Suffolk

750
suffolk

Suffolk

Das Suffolk (Pferd) – das massige Kaltblut aus dem Osten Englands

Das Suffolk (Pferd) wird auch als Suffolk Punch bezeichnet und ist eine britische, alte Pferderasse, die bereits Anfang des 16. Jahrhunderts erstmals erwähnt wurde. Das robuste Kaltblut ist als kräftiges Zugpferd bekannt, das über Jahrhunderte hinweg als Arbeitspferd in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Seinen Ursprung hat das Suffolk (Pferd) in der gleichnamigen englischen Grafschaft Suffolk, die an der Ostküste Englands liegt. Hier entwickelten sich auch durch Einkreuzung von anderen Pferderassen wie Cobs und Englischen Vollblütern äußerst kraftvolle und zugfähige Pferde. Die Bezeichnung Punch steht für klein und untersetzt – ein Hinweis auf das Exterieur, das sich durch einen massigen, bullig wirkenden Körperbau in Kombination mit einem nicht allzu großen Stockmaß von um die 165 Zentimetern auszeichnet. Geschätzt wird das Suffolk (Pferd) aber nicht nur für seine Robustheit und Zugstärke, sondern auch für sein ruhiges und umgängliches Wesen, seine hohe Ausdauer und seine Leichtfuttrigkeit. Dadurch ist es nicht nur in England, sondern auch auf dem internationalen Pferdemarkt beliebt. Das Zuchtbuch für die Rasse wird von der Suffolk Horse Society, dem englischen Zuchtverband, geführt.

Das Suffolk (Pferd) und sein Exterieur – ein schweres und kräftiges Zugpferd

Das Suffolk (Pferd) präsentiert sich als schweres und sehr kräftig gebautes Zug- und Arbeitspferd, wie es beispielsweise auch der dänische Jüttländer ist, und erreicht ein Stockmaß von 163 bis 170 Zentimetern. Typisch sind der kräftige Nackenbogen und die stark bemuskelte, breite und große Schulterpartie, aber auch der große Kopf, der meist ein leicht ramsnasiges Profil aufweist. Die wachen Augen mit gutmütigem Ausdruck, die feinen, beweglichen Ohren und die breite Stirn verleihen ein ansprechendes Erscheinungsbild. Der äußerst massige und kraftvolle Hals geht in einen gering ausgeprägten Widerrist, eine breite und tiefe Brust sowie in einen kurzen und kräftigen Rücken über. Auffallend sind darüber hinaus der tonnenförmige, gedrungene Rumpf, die weiten Hüftknochen und die muskulöse Kruppe. Der Schweif ist auffallend hoch angesetzt. Ebenso kräftig wie das bullig erscheinende Gebäude ist auch das massive Fundament mit seinen kurzen, stämmigen und robusten Beinen, den guten Fesseln sowie den vergleichsweise kleinen, aber harten und robusten Hufen. Die üppig bemuskelte Hinterhand zeichnet sich durch eine besonders gewaltige Kraft aus. Rassetypisch ist für das Suffolk (Pferd) nicht zuletzt die Fellfarbe Fuchs, denn alle Pferde dieser Rasse sind ausschließlich Braun, variierend von Dunkelbraun über kastanienbraunen Fellfarben bis zu Goldbraun. In Großbritannien werden sieben Farbnuancen unterschieden, darunter Dunkelfüchse oder ein sehr helles Rotbraun. Weiße Markierungen, leichte helle Abzeichen und Einsprengsel können vorkommen, sind aber deutlich seltener als bei anderen vergleichbaren Pferderassen. Sowohl das dichte Langhaar am Schweif als auch die Mähne sind etwas heller als das ansprechend glänzende Fell. Der Kötenbehang ist, wenn überhaupt vorhanden, leicht ausgeprägt.

Die wichtigsten Merkmale des Exterieurs im Überblick

  • Stockmaß von 163 bis 170 Zentimetern
  • schweres und stämmiges Zugpferd
  • massig und kräftig
  • Fellfarbe: Fuchs

Das Interieur des Suffolks – umgängliche Pferde mit hervorragendem Charakter

Das Suffolk (Pferd) ist als gutmütige, starke und leicht zu führende Pferderasse bekannt, die sich sehr leistungsfähig zeigt. Kennzeichnend sind eine hohe Langlebigkeit, die außerordentlichen Zugkräfte und ein freundliches Wesen. Selbst im hohen Alter arbeitet ein Suffolk noch sehr gut und zeigt sich dabei vergleichsweise genügsam. Zugleich schätzen viele Besitzer die ausgesprochene Gelassenheit und das ausgeglichene Temperament. Noch dazu zeichnen sich Suffolks durch eine hohe Ausdauer, Arbeitswillen und Gehorsam aus – perfekte Eigenschaften für einen ausgezeichneten Charakter. Mit ihrer Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft und Ruhe sind es nach wie vor ideale Zug- und Arbeitspferde. Nicht zuletzt ist die Leichtfuttrigkeit der Pferderasse zu nennen, die sich günstig für die Haltung auswirkt.

