Für viele Reitbegeisterte stellt sich überhaupt nicht die Frage, welche Art von Urlaub es sein soll: Reiturlaub, ganz klar! Wer selbst ein Pferd besitzt, möchte dabei natürlich nicht auf seinen eigenen Vierbeiner verzichten. Gemeinsam an Stränden entlangreiten, Wanderritte in Wäldern unternehmen oder ein Westernturnier am anderen Ende Deutschlands besuchen und das direkt mit einer kleinen Auszeit verbinden – die Gründe, warum das eigene Pferd mit in den Urlaub soll, sind vielfältig. Manchmal fehlt es auch schlichtweg an einer Betreuung für das Tier während der Abwesenheit seiner Besitzer. So oder so kann der Urlaub mit dem eigenen Pferd ein unvergessliches Erlebnis im positiven Sinne werden. Leider aber auch umgekehrt, wenn er nicht richtig geplant wird, sich das Tier im Hänger verletzt oder die Wege vor Ort überhaupt nicht zum Reiten geeignet sind. Wie also wird der Urlaub mit dem eigenen Pferd nicht nur für die Reiter, sondern auch für die Pferde angenehm?

Einige Gedanken vorab

Der Wunsch, sein Tier mit in den Urlaub zu nehmen, ist für jeden Pferdebesitzer absolut nachvollziehbar. Dennoch sollten die Reisenden Vernunft walten lassen und vorher gründlich überlegen, ob das Vorhaben für das Pferd nicht zu stressig werden könnte. Eine lange Fahrt, ein verändertes Klima oder giftige Pflanzen: Die Reise an sich sowie der Aufenthalt an einem fremden Ort bringen stets auch Gefahren mit sich. Vor allem sensible Tiere verkraften die neue Umgebung nicht immer optimal, reagieren plötzlich ängstlich in ungefährlichen Situationen oder entwickeln sogar eine lebensgefährliche Kolik. Diese sind nur einige Beispiele für die Strapazen, welche der Urlaub mit Pferd für die Tiere mit sich bringt ­– und deren eventuelle Auswirkungen auf das Verhalten und die Gesundheit des tierischen Mitreisenden.
Prinzipiell gilt: Je weiter und komplizierter die Reise sein soll und je fremdartiger die Umgebung im Gegensatz zur Heimat ist, umso weniger gut eignet sie sich für den Urlaub mit dem eigenen Pferd.

Gleichzeitig sollten die Pferdebesitzer auch an sich selbst denken: Sie lieben ihr Tier, keine Frage, doch manchmal tut eine Auszeit von den Pflichten, welche mit der Pferdehaltung einhergehen, ja auch ganz gut. Wäre es nicht vielleicht besser, einmal abzuschalten vom Ausmisten, Füttern & Co und stattdessen den Urlaub in Ruhe, Zweisamkeit oder mit der Familie in vollen Zügen zu genießen?! Die Antwort auf diese Fragen kennt schlussendlich nur jeder Reisende selbst – denn jeder Mensch und jedes Pferd sind unterschiedlich. Gedanken sollte man sich darüber jedenfalls machen.

Alternativen: Nicht immer kann das Pferd mit in den Urlaub

Manchmal soll das eigene Pferd also nicht mit in den Urlaub, ein anderes Mal kann es schlichtweg nicht. Schwierig wird es nämlich, sobald das Reiseziel nicht mit dem Auto und dadurch auch nicht mit dem Pferdehänger erreichbar ist. Wer beispielsweise nach Gran Canaria reisen möchte, kann sein eigenes Pferd natürlich nicht mitnehmen. Ein Reiturlaub ist dort auf den zahlreichen Fincas dennoch möglich. Touristen können direkt auf der Finca wohnen oder stattdessen in einem umliegenden Hotel unterkommen und Ausritte buchen, wann oder wo sie gerne wollen. Ob das Pferd im Urlaub dabei sein soll beziehungsweise kann, hängt also auch stets von der Destination ab.

Vorbereitung und Transport: Was ist bei der Planung zu beachten?

Von der Destination hängen auch die rechtlichen Vorschriften ab. Nicht in jedes Land dürfen ausländische Pferde ohne Weiteres eingeführt werden. Manchmal ist eine Quarantäne notwendig – was weder Reiter noch Tier für einen Urlaub auf sich nehmen müssen. Wer also mit dem eigenen Pferd verreisen möchte, bleibt am besten in einem Umkreis von bis zu vier Stunden Fahrt (mit ausreichend Pausen!) sowie in Deutschland oder den europäischen Nachbarländern. Wunderschöne Wanderritte sind hier ebenso möglich wie das Galoppieren am Strand oder entspannte Ausritte über ein Feldermeer. Gleichzeitig wird dem Pferd eine lange und stressige Anreise erspart.

Wer weiter weg möchte, kann zwar durchaus auch sechs bis acht Stunden fahren, sollte dann aber gleich für mehrere Wochen bleiben und dem Pferd Zeit zur Eingewöhnung geben. Überhaupt ist es ratsam, möglichst lange mit dem eigenen Pferd in den Urlaub zu fahren, damit es sich dort einleben kann. Zudem muss das Tier natürlich gesundheitlich stabil sein, um die Strapazen unbeschadet zu stemmen. Eventuell ist auch die Rücksprache mit einem Tierarzt sinnvoll, denn für einige Länder werden zusätzliche Impfungen empfohlen.

Auch der Pferdehänger sollte vor dem Losfahren noch einmal auf Herz und Nieren geprüft werden, um Unfälle oder Verletzungen beim Pferd präventiv zu verhindern. Der Anhänger muss natürlich dem deutschen Recht – sowie dem Recht der durchreisten und bereisten Länder – entsprechen und eine sichere Fahrt für das Tier beziehungsweise die Tiere ermöglichen. Zuletzt sollten die Versicherungen unter die Lupe genommen werden. Einerseits müssen eventuelle Schäden in der Unterkunft am Urlaubsort durch die Pferdehaftpflichtversicherung abgedeckt sein, beispielsweise im angemieteten Stall. Andererseits ist bei einer Reise ins Ausland unter Umständen eine spezielle Auslandsversicherung notwendig.

Packen und los geht die Reise!

Schlussendlich fehlt nur noch die passende Ausrüstung für Pferd und Reiter, dann kann es losgehen ins Feriendomizil für die menschlichen sowie tierischen Urlauber. Hier ist es sinnvoll, vorab eine vollständige Packliste zu erstellen und anschließend Punkt für Punkt abzuhaken, damit in der Eile vor der Abreise nichts Wichtiges vergessen wird. Wer sich also ausreichend Gedanken macht und die Reise richtig plant, kann einen Urlaub genießen, der nicht nur für den Reiter, sondern auch für das Tier möglichst entspannt abläuft. Viel Spaß!

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