Fohlenschau
In ein Pferd verliebt man sich schnell. Doch wenn man sich in eine bestimmte Rasse verliebt, muss man mitunter tief in die Tasche greifen Handelt es sich um eine berühmte Zucht, dann erst recht. fotolia.de © Tanja Hohnwald (#247795436)

Wir lieben unsere Pferde – auch, wenn sie uns mitunter eine ganze Stange Geld kosten. Gerne nimmt man als Pferdeliebhaber nicht nur die Kosten in Kauf, die ein Pferd an sich mit sich bringt, sondern auch alles, was drumherum monatlich noch so anfällt. Wirft man einen Blick auf die teuersten Pferde der Welt, kann man sich aber entspannt zurücklehnen.

Etliche Millionen Dollar wurden für edle Exemplare schon bezahlt. Dabei handelte es sich natürlich um Sport- und Rennpferde, mit denen sich wiederum Geld verdienen ließ. Doch viele Pferderassen sind von Grund auf extrem teuer – ob das Pferd nun für professionellen Sport dienen soll, oder nicht. Alles zu teuren Pferden und Rassen haben wir im Folgenden einmal zusammengetragen.

Der Preis eines Pferdes

Seit mehreren tausend Jahren domestizieren die Menschen inzwischen Pferde. Früher häufig dazu gebraucht, um den Menschen oder Waren von A nach B zu bringen, sind sie heute auch einfach nur treue Lebensbegleiter der Menschen geworden. Oft wird mit ihnen aber auch immer noch professioneller Sport getrieben und damit eine Menge Geld verdient. Oder es werden Erfolge eingetrieben und Medaillen und Pokale gewonnen.

Grundsätzlich gibt es mehrere Faktoren, die sich auf den Preis auswirken, wodurch sich eine breite Spanne ergibt:

  • Der Preis für ein Pferd wird maßgeblich durch die Rasse bestimmt. Einige Rassen sind von Grund auf so teuer, dass sie sich Privatpersonen meist kaum leisten können. Vielmehr werden sie von Unternehmern oder reichen Züchtern gekauft, die mit ihnen Pferderennen bestreiten und somit wiederum Geld machen.
  • Neben der Rasse spielt die Abstammung eine Rolle. Stammt der Nachwuchs von erfolgreichen Zuchthengsten und –stuten, ist ein leistungsfähiges Pferd wahrscheinlicher – und somit der Preis höher. Auch Name und Renommee des Gestüts wirken sich entsprechend aus.
  • Als Herkunftsmerkmal dient zudem auch das Brandzeichen bei Pferden, das Auskunft über die Zucht oder Rassezugehörigkeit gibt. Vor allem edle Tiere werden gebranntmarkt – ein Zeichen also für einen entsprechend hohen Preis.
  • Weiterhin bestimmt, um beim Rennsport zu bleiben, aber auch der bisherige Erfolg eines Pferdes den Preis etwa für dessen Nachkommen. Auch eine sonst vielleicht eher durchschnittlich teure Rasse kann dann gerne einmal überdurchschnittlich viel kosten. Je größer die Leistung eines Pferdes während seiner Lebenszeit, desto höher steigt in der Regel natürlich auch der Preis des Pferdes selbst.
  • Womit wir zum Alter eines Pferdes kommen, das ebenfalls entscheidend ist. Am teuersten sind Pferde meist zwischen 5 und 9 Jahren. Ab etwa 17 Jahren verlieren Pferde dann häufig an Wert, da sie vermutlich nicht mehr lange gehalten, bzw. erfolgreich und mit vollem Leistungsumfang geritten werden können. Stetige Bewegung und angepasstes Futter können die Lebenserwartung steigern, doch älter als 25 oder höchstens 30 Jahre wird kaum ein Pferd.
  • In gewisser Weise mit dem Alter des Tieres verbunden ist die jeweilige Ausbildungsstufe des Pferdes. Je älter es ist, desto höher meist die bisher absolvierte Ausbildung und damit auch der Preis. Käufer können sich jedoch auch für ein junges Tier entscheiden und die Ausbildung – soweit ausreichende Kenntnisse vorhanden – selbst übernehmen.

