Welsh-B

Das Welsh-B – das Welsh Mountain Pony der Sektion B aus dem Osten Englands

Das Welsh-B zeigt sich wie kaum ein anderes Reitpony von mittlerer Größe mit Robustheit, Adel und edlem Ausdruck. Die englische Ponyrasse ist eine von vier Sektionen, in denen die im Osten Englands beheimateten Welsh Ponys heute gezüchtet werden. Ursprünglich stammt das Welsh-B wie die anderen Welsh Ponys aus den Bergen in Wales. Dort waren die robusten, kleinen und wendigen Ponys bereits in der Keltenzeit bekannt, bevor sie sich über Jahrhunderte hinweg durch Veredelungen zu ausdauernden und vielseitig einsetzbaren Reitponys entwickelten. In den 1930er Jahren setzte sich das Welsh-B durch die Einführung von zwei halb-orientalischen Deckhengsten in die Zucht als eigenständige Sektion durch. Seither erfreut es sich großer Beliebtheit als Turnier- und Freizeitpony, wobei die hervorragenden Reiteigenschaften ihr Übriges dazu tun.

Das Welsh-B zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Springtalent aus und eignet sich daher ebenso für das Springreiten wie die Vielseitigkeit. Aber auch in der Dressur und als Fahrpony macht die Rasse eine gute Figur. Trotz des begrenzten Stockmaßes von maximal 137 Zentimetern muss sich das Welsh-B keineswegs vor anderen Ponyrassen verstecken. Vielmehr überzeugt es mit beachtlichen Turniererfolgen und ist darüber hinaus ein ebenso beliebtes Freizeitpony für Kinder. Diese sportliche Vielseitigkeit, aber auch die Ausdauer und Härte in Kombination mit dem eleganten Äußeren machen das Welsh-B zu einer besonders reizvollen Ponyrasse, die Reiter und Züchter gleichermaßen begeistert.

Das Exterieur des Welsh-B – ein kräftiges Reitpony mit adeligem Ausdruck

Das Welsh-B steht im Reitpony-Typ und ist mit einem Stockmaß von maximal 137 Zentimetern ein Pony von mittlerer Größe. Kennzeichnend sind eine ausgeprägte Ganaschenfreiheit und ein ausreichend langer, edel erscheinender und trockener Kopf, der über große und lebhafte Augen, zierliche Ohren und eine breite Stirn verfügt. Der Hals zeichnet sich bei einem Welsh Hengst durch eine Wölbung und einen guten Aufsatz aus, während er bei einer Stute eher fein und schlank erscheint. Rassetypisch sind außerdem ein stark bemuskelter und leicht geschwungener Rücken von mittlerer Länge, gut gelagerte Schultern und ein nicht zu hoher Widerrist. Darüber hinaus präsentiert sich das Welsh-B mit einer guten Rippenwölbung, einer großen Gurtentiefe sowie einer melonenförmigen, länglichen Kruppe und einem anschaulich getragenen Schweif. Ebenso korrekt und harmonisch wie der Körperbau ist auch das kraftvolle Fundament, das sich durch markante Gelenke und oval geformte, kurze und trockene Röhrbeine auszeichnet. Die Fesseln sind sehr markant und die Hufen rund und fest. Hinsichtlich der Fellfärbung können beim Welsh-B außer Schecken alle Fellfarben vorkommen. Besonders häufig bringt die Rasse Braune, Füchse und Schimmel hervor.

Die wichtigsten Merkmale des Exterieurs im Überblick

  • Stockmaß bis 137 Zentimeter
  • Reitpony von mittlerer Größe
  • edler und trockener Kopf
  • kräftiges Fundament
  • alle Fellfarben außer Schecken

Das Welsh-B und sein Interieur

Ungeachtet dessen, ob das Welsh-B als Sportpferd oder als Reitpferd für das Freizeitreiten eingesetzt wird, zeigt es sich stets freundlich und sehr umgänglich. Die Ponyrasse wird allseits für ihre Zuverlässigkeit und Gutmütigkeit, aber auch für die ausgeprägte Gehfreude und Intelligenz sowie seine Ausdauer und Härte geschätzt. Durch diese Eigenschaften und die hohe Leistungsbereitschaft macht sich das Welsh-B ebenso gut als Turnier- wie als Reitpony für Kinder.

Die wichtigsten Merkmale des Interieurs im Überblick

  • leistungsbereit und intelligent
  • freundliches, umgängliches Wesen
  • hart und ausdauernd

Zuchtgeschichte und Ursprung des Welsh-B – vom Gebirgspony zum beliebten Reitpony

Die Welsh-B Ponys stammen wie die drei anderen Welsh Pony-Sektionen aus Wales im Osten Englands, wo sie bereits seit der Keltenzeit beheimatet sind. Dort, im Waliser Bergland, waren sie schon den Römern als flinke, wendige und robuste Ponys bekannt und wurden später in den steilen Bergen als Gebirgspferd eingesetzt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Welsh Ponys mit orientalischen Pferden gekreuzt, sodass sich die Rasse immer mehr zu einem eleganteren und größeren Reitpony entwickelte. Je nach Typ kamen sie als kleines Grubenpferd, als elegantes Kutschpferd oder als Jagdpony für Kinder zum Einsatz.

