Tuigpaard

Beschreibung der Tuigpaard Pferde

Das Tuigpaard ist weniger eine eigenständige Rasse als vielmehr eine Zuchtrichtung des niederländischen Warmbluts, das als KWPN (Koninklijk Warmbloed Paard Nederland) in vier verschiedenen Typen gezüchtet wird. Basierend auf den altniederländischen, schweren Warmblütern Groninger und Gelderländer hat sich mit dem Tuigpaard seit den 1960er Jahren ein Unterschlag entwickelt, der sich als edles Fahrpferd präsentiert und noch heute dem Gelderländer ähnelt.

Immense Kraft, eine stolze, aufrechte Haltung und rhythmische Bewegungen – das Tuigpaard begeistert Liebhaber immer wieder mit seinen hervorragenden Gängen, hoher Knieaktion und einwandfreiem Takt. Kaum verwunderlich also, dass sich das muskulöse Warmblut auch international in schwierigen Fahrwettbewerben bestens bewährt. Daneben wird es auch als Showpferd vor der Kutsche vielfach eingesetzt und begeistert das Publikum mit seinen runden Aktionen und seiner adeligen, stolzen Erscheinung. Nicht zuletzt fällt das Tuigpaard aber auch mit seiner Fellfärbung auf, denn meist präsentiert es sich als Fuchs mit markanten weißen Abzeichen und Blesse.

Exterieur

Das Tuigpaard ähnelt in seinem Typ dem Gelderländer und erreicht als ausgewachsenes Pferd ein Stockmaß von bis zu 165 Zentimetern. Es zeichnet sich durch eine adelige Erscheinung und ein rechteckiges Gebäude mit langen Linien und einem proportional harmonischen Körperbau aus. Rassetypisch ist ein edler Kopf mit einem leichten Übergang zum Hals. Dieser zeigt sich lang, in der Oberlinie aufwärtsgerichtet und sehr muskulös. Ebenso kräftig sind auch der Rücken mit seinem gut ausgeprägten Widerrist, der hochbeinige Rumpf sowie der starke Lenden-Bereich. Das Fundament präsentiert sich stabil und trocken und ist durch eine muskulöse Hinterhand gekennzeichnet.

Hinsichtlich der Fellfarbe kommen beim Tuigpaard überwiegend Füchse vor, die sich durch weiße Beine und Blesse auszeichnen. Daneben können die Pferde auch Rappen, Braune und Schecken sowie in seltenen Fällen Schimmel sein.

Interieur

Mit seinem umgänglichen und ehrlichen Charakter ist das Tuigpaard ein sehr leistungsbereites, lebhaftes und freundliches Pferd. Es ist einfach in der Handhabung, intelligent und robust. Mit seinen raumgreifenden Gängen, seiner runden Aktion im Trab und seinem ausgeprägten Gehvermögen ist es vor allem als Kutsch- und Fahrpferd äußerst gefragt. Es reagiert schnell auf Hilfen und zeigt einen taktreinen und rhythmischen Bewegungsablauf.

Zuchtgeschichte des Tuigpaard Pferdes

Als Zuchtrichtung des Niederländischen Warmbluts KWPN liegt der Ursprung der Tuigpaarden in den alten Pferderassen Gelderländer und Groninger, die im 18. und 19. Jahrhundert entstanden sind. Die Kreuzung von bodenständigen, heimischen Stuten mit Hengsten unterschiedlicher Rasse sowie die Kreuzung von Araber, Oldenburger und Friese im Falle des Groningers hatten robuste Arbeitspferde geformt. Diese schweren, altniederländischen Warmblüter waren seit jeher als Zug- und Kutschpferd gefragt, unterlagen aber seit den 1960er Jahren einer Weiterentwicklung des Zuchtziels. Fortan war es der Typ eines modernen Reitpferdes, der den ursprünglichen, kräftigen Schlag verdrängte.

Einige Züchter setzten sich jedoch für den Erhalt des alten Warmblut-Typs ein und führten die Zucht des Gelderländers weiter. Einkreuzungen von American Saddlebred Horses und Hackneys führten, einhergehend mit einer strengen Selektion, zur Herausbildung des heutigen Tuigpaards. Vor allem durch das englische Hackney-Blut wurde eine Veredelung hin zu einem feineren Fahrpferd erzielt, das sich im Gespann großer Beliebtheit erfreut und nach wie vor der alten Prägung des Gelderländers entspricht. Heute ist das Tuigpaard nach den Spring- und Dressurpferden die zweitgrößte Zuchtrichtung des KWPN, noch vor dem bis heute erhaltenen Gelderländer in seinem Ursprungstyp.

Empfehlenswerte Links

www.pferde-rassen.de
www.pferdefuehrer.de
www.kwpn.nl

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