Alter, Ausbildung und Abstammung – die drei großen As – bestimmen neben der Rasse also vor allem den Preis. 3.000 bis 7.000 Euro muss für ein erwachsenes Pferd mit ein wenig Reiterfahrung in der Regel gezahlt werden. Da die diversen Faktoren aber individuell einspielen, lassen sie sich im Grunde kaum pauschalisieren. Man bedenke alleine schon: Manche Pferde kosten etliche Millionen.

Für private Reiter und Pferdefreunde, die sich ein eigenes Tier anschaffen wollen ist diese Preiskategorie in der Regel keine Option. Wem Reitbeteiligungen auf Dauer zu wenig sind, muss also das nötige Geld für den Kauf aufbringen und auch die laufenden Kosten bezahlen können.

Ist dies aus Ersparnissen nicht zu stemmen, können andere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Im Vorfeld kann dazu bereits eine Beratung Klarheit über die Konditionen schaffen. Auf diese Weise lässt sich der Traum vom eigenen Pferd dennoch erfüllen.

Drei der teuersten Pferderassen der Welt

Der Vollblutaraber

Unter allen Pferden, die dem Menschen gerade bei Pferderennen am meisten Nutzen brachten und die damit zu großen Geldgewinnen weltweit führten, stehen die Vollblutaraber seit langer Zeit auf Platz 1. Das erklärt auch, warum sie die wohl teuerste Pferderasse darstellen. Fest steht, dass Araber als Laufwunder gelten und selbst bei extremen Witterungsverhältnissen Höchstleistungen erbringen können.

Arabisches Pferd
Vollblutaraber sind die wohl teuersten Pferde, die sich weltweit finden. fotolia.de © Ines (#268559461)

Der Araber hat auch eine lange Geschichte. Seine Wurzeln reichen bis hin zur arabischen Halbinsel und bis heute spielt die teure Rasse in seinem Ursprungsland eine bedeutende Rolle. Allerdings kursieren auch eine Menge Legenden zu den Pferden, die genauerer Betrachtung bedürfen und denen nicht einfach geglaubt werden sollte.

Reinrassige Vollblutaraber werden mit dem Kennzeichen „ox“ gekennzeichnet und sind in der Regel gar nicht käuflich, bzw. kaum erschwinglich. Araber sind ihrem Wesen nach sanft, klug, vielseitig und sensibel, können aber auch temperamentvoll werden. Sie gelten als klassische „Ein-Mann-Pferde“.

Das Englische Vollblut

Auch das Englische Vollblut zählt zu den teuersten Pferderassen. Es wird vorwiegend für professionelle Pferderennen in England genutzt. Da die englischen Vollblüter neben den Vollblutarabern zu den schnellsten Rennpferden weltweit gehören, müssen auch für sie mitunter Preise in Millionenhöhe gezahlt werden. Gerade in Trab- und Galopprennen erzielen die Pferde mit ihrer breiten Brust und dem doch schlanken Körperbau Erfolge wie kaum eine andere Rasse.

Doch auch unter Freizeitreitern ist die Rasse beliebt. Wer mit ihnen arbeiten möchte, muss sich aber bewusst sein, dass die Tiere einen sensiblen und starken Charakter haben und sehr temperamentvoll sein können. Damit stellen sie kein typisches Anfängerpferd dar. Für fortgeschrittene Reiter sind die Englischen Vollblüter aufgrund ihrer Menschenbezogenheit und Lernbereitschaft allerdings kann von einer empfehlenswerten Rasse für fortgeschrittene Reiter (mit hohen sportlichen Zielen) gesprochen werden.

Englische Vollblüter werden zur einfachen Unterscheidung von anderen Pferderassen durch ein „xx“ hinter dem Namen gekennzeichnet.

American Quarter Horse

Das Amercian Quarter Horse ist mit knapp 4,6 Millionen registrierten Tieren weltweit die von allen Pferden am häufigsten vorkommende Rasse. Und dennoch zählt diese Rasse ebenfalls zu den teuersten, die sich finden lassen. Das liegt alleine daran, dass sie zu den beliebtesten Pferden in den USA zählen. Und dass ihr Name viele Interessenten überzeugt, der übrigens daher stammt, dass man ihnen nachsagt, die anderen Rassen problemlos ausspielen, bzw. ihnen davonrennen zu können.

