Warum die damalige Dressur nichts mit Piaffe und Passage zu tun hatte, in welcher Prüfung man eine Walze auf die Pferde zurollen ließ und mehr Kuriositäten rund um Olympia, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag!

Das die Olympischen Spiele aus der Antike stammen und dass es 700 v. Chr. wahrscheinlich noch keine Springwettbewerbe gab, ist ja klar, aber diese Fakten kennt ihr bestimmt noch nicht:

12 kuriose Fakten:

#1
Schon in der Antike gab es Reitsportprüfungen bei den Olympischen Spielen. Ab 680 v.Chr. wurden sogenannte Wagenrennen ausgetragen, bei denen die Sportler sich auf dem Wagen stehend von meist 2 Pferden ziehen ließen.

#2
Reiten als Olympische Disziplin gab es erstmals 1900 bei den Olympischen Spielen in Paris. Die Disziplinen hießen hier noch “Hochspringen”, “Weitspringen” und “Jagdspringen”.

 

Mauer bei Mächtigkeitsspringen

#3
Beim “Hochspringen” wurde nur ein einziges Hinderniss überwunden. 1900 sprang der Franzose Dominique Gardères über einen 1,80 m hohen Sprung.
Zum Vergleich: Der noch aktuelle Hallen-Hochspringrekord liegt bei 2,35 Meter (Franke Sloothaak, 1991). Puh, Gott sei Dank wird unseren Pferden bei Olympia so etwas nicht mehr zugemutet!

#4
Im Vergleich dazu schein das sogenannte “Jagdspringen” ja recht einfach gewesen zu sein. 1900 mussten die Reiter über 21 Hindernisse mit einer Höhe zwischen 1,00 m und 1,20 reiten. Diese Höhe entspricht in etwa einem heutigen L-Springen.

 

 

 

 

 

 

#5
Beim “Weitspringen” musste ein 4,90 m weiter Wassergraben übersprungen werden. Bei den Olympischen Spielen 1900 gelang dies nur 4 Reitern.
Zum Vergleich: Bei heutigen S****- Springen haben Wassergraben eine Weite von: 2,50m – 4,50m.

 

Bei den Olympischen Spielen 1912 wurde der Schwede Carl Gustaf Bonde auf Emperor erster Olympiasieger im Dressurreiten

#6
Nachdem es 12 Jahre lang keinen Reitsport bei Olympia gab, wurde die Dressur erstmals 1912 in Stockholm Olympische Disziplin. Diese hatte aber mit der heutigen Dressur noch rein gar nichts zu tun! 1912 wurde in der Dressur noch über fünf Sprünge, bis zu 110 cm, gesprungen, von denen das letzte eine auf das Pferd zurollende Walze war. Ja, ihr habt richtig gelesen, eine Walze!

#7
Auch die Vielseitigkeit hatte 1912 bei den Olympischen Spielen in Stockholm ihr Debüt. Damals wurde die Disziplin noch “Military” genannt und nur aktive Offiziere und ihre Dienstpferde durften in dieser Prüfung ihr Land vertreten.

#8
Die Vielseitigkeit wurde an 5 Tagen ausgetragen. Die erste Prüfung war 1912 noch ein 55 km langer Geländeritt. Im Vergleich: Die Geländestrecke in Rio 2016 war 5.840 m lang.

 

Amsterdam Olympiastadion 1928

#9
Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam werden zum ersten Mal, die auch heute noch ausgeübten, sechs Wettbewerbe im Reitsport ausgetragen. Dressur, Springen und Vielseitigkeit jeweils in der Mannschafts- und Einzelwertung.

#10
Reiten ist die einzige Olympische Disziplin in der Männer und Frauen gegeneinander antreten.
Jedoch wurden erst 1952 Frauen beim Reiten bei Olympia zugelassen.

#11
Die Dressurreiterin Lis Hartel aus Dänemarkt gewann 1952 als erste Frau eine olympische Reiter-Medaille (Silber), da sie an Folgen einer Kinderlähmung litt, musste sie dabei aufs Pferd gehoben werden.

Beijing 2008 Dressurmannschaft

#12
Deutschland ist bisher eine der erfolgreichsten Nationen im Reiten bei den Olympischen Spielen.
Insgesamt (Einzel und Mannschaft) gab es bisher:
19 Gold, 11 Silber und 9 Bronzemedaillen in der Dressur
11 Gold, 3 Silber und 7 Bronzemedaillen im Springen
6 Gold, 8 Silber und 9 Bronzemedaillen in der Vielseitigkeit

Wir hoffen dir hat unser kleiner Einblick in die kuriose Geschichte der Olympischen Reiterei gefallen. Beim nächsten Reiterstammtisch oder dem nächsten Ausritt mit deiner Freundin kannst du bestimmt mit deinem neuen Wissen glänzen!