Eine Einteilung der verschiedenen Rassetypen wurde aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorgenommen, nachdem sich 1901 die Welsh Pony and Cob Society als englischer Zuchtverband gegründet hatte. Durch zunehmende Veredelung und Selektion entstanden vier Sektionen je nach Blutlinie, Abstammung und Größe. Seither werden neben dem Welsh Mountain Pony der Sektion B das Welsh-A, das Welsh Pony im Cob-Typ (Sektion C) und die Sektion D, der Welsh Cob, unterschieden. Das Welsh-B bildete sich als eigenständiger Typ als letzte der vier Sektionen Anfang der 1930er Jahre heraus, da die Nachfrage nach einem Reitpony für Jugendliche gestiegen war. Um diesem Bedarf nachzukommen und das Welsh-B weiter zu veredeln, wurden zwei halb-orientalische Hengste in die Zucht eingeführt.

Der 1924 geborene und von einem Berber abstammende Tanybwlch Berwyn sowie Craven Cyrus, ein Araber-Sohn, begründeten die beiden ersten Hengstlinien des neuen Typs B. Beide Vererber stammten aus einer Kreuzung mit einer Welsh-A Stute und waren ebenso legendär wie der später in Deutschland sehr bekannte Hengst Downland Chevalier, der die Reitponyzucht hierzulande maßgeblich beeinflusste. Im Jahr 1930 führte der englische Zuchtverband außerdem das Foundation Stock-System ein, das für eine breitere Zuchtbasis und ein höheres Stockmaß sorgen sollte. Auch dies trug zur Herausbildung des Welsh-B als eigenständige Sektion bei. 1960 wurde das Stutbuch für alle vier Sektionen geschlossen. In dieser Zeit setzte auch ein zunehmender Export nach Deutschland ein, sodass viele Welsh Ponys vor allem nach Norddeutschland gelangten. Dort wurden sie häufig als Basis für die Zucht anderer Reitpony-Rassen eingesetzt, so beispielsweise für die Zucht des Deutschen Reitponys. Zunächst wurden allerdings alle Welsh-B Ponys ohne Zugehörigkeit zu einem Typ registriert, bevor in den 1970er Jahren auch hierzulande eine Einteilung in die vier Sektionen erfolgte.

Wissenswertes rund um das Welsh-B

Zuchtmethode und Bestand

Die Zucht des Welsh-B erfolgt wie bei den anderen drei Sektionen in Reinzucht. Das Ursprungszuchtbuch wird von dem englischen Zuchtverband geführt und in seinen Grundsätzen auch von den deutschen Zuchtvereinigungen befolgt, die der Deutschen Reiterlichen Vereinigung angehören. Die Welsh-Zucht aller Sektionen hat sich in Deutschland seit den 1960er Jahren fest etabliert. So umfasste der Bestand im Jahr 2012 338 Deckhengste und 1.388 eingetragene Zuchtstuten. Je nach Zuchtschwerpunkt ist eine Zweiteilung in eher kompaktere oder feingliedrigere Ponys zu beobachten. So gibt es Welsh-B Ponys, die sich durch ein besonders ausgeglichenes Wesen und ein kräftigeres Fundament auszeichnen, aber auch welche, die eleganter und oftmals temperamentvoller sind. In das Zuchtbuch eingetragen wird ein Welsh-B in jedem Fall nur dann, wenn es von zwei Welsh B-Ponys oder von einem Welsh-A und einem Welsh-B abstammt.

Einsatzmöglichkeiten

Das Welsh-B ist ein echter Allrounder und eignet sich sehr gut als Reitpony, aber auch für den Fahrsport. Eingesetzt wird es besonders häufig als Turnierpony in den Disziplinen Springen und Dressur oder als Fahrpony im Gespann. Durch seine Ausdauer und Härte sowie das nicht zu verachtende Springvermögen kann das Welsh-B aber auch hervorragend in der Vielseitigkeit verwendet werden. Darüber hinaus wird es häufig als Freizeitpony von Kindern und Jugendlichen geritten.

Bewegung

Der Bewegungsablauf des Welsh-B zeigt sich äußerst raumgreifend und taktvoll sowie sehr elastisch und frei aus der Schulter heraus. Geschätzt werden die Ponys vor allem für ihren energischen Antritt und den hervorragenden Schub aus der kraftvollen Hinterhand. Die Grundgangarten sind von Natur aus sehr gut ausgeprägt.

Empfehlenswerte Links mit Informationen zum Welsh-B

http://www.pferd-aktuell.de/deutsche-ponyzucht/ponyrassen-in-deutschland/welsh-pony/welsh-pony
http://www.ig-welsh.de/index.php?id=439
http://www.pzv-bw.de/de/kleinpferde/rassen/welsh-pony/

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