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Anfang September, Zeit für Spekulatius und Printen – und für den Fellwechsel. Genauso wie beim Weihnachtsgebäck hab ich auch hier immer das Gefühl, dass es jeden Herbst früher losgeht. Kaum sind wir aus unserem Camping-Urlaub wieder da, schieben meine schon Winterfell. Gerade die letzten beiden Jahre war es bis weit in den Oktober hinein noch extrem warm – und trotzdem kann ich dem Plüsch täglich beim Wachsen zuschauen.

Es sind doch noch 20 Grad – warum bekommt mein Pferd trotzdem schon so viel Fell?

Jedes Frühjahr und jeden Herbst geht er wieder von neuem los: der Fellwechsel. Sobald die Sonnenstrahlen weniger intensiv (ja, gerade ist es schwer vorstellbar, dass die Sonne tatsächlich nicht mehr so intensiv scheint wie noch vor einem Monat) und die Tage kürzer werden, beginnt bei Pferden der Fellwechsel. Umgekehrt bedeutet das im Februar, wenn die Tage allmählich wieder länger werden und die Sonne wieder stärker scheint, dass Pferde ihr Winterfell wieder verlieren. Und spätestens im April ist das dicke Fell komplett durch das kürzere und feinere Sommerfell ersetzt.

Das zeigt, dass der Beginn des Fellwechsels nicht in erster Linie von fallenden bzw. steigenden Außentemperaturen abhängt, sondern von der Intensität der Sonneneinstrahlung und der Tageslänge. Während wir Menschen uns also noch Gedanken um neue Bikinis machen, beschäftigen sich unsere Pferde schon längst mit der Herbst/Winter-Kollektion.

Wie stark der Fellwechsel beim Pferd ausgeprägt ist, entscheidet dazu natürlich auch die Haltungsform. Während Pferde, die auch bei kalten Temperaturen im Winter vorrangig im Offenstall stehen, meist ein dickeres Winterfell haben, ist das Haarkleid bei eingestallten Pferden längst nicht so stark ausgeprägt.

Der Fellwechsel beim Pferd – eine Stoffwechsel-Höchstleistung

Vor allem beim Übergang vom Sommer- auf das Winterfell geht der Fellwechsel beim Pferd mit hohen Anforderungen an den Stoffwechsel, sowie einem gesteigerten Energiebedarf an Eiweiß und Nährstoffen einher. Zum Aufbau der aus Keratin bestehenden Haare wird ein hohes Maß an Aminosäuren, Mineralstoffen, essenziellen Fettsäuren und Spurenelementen wie Kupfer, Selen und Zink benötigt. Der Fellwechsel ist also wirkliche Schwerstarbeit für unsere Pferde, da reichlich Kraft für das Herausschieben der neuen Haare aus der Haut aufgebracht werden muss. Sind nicht genügend Nährstoffe vorhanden, beeinträchtigt dies zwar nicht den Fellwechsel beim Pferd, aber es kann mitunter zu einer Schwächung des Immunsystems und einer vorübergehend höheren Anfälligkeit für Infekte führen.

Kann ich mein Pferd irgendwie beim Fellwechsel unterstützen?

Auf jeden Fall! Meine beiden bekommen zweimal im Jahr eine „Stoffwechselkur“. Das hört sich erstmal aufwändiger an als es ist, denn genau genommen unterstütze ich sie nur mit einer gezielten Fütterung.

Ich gebe zu, dass ich echt penibel bin bei der Fütterung meiner zwei. Während ich selbst regelmäßig auf Fertiggerichte zurückgreife und mich gern auch mal zwei Wochen lang nur von Müsli ernähre, landet bestimmt nichts im Trog meiner Pferde, was nicht vorher zweimal auf seine Inhaltsstoffe geprüft wurde. Das heißt für mich, dass meine Pferde schon aus diesem Grund eigentlich gut in den Fellwechsel starten können. Aber ich bin ja pingelig und geh lieber doppelt und dreifach auf Nummer sicher.

Der Ernährungsplan von Geronimo & Bambi ist mir um einiges wichtiger als mein eigener

Und was kann ich füttern?

Ich selbst bin von den Höveler Herbs begeistert. In der Mischung „Leber-Fit“ sind alle wichtigen Kräuter enthalten, die die Leber, die Verdauung und damit auch den Fellwechsel untersützen. Mariendistel regeneriert und stabilisiert die Leber, Artischocke unterstützt den Stoffwechsel. Und Brennnessel ist einfach ein Alleskönner: Die getrockeneten Blätter enthalten viel Vitamin C, Provitamin A, Folsäure, Eisen und Kieselsäure. Das sagt euch erstmal nichts? Kein Problem, in Kurzform lassen sich die Vorteile so beschreiben:

  • Vitamin C unterstützt die Entgiftung und steigert die Immunabwehr
  • Provitamin A trägt zur Stärkung des Immunsystems bei, stärkt Haut und Schleimhäute
  • Folsäure beugt Anämie vor
  • Eisen ist für den Sauerstofftransport und die Sauerstoffübertragung im Blut unersetzlich
  • Kieselsäure wirkt sich positiv auf Bindegewebe, Haut, Knorpel und Knochen aus

Es gibt unglaublich viele Produkte auf dem Markt. Und Brennnessel könnt ihr natürlich auch einfach selbst in der Natur pflücken (Bevor ihr sie füttert, muss wirklich alles durchgetrocknet sein). Oder ihr stellt euch selbst eine Kräutermischung im Internet oder der Apotheke zusammen, z.B. beim Scheunenlädchen. Auch Stiefel hat die Kräutermischungen Mariendistelsamen und Brennnessel im Angebot. Ihr werdet mit Sicherheit fündig! Viele schwören auch auf Bierhefe, aber die bekommen meine Pferde schon das Jahr über hinweg immer wieder.

Im Fellwechsel möchte ich daher lieber gezielt Brennnessel, Mariendistel und Artischocke füttern. Und ich bilde mir ein, dass es ihnen wirklich gut tut! Meine Kleine war im ersten Winter bei mir zum Beispiel noch echt nicht widerstandsfähig – im ersten Schnee stand sie zitternd auf der Wiese. Dann reichten eine Wurmkur und eine Impfung innerhalb einer Woche, um ihren Abwehrkräften den Gar auszumachen. Im Anschluss kämpften wir fast 3 Wochen mit einer Bronchitis. Und daran gebe ich mir die Schuld, denn ich wusste immerhin, dass sie ja noch nicht richtig „auf dem Damm“ war. Seitdem bekommt auch sie jedes Frühjahr und jeden Herbst die Kur.

Was macht oder füttert ihr denn, um euer Pferd bestmöglich beim Fellwechsel zu unterstützen?

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