Auch sie gehören, wer hätte es gedacht, zu den schnellsten Pferden überhaupt und werden vor allem für Wettkämpfe gezüchtet. Die Amerikaner bestreiten mit ihnen hauptsächlich Rodeo-Events und nutzen die Pferde dabei zum Team Roping (Teamabseilen), Calf Roping (Wadenabseilen) oder für Fassrennen. Doch auch in professionellen Pferdewettkämpfen, wo es um deutlich mehr Geld geht, kommt die Rasse zum Einsatz.

Das American Quarter Horse zeichnet sich in der Regel durch einen ruhigen und freundlichen, aber auch sensiblen Charakter aus. Allerdings sind sie auch sehr lebendig und willensstark, weshalb sie durchaus auch arbeitsintensiv sein können.

Die drei teuersten Pferde der Geschichte

1. Das teuerste Pferd der Geschichte war ist „Fusaichi Pegasus„. Das Rennpferd kostete den japanischen Unternehmer“ Fusao Sekiguchi FuPeg“ im Jahr 1998 noch 4 Millionen Dollar. Nur zwei Jahre später konnte das Pferd für ganze 64 Millionen Dollar an den irischen Rennpferdezüchter „Coolmore Stud“ verkauft werden.

Rennpferde
Die teuersten Pferde aller Zeiten sind und werden immer Rennpferde sein. Denn mit ihnen lassen sich Millionen machen. fotolia.de © gabe9000c (#274091064)

Der Name Fusaichi Pegasus ist Kombination aus dem Namen des Besitzers und dem japanischen Wort „ichi“, das so viel wie „Nummer 1“ bedeutet. Das Rennpferd stammt in direkter Linie von „Mr. Prospector“ ab – einem der erfolgreichsten Pferde des amerikanischen Rennsports. In der aktiven Karriere konnte Fusaichi Pegasus unter anderem auch das berühmte „Kentucky Derby“ gewinnen.

2. Auf Platz 2 der teuersten Pferde der Geschichte steht das Pferd namens „Big Brown„. Es ist eines der insgesamt achtzig Pferde, die der „International Equine Acquisitions Holding“ gehören. Dabei handelt es sich um ein Privatunternehmen, das 2003 in New York gegründet wurde und als Pferderennstall agiert.

Die Holding investierte im Jahr 2007 nur 2,5 Millionen Dollar in 75% des Pferdes Big Brown. 2008 wurden dann die Zuchtrechte an dem erfolgreichen Rennpferd vollständig an die „Three Chimneys Farm“ verkauft. Die IEAH bekam dafür wiederum ganze 60 Millionen Dollar. 2008 war Big Brown dann auch der Favorit und Anwärter auf die sogenannte Triple Crown – die dreifache Krone.

Diese besteht aus dem Gewinn der drei klassischen Rennen für dreijährige Pferde. Der Gewinn aller drei Rennen gilt als die größte Herausforderung für ein Rennpferd, weil es damit seine Vielseitigkeit und Leistungsbeständigkeit über eine ganze Rennsaison von fünf Wochen auf unterschiedlichen Distanzen beweisen muss. Big Brown konnte Anfang Mai 2008 das Kentucky Derby und Mitte Mai das Preakness Stakes mit zehn Längen für sich entscheiden. Beim entscheidenden dritten Rennen aber, dem Belmont Stakes in New York, wurde Big Brown Letzter.

3.Shareef Dancer“ lautete der Name des bislang drittteuersten Pferdes aller Zeiten. Das Vollblutpferd lebte von 1980 bis 1999 und war ein direkter Nachkomme der damals ebenfalls berühmten Pferde „Northern Dancer“ und „Sweet Alliance“.

Der Preis von ganzen 40 Millionen Dollar für das Pferd wurde sogar nach der aktiven Karriere von Shareef Dancer gezahlt, da das Pferd fortan als Zuchthengst dienen sollte. „Maktoum bin Rashid Al Maktoum“, der Besitzer der „Godolphin Zucht“ zahlte diesen Preis 1983.

In seiner Karriere konnte Shareef Dancer das „Gruppe 1 Irish Derby Stakes at the Curragh“ und das „Gruppe 2 King Edward VII Rennen“ dominieren. Außerdem ist das Pferd der britische Mittelstreckenchampion von 1983.