Springreiter mit Pferd überwindet ein Hindernis
Springreiter erhalten hohe Preisgelder - doch wie viel haben die Springreiter wirklich davon? Bildquelle: NeelShakilov / pixabay.com

Pferderennen waren über Jahre ein Sport, welcher in der breiten Wahrnehmung kaum eine Rolle gespielt hat. Mittlerweile sieht die Situation anders aus. Mehr Zuschauer und das wachsende Interesse bedeutet, dass die Preisgelder nach oben gehen. Ein Trend, den die Szene deutlich spürt. Mittlerweile können bei Pferderennen durchaus hohe Summen als Preisgeld winken. Der Pegasus World Cup war in den letzten Jahren einer der Spitzenreiter – mit einem Preisgeld in zweistelliger Millionenhöhe. An so viel Geld kommen die wenigsten. Meistens nur durch einen Erfolg in einem Profisport, durch Berühmtheit oder durch die richtige Eurojackpot-Ziehung könnte man an so viel Geld gelangen.

Aber auch:

  • Dubai World Cup
  • Breeders´Cup Classic

sind inzwischen Turniere mit hoch dotierten Preisgeldern. Was bleibt von diesen Summen am Ende aber bei den Reitern hängen? Viele Laien, denen die Summen der Preisgelder zum ersten Mal begegnen, haben eine oft falsche Vorstellung davon, was von den Gewinnen übrigbleibt.

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Springreiter sind Unternehmer

Was mit dem Preisgeld passiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Teil der Turnierreiter ist als Angestellter beschäftigt. Viele Reiter sind allerdings Unternehmer – und nur auf dem Papier Preisgeldmillionäre.

Ein nicht unwesentlicher Anteil des gewonnenen Geldes wird nämlich sofort als Steuer eingezogen. Hier kann es durchaus um etwa ein Drittel des Preisgelds gehen. Aus einer Million Euro wird somit schnell ein deutlich geringeres Sümmchen. Damit nicht genug, muss ein Reiter einen weiteren Teil seiner Gewinne noch an den Besitzer des Pferdes abgeben.

Hintergrund: Nur wenige Reiter können sich ein voll ausgebildetes Turnierpferd leisten. Diese kosten schnell ein bis zwei Millionen Euro. Geld, das auch guten Turnierreitern nicht einfach in den Schoß fällt. Und falls ein Reiter selbst Besitzer der Pferde ist, wartet ein riesiger Kostenblock auf ihn. Die Rede ist von Ausgaben für:

  1. Turnierstall
  2. Futter
  3. Pflege der Tiere
  4. Tierarzt
  5. Transporter usw.

Parallel müssen die Reiter auch Kosten decken, welche direkt mit den einzelnen Turnieren in Verbindung stehen. Hierzu gehören die Reisevorbereitung, das Anreisen sowie die Unterkunft.

Heißt: Am Ende bleibt von einer Million Euro Preisgeld nicht sehr viel übrig. Selbst gute Reiter mit eigenem Stall leben deshalb oft vom Handel mit reinrassigen Pferden – und subventionieren auf diese Weise ihren Sport.

Erfolgreiche Reiter arbeiten nicht allein

Ein weiterer Kostenfaktor, den viele Außenstehende nicht sehen, ist das Personal. Erfolgreiche Reiter arbeiten sehr oft nicht allein, sondern mit einem ganzen Team. Letzteres betreut die Pferde zu Hause und sorgt dafür, dass der Stall läuft bzw. „Papierkram“ erledigt wird. Da Reiter an Wochenenden unterwegs sind, bleibt genau dafür wenig Zeit.

Und natürlich brauchen die Reiter auch ein Management oder müssen Werbung in eigener Sache machen. Wer im Sattel sitzt, kann schlecht die eigene Website pflegen oder sich um die Social Media Interaktionen kümmern. Neben den Kosten, die direkt mit dem Reitsport in Verbindung stehen, ist das Personal eine weitere finanzielle Belastung.

Wie steht der Pferdesport im Vergleich zu anderen Sportarten?

Einige Sportarten machen Athleten zu Multi-Millionären. Zu den bekannten Beispielen gehören:

  • Fußball
  • Motorsport (hier besonders Formel 1)
  • Football

Laut Fußballmagazin ran, das eine Übersicht mit den Top 10 der Gehaltsliste zusammengestellt hat, verdienen die Stars der Vereine schnell mehrere Millionen Euro – in nur einem Monat. Reiten ist von dieser Kategorie genauso weit weg wie die Erde vom Mars.

Mit den genannten Preisgeldern gehört der Reitsport zwar sicher zu den Sportarten, die beim Geld – zumindest auf den ersten Blick – sehr gut dastehen. Allerdings gibt es mit Tennis oder Poker und Golf einige Sportarten, in denen die Spieler mehr für einen Sieg einstreichen.

Was den Pferderennsport und Springreiten allerdings von den anderen Sportarten sehr deutlich unterscheidet, sind die hohen Kosten. In kaum einem anderen Sport müssen Athleten so tief in die Tasche greifen, um die Teilnahme an den Turnieren zu finanzieren. Oder anders: Es gibt nur wenige Sportarten, in denen das Verhältnis zwischen den Kosten und den Preisgeldern so wie beim Pferderennsport aussieht.

Fazit: Turnierreiter sind Preisgeld-Millionäre

Internationale Reitturniere sind mit Millionen Euro als Preisgeld dotiert. Allerdings sind die Reiter meist nur auf dem Papier Millionäre. Viele Reiter müssen – nach Abzug aller Steuern und Kosten – den Gürtel immer noch etwas enger schnallen. Besonders, wenn sie die Pferde nicht selbst besitzen, geht von den Turniergewinnen noch eine stolze Summe ab. Und viele Belastungen sind für Außenstehende so gar nicht zu erkennen – etwa, wenn es um den Personalstab geht oder die Tatsache, dass auch Pferde auf den Transport über Kontinente hinweg vorbereitet werden müssen.