Die wichtigsten Merkmale des Interieurs im Überblick

  • gutmütig, gehorsam und freundlich
  • außerordentliche Zugkräfte
  • ausgeglichenes, freundliches Temperament
  • Leistungsbereitschaft, Arbeitswillen und Zuverlässigkeit
  • anspruchslos und leichtfuttrig in der Haltung

Zuchtgeschichte und Ursprung des Suffolks

Das Suffolk (Pferd) stammt ursprünglich aus dem Osten Englands, aus den Grafschaften Norfolk und Suffolk an der englischen Ostküste, und fand dort als Arbeitspferd für die Landwirtschaft Verwendung. Erstmals erwähnt wurde das Suffolk (Pferd) im Jahr 1506, als in einem Schriftstück hervorragende Arbeitspferde in der Grafschaft Suffolk thematisiert wurden. Im Laufe der Jahrhunderte hatten Eroberer und Einwanderer, darunter die Römer, aber auch Dänen, Sachsen und Norweger, ihre Pferde mitgebracht (beispielsweise Jüttländer, aber auch Rassen, die einem Halbblut oder Warmblut entsprechen) und mit einheimischen Pferden gekreuzt. Hieraus ist auch das Suffolk in seinem Ursprung hervorgegangen. Darüber hinaus wurden Suffolk-Stuten im 16. und 17. Jahrhundert mit flandrischen Hengsten angepaart, die einen ersten bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Rasse nahmen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die Kaltblüter mit anderen englischen Rassen veredelt, darunter mit Norfolk Trabern, dem Englischen Vollblut und Cobs. Dadurch konnten die Leistungsfähigkeit und die Stärke der sehr zugkräftigen und extrem langlebigen Pferde noch einmal gesteigert werden. Trotz der Verbesserungen des Exterieurs gingen die wertvollen Eigenschaften in puncto Ausdauer, gutes Wesen und Leichtfuttrigkeit nicht verloren. Heute geht jedes Suffolk (Pferd) in seinem Ursprung auf Crips’s Horse of Ufford zurück, einen 1768 geborenen Hengst, von dem alle Pferde abstammen – umso beachtenswerter, als dass nur wenige Pferderassen einen solchen Stempelhengst in ihrer Zuchtgeschichte aufweisen. So ist das Suffolk das reinrassigste Kaltblut unter allen britischen Kaltblutrassen und eine der ältesten britischen Rassen überhaupt, sei es Halbblut, Warmblut oder Vollblut. Zur Vereinheitlichung der Zucht und zur Festlegung von Rassestandards gründete sich im Jahr 1877 die bis heute bestehende Suffolk Horse Society als englischer Zuchtverband. In den folgenden Jahrzehnten konnte ein konstant stabiler Zuchtbestand verzeichnet werden. So gab es im Jahr 1939 über 18.200 Pferde. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte sich der Bestand jedoch dramatisch verringern, sodass 1964 nur noch 75 Suffolks existierten. Die Pferderasse war vom Aussterben bedroht, ehe sich engagierte Züchter ihrer Qualitäten besannen und den Bestand der Suffolks retteten. So konnte das Überleben der Rasse seit den 1970er Jahren zunehmend gesichert werden, auch wenn sich das Suffolk nicht wie andere Rassen für das beliebte Springreiten oder die Dressur eignet. Heute ist die Pferderasse nicht nur in Großbritannien, sondern auch in anderen Ländern Europas und in den USA sowie in Australien und Pakistan verbreitet.

Wissenswertes rund um das Suffolk (Pferd)

Einsatzbereiche

Mit seiner Zuverlässigkeit, der enormen Stärke und Zugfähigkeit sowie seiner Ruhe ist das Suffolk (Pferd) bis heute ein hervorragend geeignetes Arbeitspferd, das als Last- und Zugpferd verwendet werden kann. In der Landwirtschaft kommt es heute aber nur noch selten zum Einsatz. Üblicher ist inzwischen die Verwendung als Showpferd sowie als Kutschpferd zum Ziehen von Gespannen. Für die Dressur und das Springen ist das Suffolk zwar nicht geeignet. Ob Stute, Hengst oder Wallach, wer sich auf dem breit gefächerten Pferdemarkt dennoch für ein Suffolk entscheidet, bekommt aber in jedem Fall ein zuverlässiges Pferd für Freizeitzwecke.

Kurioses

Das Suffolk (Pferd) ist auch außerhalb des Pferdesports zu finden, zum einen als Teil des Emblems des englischen Fußballvereins Ipswich Town F.C. Hierauf ist ein Wallach mit Fußball zu sehen. Aber auch ein Hersteller von Rasenmähern wurde auf die Pferderasse aufmerksam und benannte eines seiner Produkte als Markenzeichen nach dem Suffolk (Pferd). Schließlich sei der Rasenmäher ebenso robust und leicht manövrierbar wie das kräftige und leicht zu führende Zugpferd.

Empfehlenswerte Links mit weiteren Informationen zum Suffolk (Pferd)

https://www.suffolkhorsesociety.org.uk/

http://www.pferde-pferderassen.de/pferderasse/88

Pferde dieser Rasse