhorse.com/rocky-mountain-horse.html

http://www.igv-online.de/index.php/rocky-mountain-horse

https://www.rmhorse.com/

 
 
 
 

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