Shagya Araber

Beschreibung Shagya Araber

Der Shagya Araber wird weltweit in Reinzucht gezüchtet, wobei die Stutbücher der nationalen Zuchtverbände geschlossenen sind. Lediglich arabische Vollblüter sind in begrenztem Anteil als Veredler zugelassen, sofern die AV-Hengste gekört und für Shagya Araber zugelassen sind. Zuchtziel ist ein großrahmiges, elegantes und harmonisches Reitpferd mit arabischem Ausdruck, das sich in Typ, Rahmen und Kaliber erkennbar vom Vollblutaraber unterscheidet. Der Shagya Araber ist sehr spätreif, wurde von Beginn an auf Leistung und Gesundheit selektiert und verfügt über eine sehr robuste Gesundheit, Langlebigkeit, Fruchtbarkeit, Leistungsbereitschaft und ist frei von Erbfehlern, bei minimalem Gesundheitsrisiko für Gelenkserkrankungen, sowie für Atemwegserkrankungen. Als edles, leistungsstarkes Reit- und Fahrpferd wurde er zunächst für das Militär und den Österreich-Ungarischen Hof gezielt gezüchtet. Zuchtziel war ein sehr vielseitig einsetzbares Pferd von überragender Qualität, das auch die Qualität der Landespferdezuchten verbessern sollte. Der Shagya-Araber beeindruckt nicht nur durch seine hohe Leistungsfähigkeit in allen Bereichen des Reitsports, sondern vor allem durch sein rassetypisches freundliches und rücksichtsvolles Wesen und seine Menschenbezogenheit.

Exterieur Shagya Araber

Größe

Die Größe liegt zwischen 150 cm(Stuten) bzw 154cm(Hengste) und 165 cm Widerristhöhe und der Röhrbeinumfang soll nicht unter 18 cm liegen.

Gebäude

Das Gebäude ist mittelgroß und stabil: Der kleine trockene und markante Kopf hat eine leicht konkaves oder gerades Profil. Er soll große, dunkle weit auseinander liegende Augen und große und sehr erweiterungsfähige Nüstern, sowie eine gute Ganaschenfreiheit und regelmäßige Gebissstellung haben. Ideal ist ein langer edler Reitpferdehals mit feiner Kehle, leichtem Genick und gewölbter Kammlinie, der in eine große schräge Schulter übergeht. Der markante weit in den Rücken reichende Widerrist, soll in einen mittellangen gut geschlossenen harmonisch nach unten geschwungenen Rücken mit guter Bemuskelung übergehen und eine elastische Rückentätigkeit, bei einer nur leicht geneigten langen Kruppe ermöglichen. Das Vorderbein ist trocken und gut bemuskelt mit ausgeprägten Gelenken, das Hinterbein ist normal gewinkelt mit einem breiten und gut eingeschienten Sprunggelenk und elastischer mittellanger Fesselung. Die wohlgeformten harten Hufe passen zu den Proportionen des Pferdes.

Fell und Färbungen

Sie kommen überwiegend als Schimmel vor, eine geringerer Teil sind Braune, selten sind Füchse und vor allem Rappen.

Zuchtgeschichte Shagya Araber

Ursprung

Grundlage für eine schlagkräftige Armee war eine leistungsfähige und vom Ausland unabhängige Pferdezucht. Deshalb wurde der Pferdefachmann József Csekonics vom östereicheischen Kaiser Joseph II im Dezember 1784 damit beauftragt in Ungarn möglichst schnell „eine Pflanzschule einer schöneren, besseren und stärkeren Gattung Pferde“ zu schaffen. Hierzu sollten „2000 Stuten, die besten, die zu diesem Zwecke geeignet sind“ angeschafft werden. Die Grundlage bildeten moldauische, tscherkessische, siebenbürgische, türkische, spanische und holsteinische Mütter. Alle eingesetzten Zuchtpferde, zunächst unterschiedlicher Abstammung, sollten bei bester Qualität neben „Geist und Noblesse bei einem gut organisierten Körperbau“ und vor allem „die volle Prüfung überstanden haben“. Csekonics betrachtete die Mutterstuten als Grundlage der Zucht, auf deren Qualität die Zucht aufgebaut werden musste. Alte und geprüfte Mütter wurden behalten, geschwächte Mutterstuten mit Ruhepausen und guter Ernährung wieder aufbaut, jedoch weichliche Stuten „welche Missgeburten erzeugen“ und diejenigen die ihre Fohlen schlecht nähren, sollten samt ihrer Nachzucht ausgemustert werden. Nachdem der gewünschte „Schlag erreicht sei“, sollte kein Wechsel bei den Vater- und Mutterpferden mehr stattfinden, das heißt, die Rasse sollte ab da rein weiter gezüchtet werden. Bereits 1785 wurde damit begonnen alle Abstammungen der Zuchtpferde festzuhalten.

