Viele Reitbeteiligungen verstehen sich blendend mit den Pferdebesitzern. Genau so soll es auch sein. Ich habe in meinem bisherigen Reiterleben schon einige Reitbeteiligungen miterleben dürfen – nicht nur an meinen Pferden, auch bei Freunden und Miteinstallern. Da bekommt man so einiges mit. Und das ist leider oft nicht nur Positives. Natürlich gibt es immer zwei Seiten, und auch Pferdebesitzer sind nicht immer das Gelbe vom Ei. Dennoch dachte ich, es ist vielleicht mal Zeit ein paar Verhaltensregeln, die ich mir von meinen Reitbeteiligungen wünsche, aufzuschreiben. Wenn euch noch etwas einfällt oder ihr auch ganz anders darüber denkt – schreibt es mir gern in die Kommentare! 🙂

Dos and Don’ts für Reitbeteiligungen

Verantwortung ist das A und O

Ich vertraue dir mein Pferd an. Und damit übernimmst du Verantwortung für sein Leben. Ich vertraue darauf, dass du gut mit ihm umgehst, auf ihn achtest und immer mit den besten Absichten handelst.

Natürlich kann auch mal etwas passieren oder man macht etwas falsch. Das ist vollkommen normal und auch okay – solange man dafür die Verantwortung übernimmt.

Zuverlässigkeit ist mindestens ebenso wichtig

Dies sollte zwar auch in deinem Alltag gang und gäbe sein. Aber gerade, wenn es sich um ein Lebewesen handelt, ist es doch gleich doppelt so wichtig: Sei zuverlässig! Halte dich also bitte an Absprachen – z.B. wenn ich sage, dass du wegen des matschigen Bodens nicht ausreiten sollst.

Und was ist, wenn mal etwas dazwischen kommt und du es nicht zum Pferd schaffst? Das ist natürlich kein Problem, aber sag bitte rechtzeitig ab.

Denk immer daran: Das Pferd ist ein Lebewesen

Du hast eine Reitbeteiligung u.a. um reiterlich weiterzukommen? Das kann ich vollkommen verstehen! Aber mein Pferd ist kein Mittel zum Zweck. (Und das gilt wohl für alle Pferde). Zum Umgang mit einem Pferd gehören eben auch Pflege und Achtsamkeit. Er liebt es, stundenlang geputzt zu werden und möchte auch nicht klatschnass einfach nach dem Reiten “weggestellt” werden.

Mein Pferd ist mal krank und du kannst nicht reiten? Dann ist das leider so, aber er freut sich trotzdem über Aufmerksamkeit. Es gibt ja noch viel mehr Möglichkeiten, ihn zu beschäftigen. Gerade, wenn du mich in so Situationen unterstützt (z.B. durch Medikamentengabe), freue ich mich, dich als Reitbeteiligung haben zu dürfen.

Sorgsamkeit im Umgang mit dem Equipment

Als Reiter weißt du mit Sicherheit, wie teuer so manches Equipment sein kann. Gerade ein Sattel ist nicht mal so eben gekauft. Und dazu kommt: Es gehört nicht dir. Gehe deswegen bitte sorgsam mit dem Zubehör um. Dazu gehört das Saubermachen des Sattelgurtes genau so wie das ordentliche Verstauen von Schabracken und Bandagen.

Ehrlichkeit währt am längsten

Sei immer ehrlich, irgendwann kommt jede Lüge raus. Das fängt bei Kleinigkeiten an und geht bis zu Aussagen, darüber, dass es dein Pferd sei.

Dazu gehört auch, dass du zugibst, wenn du etwas kaputtgemacht hast. Ist es eindeutig deine Schuld? Biete an, es reparieren zu lassen oder zu ersetzen. War es eh schon alt und du denkst, es sei durch Verschleiß passiert? Auch hier: Sei ehrlich. Auch wenn so mancher Pferdebesitzer es vielleicht nicht einsehen mag: Manchmal werden gerade Ledersachen einfach oll. Dann werde ich mich darum kümmern, das ist selbstverständlich!

Respektiere meine Entscheidungen

Ich möchte z.B. nicht, dass meiner Leckerlies bekommt. Das solltest zu akzeptieren, auch wenn du ihn lieber mit einem Leckerlie begrüßen würdest.

So hart es sich anhört: Es ist mein Pferd und damit treffe ich die Entscheidungen. Natürlich kannst du Einwände anbringen oder auch Verbesserungen vorschlagen. Aber am Ende steht mein Wort und daran musst du dich halten.

