Longenarbeit

Die Arbeit an der Longe mit deinem Pferd ist eine tolle Abwechslung neben dem herkömmlichen Reittraining. Nicht nur, dass das Pferd physisch ganz anders beansprucht wird, sondern auch psychisch ausgelastet ist. Longieren bedeutet nämlich nicht nur “Mein Pferd ist so wild, lieber mal longieren, damit es sich abreagieren kann” oder “Ich hab heute so wenig Zeit, dann soll es mal ein bisschen im Kreis laufen.”

Genauso wie beim Reiten ist eine gut sitzende Ausrüstung und die korrekte Ausführung der Hilfen das A und O für eine effektive Longenarbeit. Wenn du die Longenarbeit regelmäßig in den Trainingsplan integrierst, kannst du die Elastizität, den taktreinen Bewegungsablauf und den Muskelaufbau deines Pferdes verbessern.

Die richtige Ausrüstung zum Longieren

Wenn du dein Pferd vom Boden aus arbeiten möchtest, solltest du auch hier auf das richtige Equipment achten. Wenn ein Kappzaum falsch sitzt oder der Longiergurt nicht richtig passt, kann der positive Effekt schnell schwinden.
Longieren mit KappzaumNatürlich gibt es bei der Longenarbeit Unmengen an verschiedenen Möglichkeiten, die Pferde zu trainieren. Die einfachste Form ohne großen Aufwand ist, wenn du eine ausreichend lange Longe im Halfter verschnallst. Hake hierfür die Longe in den Ring am Kinnstück ein, nicht an den äußeren Ringen. Sonst entsteht ein ungleichmäßiger Druck auf das Genick und das Pferd verwirft sich, wenn du es korrigieren willst. Ansonsten ist ein Kappzaum optimal zur Arbeit an der Longe. Der Druck wird auf den Nasenrücken ausgeübt, was wesentlich schonender ist. Vermeide in jedem Fall, mit einer Trense zu longieren. Aufgrund der großen Entfernung zum Pferd ist eine vorsichtige Hilfengebung auf das Pferdemaul wesentlich schwieriger und du kannst dem Tier schnell ungewollt Schmerzen zufügen. Wenn du vor dem Reiten longieren möchtest, kannst du über die Trense ein Halfter ziehen. Die Longe verbindest du dann mit dem Halfter- und Trensenring.

Ausbinder beim Longieren

Ausbinder – ja oder nein?

Die Geister scheiden sich bei der Frage, ob Ausbinder oder Hilfszügel hilfreich sind oder dem Pferd Schaden zufügen. Im Allgemeinen ist ganz klar, dass auch diese zusätzlichen Verschnallungen korrekt und sorgsam eingesetzt werden müssen. Jegliche Formen der zusätzlichen Hilfsmittel, wie auch Gerten, Sporen oder spezielle Gebisse, können bei einer falschen Anwendung dem Pferd Schmerzen bereiten. Es verknüpft damit negative Erfahrungen. Lass dir korrektes Longieren von einer erfahrenen Person zeigen! Oder wird bei euch am Stall auch Longenkurse angeboten? Nutz die Möglichkeit – damit hilfst du dir selbst und deinem vierbeinigen Freund!

Bist du dir nicht sicher, ob Ausbinder bei deinem Pferd hilfreich ist? Beachte immer, dass die zusätzlichen Verschnallungen das Pferd in seinem natürlichen Bewegungsablauf einschränken. Ein Dreieckszügel kann es zum Beispiel in eine enge Haltung zwingen, woraufhin es den Hals nicht mehr als Balancestange nutzen kann. Besonders bei jungen, nicht gut ausbalancierten Tieren schleichen sich dann Taktfehler ein. Deswegen solltest du zuerst ohne Hilfszügel arbeiten, damit das Pferd warm wird, die Muskulatur geschmeidig ist und seine Balance findet. Wenn ihr diesen Punkt erreicht habt, kannst du in der Longenarbeit Ausbinder mit einbauen.

Warum ist Longenarbeit hilfreich?

Wie schon vorher erwähnt, lernt dein Pferd mit dem Longieren sich besser auszubalancieren und der Muskelaufbau wird verbessert. Insbesondere die Rückenmuskulatur wird durch die Bewegung auf der Biegung mehr beansprucht und gedehnt. Das elastische Mitschwingen im Rücken fällt den meisten Pferden viel leichter, wenn kein Reiter im Sattel sitzt. Durch die Hilfengebung beeinflusst er sonst das Tier unentwegt.

Von Natur aus können Pferde nicht auf gebogenen Linien laufen. In der Biegung lehnen sie sich normalerweise nach innen und sie laufen mit einer Außenstellung um die Kurve. Deswegen ist der erste Schritt der Longenarbeit, dass dein vierbeiniger Freund nach innen gestellt wird und nicht auf die innere Schulter fällt. Erst dann schwingt die Rückenmuskulatur locker mit, die Hinterhand wird aktiviert und sie kann weiter unter den Körperschwerpunkt treten. Am besten begleitest du dein Pferd zunächst, dass es neben dir läuft, damit du es viel besser korrigieren kannst. Je besser es die Hilfen annimmt und sich auf dem Zirkel korrekt biegt, desto weiter kannst du es von dir weg schicken. Der nächste Schritt ist die vorwärts-abwärts Streckung des Halses. Das Pferd läuft weiter gleichmäßig und streckt dabei immer die Nase und den Hals Richtung Boden. In der Streckung des Halses spannt es automatisch die Bauchmuskeln an und der Rücken wölbt sich auf. Später kannst du dann die Longenarbeit erweitern, wie das Einbauen von Trabstangen oder du erweiterst euer Repertoire der Lektionen. Seid ihr schon etwas fortgeschritten und sucht neue Herausforderungen? Dann lass dir von deinem Reitlehrer einmal das Training an der Doppellonge zeigen! Ein tolles Training, das nicht nur dein Pferd ganz anders fordert!

Mit der Arbeit an der Longe bietest du deinem Vierbeiner eine wunderbare Abwechslung im Alltagstrott und zusätzlich hat sie super Vorteile für die Ausbildung als Reitpferd!