Für diesen Zweck wurde 1789 das der damaligen Rindertreiberstraße gelegene Gut Bábolna angekauft und ausgebaut, das bis heute erfolgreich Shagya-Araber züchtet.

Die ersten 6 erbeuteten arabischen und türkischen Hengste kamen 1816 nach der Niederlage Napoleons, aus dem französischen Hengstdepot „Rosiéres aux Salines“ nach Bábolna. Später konnten weitere Arabische Hengste angekauft werden. Die zwischenzeitlich von 1822 bis 1832 aus dem k.k. Hofgestüt Kotspan eingesetzten spanischen Hengste bewährten sich nicht und führten zu einer Verschlechterung der Zucht. Um den guten Ruf von Bábolna zu wahren, kehrte man zum ausschließlichen Einsatz von orientalischen Hengsten, vornehmlich aus Syrien und Nordarabien, zurück. Für das als Edelgestüt geplante Bábolna sollten keine Mühen und vor allem keine Kosten gescheut werden, um mit Ankaufsexpeditionen geeignete Pferde zu erwerben. Trotz diverser Rückschläge entwickelte sich mit der „Araberrasse“ ein außergewöhnlich leistungsstarker Pferdeschlag, der bald in ganz Europa besonders beim Millitär hochbegehrt war. Deshalb erzielten die in Babolna ausgemusterten Pferde bei den Versteigerungen sehr hohe Preise.

Neben Babolna und dem in den Karparten gelegenen Radautz wurde die Zucht der urspünglich als „Araberrasse“ bezeichneten Shagya-Araber später auch im tschechischen Topolcianky, im polnischen Janow Podlaski, in Jugoslawien in Borike, im bulgarischen Kabijuk, sowie im rumänischen Mangalia aufgebaut und rein weitergeführt. Zwischen diesen Gestüten fand ein mehr oder weniger regelmäßiger Austausch an Zuchtpferden statt und zur Blutauffrischung wurden immer wieder arabische Hengste und Stuten besonders hoher Qualität importiert. Nach Deutschland kamen die Shagya-Araber(Araberrasse) durch den 2. Weltkrieg. Als besonders hervorragender Vererber erwies sich der Schimmelhengst ‚Shagya‘, welcher der Rasse schließlich ihren Namen gab.

Verwendung Shagya Araber

Der Shagya-Araber ist die einzige Rasse, die in allen Bereichen des Pferdesports auch mit Spezialrassen bzw. Spezialisten ihrer Sparte bis in die höchsten Klassen konkurrieren kann. Er eignet sich für die Klassische Reiterei(z.B. Delos-Apollon Platzierungen KL M+S für Barockpferde) und den Dressursport (z.B. Shagya XIXXX-11 in Dressur bis Kl M/S ausgebildet)genauso wie für die Distanz(z.B. Weltmeister Hungares) oder auch fürs Polo, es sind hervorragende Springpferde(z.B. Galan, Siege und Platzierungen bis KL S) oder gehen bei Jagden hinter der Meute und sind gleichzeitig sanfte und zuverlässige Freizeitpferde für Kinder und Anfänger. Shagya-Araber waren Siegerhengste auf HLP gegen Warmblüter (z.B. Puschkin R, Warendorf 1994 mit 131,96 P, Nasrallah, Medingen 1981 mit 147,53P, O´Bajar, Medingen 1982, 146,87 P, Koyano 1982 Warendorf mit 129,39 P) und eignen sich selbstverständlich auch fürs Westernreiten und natürlich für den Fahrsport. Dass die ganze Bandbreite auch mit nur einem Pferd zu machen ist, beweist der Rapphengst Bahadur, der sich nicht nur als Vererber einen Namen gemacht hat, sondern auch in allen Bereichen des Pferdesports eingesetzt wurde und selbst nach einem Schädelbruch durch einen Weideunfall später wieder im Turniersport ging und heute als Kinderreitpferd eingesetzt wird.

Pferde dieser Rasse

Ähnliche Beiträge

Nächster Beitrag

Empfehlungen der Redaktion