Ohne Konsequenz geht es nicht

Ich bin mit meinem Pferd sehr konsequent, denn die Grunderziehung ist unglaublich wichtig. Daher sei du es bitte ebenso. Ich möchte z.B. nicht, dass er bettelt oder sich beim Putzen dauernd von links nach rechts dreht. Verzieh ihn also nicht!

Ja, manchmal ist es nervig, den lieben Vierbeinern alles 20 mal “erklären” zu müssen – aber beim 21. Mal haben sie es dann oft verstanden. Und das bedeutet für alle weniger Stress.

Stallarbeit gehört zum Reiten dazu

Für mich ist es selbstverständlich, für dich hoffentlich auch! Auch wenn du nicht selbst misten musst, gehört Stallarbeit einfach dazu. Angefangen beim Abäppeln in der Reithalle oder beim Fegen der Stallgasse nach dem Putzen.

Das ist auch einfach wichtig für das Stallklima. Ich finde die Haltung “Die hat das nicht gemacht, dann mach ich das auch nicht” ganz schrecklich.

Wenn du die Möglichkeit hast: Nimm Unterricht

Auch ich nehme immer regelmäßig Unterricht und viele Pferdebesitzer schreiben eine Teilnahme sogar vor. Gerade, wenn wir beide beim gleichen Trainer trainieren, ist das sinnvoll und gut für das Pferd. Dies muss je nach deinem reiterlichen Können nicht wöchentlich sein, aber natürlich solltest du meine Einstellung teilen: “Man lernt nie aus!”. Es ist immer gut, wenn jemand in regelmäßigen Abständen mal auf euch beide draufschaut. 😉

Nein, es ist nicht dein eigenes Pferd

Ich weiß, wie verlockend es sein kann, wenn jemand beim Ausreiten ganz begeistert fragt, ob es denn das eigene Pferd sei, einfach “Ja!” zu sagen.

Oder auch in anderen Situationen – gerade im Internet kann es mal schnell passieren. Aber dennoch: Tu es bitte nicht. Erstens, werde ich es über kurz oder lang bestimmt mitbekommen. Zweitens, stell dir einfach vor, wie du dich fühlen würdest, wenn jemand das über dein Pferd sagen würde.

Reagiere schnell in Notfällen

Wenn mal etwas passiert – sei es, dass sich mein Pferd verletzt hat oder auch einfach etwas kaputt gegangen ist – ist das bestimmt kein Weltuntergang. Aber sag mir bitte so schnell wie möglich Bescheid. Eventuell muss ich etwas ersetzen oder auch den Tierarzt einschalten – melde dich also lieber einmal zu viel als zu wenig.

Das gilt natürlich auch, wenn du runtergefallen bist! Ich möchte immerhin auch, dass es dir gut geht und du dich wohlfühlst.

Nur du reitest mein Pferd

Natürlich kannst du deine Freunde ab und zu mit in den Stall nehmen, aber sie dürfen niemals auf mein Pferd. Das ist einfach ein absolutes No-Go! Was ist, wenn etwas passiert? Im Gegensatz zu dir sind sie nicht über den Reitbeteiligungsvertrag versichert. Außerdem darfst du auch einfach nicht entscheiden, wer mein Pferd reiten darf und wer nicht.

Auch hier gilt: Überlege dir einfach, wie du dich fühlen würdest, wenn jemand so etwas über deinen Kopf hinweg entscheiden würde.

Last but not least: Pünktliche Bezahlung

Am besten ist es, den monatlichen Betrag pünktlich zu übergeben oder einfach zu überweisen. (Dauerauftrag ist hier das Stichwort – so musst du auch nicht immer dran denken.)

Mir ist es selbst unangenehm, andere immer wieder auf Geld anzusprechen – das gilt auch bei meiner Reitbeteiligung.

 

Wie oben bereits geschrieben: Auch Pferdebesitzer können manchmal wahre Horrorgestalten sein. Davon kann ich dann ja vielleicht in meinem nächsten Beitrag berichten! Oder vielleicht hat ja auch jemand von euch Lust, etwas zu erzählen? Hier könnt ihr euch als Blogger anmelden.

 

 

Johanna

Johanna

Ich arbeite bei ehorses in der Kommunikation und unterstütze das Team bei der Erstellung von Pressetexten, Blogbeiträgen und der E-Mail-Kommunikation.
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