Schlesier

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Schlesier

Beschreibung der Schlesier Pferde

Schlesier Pferde sind eine heute vergleichsweise gering verbreitete Pferderasse vom Typ eines schweren Warmbluts und werden oftmals auch unter der Bezeichnung Slaski oder Schlesisches Warmblut geführt. Beheimatet ist die Rasse vor allem im ehemaligen schlesischen Teil Polens, in dem seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine bis heute erfolgreiche Zucht besteht.

Zum Einsatz als Arbeits- und Zugpferd in der Landwirtschaft bestimmt, wurden zunächst Oldenburger und Ostfriesen eingekreuzt, um einen schweren, kräftigen Pferdetyp zu erzielen. Längst ist jedoch das leichte und gängige Reitpferd beim Schlesier vorrangig, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch zunehmende Veredelungen mit englischen Vollblütern zu einem Sportpferd mit hoher Fahreignung entwickelt hat. Dieser Typ der Schlesier Pferde ist heute im Rahmen der Zucht maßgeblich und wird vor allem auf dem Gestüt Klikowa in Südwestpolen nachgezogen, während der schwere Pferdetyp vergleichsweise selten vorzufinden ist.

Ausgeglichen im Temperament, nur wenig größer als ein Pony und zugleich robust im Körperbau sind Schlesier Pferde ideal für den Freizeit– und Hobbysport geeignet, zumal sie sich als ursprüngliches Zugpferd noch heute bestens vor dem Wagen bewähren. Neben Kutschfahrten können mit einem Schlesienpferd aber auch Spring- und Dressurübungen auf niedrigem Niveau absolviert werden, sodass es sich nicht selten als perfekt geeignetes Freizeitpferd für die ganze Familie erweist.

Exterieur

Größe

Schlesier Pferde erreichen ein Stockmaß von 155 bis 170 Zentimetern und werden etwa 600 bis 650 Kilogramm schwer. Während die heute nur noch seltenen Schlesier vom schweren Typ lediglich um die 160 Zentimeter groß werden, erreichen vor allem die Hengste des eleganteren Reitpferdetyps oftmals eine Widerristhöhe von 1,70 Meter.

Gebäude

Mit ihrem geraden bis ramsigen Kopf und einem kräftigen Hals, an den sich schräge Schultern anschließen, präsentieren sich Schlesier Pferde als sehr stattliche und robust gebaute Rasse. Das dichte Langhaar lenkt die Blicke auf sich, während sich der kompakte Körperbau insbesondere in einer breiten und kräftig bemuskelten Kruppe, einem gut ausgeprägten Widerrist und einer guten Rippentiefe widerspiegelt. Kurze Röhrbeine und eine große Hufe machen derweil das Fundament aus.

Fell und Färbungen

Mit Blick auf die Fellfärbung sind beim Schlesier sämtliche Farbvarianten mit Ausnahme von Schecken vorhanden. Überwiegend präsentieren sich allerdings Braune, Füchse und Rappen.

Grundgangarten / Bewegungen / Bewegungsablauf

Schlesier Pferde beherrschen vom Schritt über Trab bis zu Galopp die drei Grundgangarten und zeichnen sich darüber hinaus durch ihre hohe Fahreignung aus. Hierbei überzeugen sie im Gespann mit raumgreifenden Schritten und einem harmonischen Bewegungsablauf. Bemerkenswert ist aber auch die gute Schrittlänge auf kurzer Distanz.

Interieur

Schlesier Pferde sind für ihr nervenstarkes, umgängliches und ausgeglichenes Wesen bekannt. Dadurch erweisen sie sich als äußerst verlässliches und für den Reiter sicheres Freizeitpferd, das nichts aus der Ruhe bringt und sich auch für Anfänger hervorragend eignet.

Zuchtgeschichte

Ursprung

Die Rasse der Schlesier Pferde geht bis in das 19. Jahrhundert zurück, als in Schlesien zunehmender Bedarf nach einem starken Wirtschaftspferd als Zug- und Lasttier herrschte. Mit dem Ziel der Entstehung eines robusten, in der Landwirtschaft einsetzbaren Pferdetyps wurden Oldenburger und ostfriesische Hengste importiert, um sie mit einheimischen Stuten zu kreuzen. Maßgeblich für die Zucht war insbesondere das 1817 gegründete Landgestüt Leubus sowie das ab 1877 als zentraler Zuchtstützpunkt dienende Gestüt Cosel. Ab den 1950er Jahren orientierte sich das allgemeine Zuchtziel jedoch weg vom schweren, zugstarken Arbeitspferd hin zu einem leichteren, gängigen Sport- und Reitpferd, sodass zunehmend englische Vollblüter sowie Wielkopolska-Hengste zur Veredelung eingekreuzt wurden. Heute wird die Zucht der Schlesier Pferde vorrangig auf dem seit 1955 bestehenden Gestüt Klikowa betrieben.

Zuchtmethodik & Veredelung

Bereits 1901 wurde das Schlesische Zuchtbuch eröffnet, das vom 1917 gegründeten Schlesischen Warmblutzuchtverband geführt wird.

Zuchtbücher/ Zuchtverbände

Die bekanntesten Zuchtlinien gehen vornehmlich auf die Hengste Ulan, Rittmeister, Diebitsch, Holdek und Firley zurück, die mit ihren Nachkommen bis heute die Zucht der Schlesier Pferde prägen.

Verwendung des Schlesiers

Schlesier Pferde haben sich im Bereich des Freizeitsports vor allem als Fahrpferde bewährt, die sich aufgrund ihres natürlichen Fahrtalents ideal für den Einsatz vor Wagen und Kutschen eignen. Auch im Bereich des professionellen Turniersports finden sie daher Verwendung als Teil des Gespanns bei Fahrrennen. Vor allem polnische Starter setzen bei internationalen Wettkämpfen auf Schlesier Pferde und konnten bereits mehrere Erfolge bei Weltmeisterschaften einheimsen. Daneben eignen sich die Schlesier im Zuge des Hobbyreitens aber auch für leichte Reitübungen im Zuge des Dressur- und Springsports.

Besonderheiten der Schlesier Pferde

Schlesier Pferde lassen sich im Allgemeinen unkompliziert halten, denn entsprechend ihrer natürlichen Veranlagung sind sie zumeist leichtfuttrig und genügsam. Zudem bringen sie ebenso eine ausgeprägte Arbeitswilligkeit wie ein hohes Maß an Umgänglichkeit mit.

Empfehlenswerte Links

Da die Rasse hauptsächlich in Polen verbreitet ist, finden sich vergleichsweise nur wenige weiterführende Informationen. Wissenswertes bieten unter anderem die beiden Pferdeportale Pferdeführer.de und Die-Pferderassen.de.

Info

Pferde dieser Rasse