Die meisten kennen ihn aus der Küche als Gewürz, aber er ist auch eine der wichtigsten Heilpflanzen: Thymian. In der Humanmedizin ist er schon lange ein altbewährtes Mittel bei Atemwegserkrankungen. Aber Thymian kann auch für Pferde wunderbar als Heilmittel eingesetzt werden.

Was ist Thymian eigentlich?

Ursprünglich stammt er aus dem Mittelmeerraum und seine positive Wirkung auf Lunge und Bronchien wurde schon in der Antike gelobt.

Thymian ist ein unscheinbarer Strauch, der maximal Kniehöhe erreicht und immer etwas „holzig“ ausschaut. Die Blüten sind klein und blasslila. Verwendet werden vom Thymian nur die Blätter, die blühenden Zweige oder teilweise auch nur die Blüten. In Bau- und Gartenmärkten findet man bei uns inzwischen zig Arten des Thymians – aber als Heilpflanze ist der ursprüngliche Thymian immer noch am besten.

Warum Thymian Pferden füttern?

Thymian ist bei vielen für seine positive Wirkung auf Lunge und Atemwege bekannt. Er putzt die Bronchien durch, ist schleimlösend und wirkt gleichzeitig beruhigend auf die Atemwege. Daher ist er bei eigentlich allen Atemwegserkrankungen eine große Hilfe. Als natürlicher Schleimlöse für Pferde gehören Husten, Bronchitis oder auch Erkältungskrankheiten der oberen Atemwege zu seinem Spezialgebiet. Aber er kann noch einiges mehr!

So wirkt Thymian antiseptisch und abtötend für Bakerien, Viren und Pilze. Er ist quasi ein kleines natürliches Antibiotikum.

Außerdem unterstützt und stimuliert er das Immunsystem.

Äußerlich angewendet hilft er bei Hautentzündungen.

Wirkung: Was macht Thymian so besonders?

Unter anderem das ätherische Öl, das er enthält. Sein Hauptbestandteil ist das Thymol, hinzu kommen aber noch sechs weitere Öle. Sie wirken krampflösend und schmerzlindernd. Thymol hat unter anderem die Eigenschaft, festsitzenden Schleim, z.B. bei Bronchitis, aufzulösen. So wird das Abhusten angeregt. Auch Pferden mit Stauballergien kann so geholfen werden.

Außerdem sind die Öle an der wachstumshemmenden Wirkung auf Pilze, Bakterien und Viren maßgeblich beteiligt. Nicht nur in den Lungen, sondern auch im Magen und Darm. Daher wirkt sich Thymian auch gut bei Magen- oder Darmproblemen aus. Er verhindert Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm und schützt die Darmflora. Gerade bei aufgegasten Pferden ist Thymian eine super Hilfe!

Darüber hinaus enthält Thymian auch eine hohe Menge Zink. Dies stärkt das Immunsystem.

Viele Pferdebesitzer nutzen Thymian durch seine enthaltenen Öle Carvacrol, Linalool und Thymol auch als natürliches Entwurmungsmittel. Die Öle verhindern, dass sich Würmer einnisten und vermehren. Zusätzlich treiben sie Würmer durch die abführende Wirkung aus dem Körper. Hier habe ich aber bisher selbst noch keine Erfahrungen gemacht – dennoch wollte ich es euch nicht vorenthalten.

Dosierung: Wie soll ich Thymian für Pferde füttern?

Entweder man füttert ihn über das normale Futter zu den Mahlzeiten oder man kocht Thymian-Tee. Da muss man aber Glück haben, dass das Pferd den Tee mag. Bei meinem Wallach ist das natürlich nicht so – er bekommt daher Thymian als Pellets und davon 50 Gramm pro Tag. Wenn man Thymian zur Regulierung des Darms füttert, ist das auch die bessere Variante.

Aber gerade bei Problemen mit den Atemwegen ist ein Tee ideal. Dafür einfach übergießt ihr einfach einen Esslöffel Thymian mit einem Liter kochendem Wasser und lasst das Ganze 10 Minuten ziehen. WICHTIG: Damit die ätherischen Öle nicht verschwendet werden, deckt den Tee bis zur „Fütterung“ ab! Wenn der Tee nur noch handwarm ist, könnt ihr ihn eurem Pferd geben.

Außerdem sollte man Thymian immer nur als Kur füttern. Wir füttern ihn maximal 3 Wochen und pausieren dann mindestens 2 Monate.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei der Fütterung von Thymian sollte man einiges beachten. Er wirkt abführend, daher solltet ihr mit einer kleinen Dosis beginnen und die Äppel eures Pferdes immer im Blick haben. Wenn ihr zu hoch dosiert, werden die Schleimhäute und auch der Darm gereizt. Und wenn euer Pferd bereits eine Nieren-, Leber- oder Herzerkrankung hat, raten Tierärzte und Tierheilpraktiker auch von einer Fütterung ab.

Im Hochsommer – gut, das ist jetzt gerade nicht akut – kann sich Thymian negativ auf den Kreislauf auswirken. Daher füttert ihn am besten nicht an heißen Tagen!

Wenn ihr Turnierreiter seid, solltet ihr Thymian 2 Tage vor dem Turnier absetzen. Diese Karenzzeit empfiehlt die FN. Hier findet ihr eine Übersicht.

Außerdem kann er Fehlgeburten fördern! Und auch Fohlen sollten ihn nicht gefüttert bekommen.

  • Hagebutten – abwehrsteigernd, entzündungshemmend und schmerzlindernd
  • Brennnessel für Pferde – der Alleskönner
  • Teufelskralle – Hilfe bei Gelenkproblemen
  • Rote Beete – Kraft für Immunsystem und Stoffwechsel

 

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