Springreiter Ludger Beerbaum im Portrait

Ludger Beerbaum

Ludger Beerbaum ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Springreiter. Seine größte internationalen Erfolge erzielte er zwischen den späten 1980er und den frühen 2000er Jahren.

Biografie

Ludger Beerbaum wurde am 26. August 1963 in Detmold geboren und wuchs zusammen mit drei Geschwistern auf. Er schloss die Schule mit dem Abitur ab und studierte Betriebswirtschaftslehre. Das Studium brach er jedoch zugunsten des Springreitens ab. Ludger Beerbaum ist zum zweiten Mal verheiratet und hat drei Kinder.

Der Einstieg in den Reitsport und die ersten großen Erfolge

Zum Reitsport ist Ludger Beerbaum durch einen Freund gekommen, der ihn eines Tages mit in den Stall nahm. Hier erkannte man schnell sein Talent. So konnte er bereits als Jugendlicher die ersten Erfolge feiern, beispielsweise bei den Deutschen Meisterschaften und den Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reitern. Im Jahr 1985 bekam Beerbaum erstmals die Gelegenheit bei einem internationalen Turnier an den Start zu gehen und begann als Bereiter für den Stall Paul Schockemöhle zu arbeiten. Seine größten Erfolge aus dieser Zeit waren der Sieg der Deutschen Meisterschaft  und der Mannschafts-Olympiasieg in Seoul, beide im Jahr 1988.

Nach vier Jahren wechselte er in den Stall von Alexander Moksel nach Buchloe. Von ihm bekam Beerbaum viele Spitzenpferde zur Verfügung gestellt. Weitere Erfolge kamen schnell. Der wohl größte war der Gewinn der olympischen Einzel-Goldmedaille 1992 in Barcelona.

Mit der eigenen Anlage in die Selbstständigkeit

Springreiter Ludger Beerbaum
Ludger Beerbaum

Im Jahr 1995 machte sich Ludger Beerbaum mit seiner eigenen Anlage in Riesenbeck selbstständig. Durch die Unterstützung des Unternehmer-Ehepaars Dietrich Schulze und Madeleine Winter-Schulze konnte er einen großen Teil seiner damaligen Spitzenpferde behalten.

In den folgenden Jahren ritt er mit großem Erfolg unzählige nationale und internationale Turniere. Bei den olympischen Spielen 2004, wurde ihm und der restlichen deutschen Mannschaft jedoch aufgrund einer im Blut seines Pferdes Goldfever festgestellten, dopingrelevanten Substanz die Mannschafts-Goldmedaille aberkannt. Mit der Teilnahme an dem Nationalpreis von St. Gallen knackte er den Rekord für die meisten Starts in deutschen Springreit-Nationenpreisen.

Im Jahr 2012 nahm Ludger Beerbaum das erste Mal seit 1988 nicht an den olympischen Spielen teil. Er begründete dies mit der nicht ausreichend guten Trainingsform seiner Stute Gotha FRH, die bei den deutschen Meisterschaften zuvor gestürzt war. Um für Olympia 2016 neben Chiara ein weiteres Spitzenpferd zur Verfügung zu haben, kaufte Madeleine Winter-Schulze 2015 den Wallach Casello. Mit ihm und der deutschen Mannschaft gewann Beerbaum dann auch die olympische Bronze-Medaille. Das anschließende Nations Cup-Finale in Barcelona, so erklärte er, wäre sein letzter Start für die deutsche Nationalmannschaft.

Der Medaillenspiegel von Ludger Beerbaum

Olympische Spiele:

  • 1988      Gold      Mannschaft mit The Freak
  • 1992      Gold      Einzel mit Classic Touch
  • 1996      Gold      Mannschaft mit Ratina Z
  • 2000      Gold      Mannschaft mit Goldfever
  • 2016      Bronze  Mannschaft mit Casello

Weltreiterspiele:

  • 1990      Silber     Mannschaft mit Gazelle
  • 1994      Gold       Einzel mit Ratina Z
  • 1998      Gold       Mannschaft mit P.S. Priamos
  • 2006      Bronze   Mannschaft mit L’Espoir

Europameisterschaften:

  • 1997      Gold      Mannschaft mit Ratina Z
  • 1997      Gold      Einzel mit Ratina Z
  • 1999      Gold      Mannschaft mit Champion du Lys
  • 2001      Bronze  Mannschaft mit Gladdys S
  • 2001      Gold      Einzel mit Gladdys S
  • 2003      Gold      Mannschaft mit Goldfever
  • 2003      Silber    Einzel mit Goldfever
  • 2007      Silber    Mannschaft mit Goldfever
  • 2007      Bronze  Einzel mit Goldfever
  • 2011      Gold      Mannschaft mit Gotha
  • 2013      Silber    Mannschaft mit Chiara

Beerbaum Stables

Die von Ludger Beerbaum 1995 gegründete Anlage Beerbaum Stables in Riesenbeck vereint verschiedene Bereiche. Zum einen ist dort der international erfolgreiche Beerbaum Turnierstall, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Pferde und Reiter aus verschiedensten Nationen auszubilden. Zum anderen die große Beerbaum Hengststation, sowie der weltweite Verkauf von Springpferden.

Riesenbeck International

Das von den Bauherren Ludger Beerbaum und Constantin Freiherr Heereman 2015 eröffnete Reitsportzentrum Riesenbeck International in Hörstel-Riesenbeck ergänzt mit zwei großen Reithallen die Trainingsmöglichkeiten von Beerbaum Stables und dem ortsansässigen Zucht- Reit- und Fahrverein Riesenbeck e.V.

Im Reitsportzentrum Riesenbeck finden Pferdesportveranstaltungen aller Art statt. Die Anlage bietet die idealen Voraussetzungen für verschiedene Events: Von Fohlenschauen über Late Entrys bis hin zu Tagungen und Lehrgängen. Außerdem ist Riesenbeck über die deutschen Grenzen hinaus bekannt als Veranstaltungsort internationaler Fahrsport-Championate. Über Jahrzehnte hinweg wurden Pferdesportveranstaltungen von Kreismeisterschaften bis hin zu Weltmeisterschaften der Vierspänner ausgetragen.

Weitere Aktivitäten

Im Jahr 2016 rief Ludger Beerbaum zusammen mit Longines und der Vorsitzenden von Beijing Dashing Equestrian Cultural CO Ltd., die Longines World Equestrian Academy ins Leben. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Springsport in China zu unterstützen und zu fördern.

Des Weiteren hat Ludger Beerbaum seine eigene Futtermarke Ludgers, die ein ausgewogenes und artgerechtes Fütterungskonzept verfolgt.